De Roasfeldsen Glocken. - Van't Lüünen und van't Beiern. - Plattdütsk van gistern und vandage.

Eene CD van Roesfeldsen Heimatverein öwwer de Roasfeldsen Glocken.

Adalbert Friedrich un Fritz Höing vertellt besünners öwwer dat beiern, en Glockenspoell, wat et nich öwwerall mehr gäw.

Christoph Bonhoff läss ut dat Book van Gülkas Wilm: "In Roasfeld un üm Roasfeld herüm."

Well sick doarför interessert, meldt sick bi Richard Sühling. De hät noch wat van de CD's.

Kenn I den Underscheed tüsken lüünen und beiern? Nee? Dann lustert es to:
Bi't Lüünen bewegt sick de Glocken, wodoer de Klöppels anschloat. Bi't Beiern hangt de Glocken stille. De Klöppels werd an Arme un Beene annebunden und as 'n Glockenspöll anschloane.
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Hochdeutsch:

Die Raesfelder Glocken - vom Läuten und vom Beiern

Unter dem Titel "Plattdeutsch von gestern und heute" wurde am 06. März 2001 eine Radiosendung vom lokalen Radiosender WMW - Westmünsterlandwelle - ausgestrahlt, die vom Heimatverein Raesfeld gestaltet wurde. Thema waren die Raesfelder Glocken. Adalbert Friedrich und Fritz Höing erzählen vor allem über das Beiern, ein Glockenspiel, welches es nur noch selten gibt.

Christoph Bonhoff liest aus dem Buch von Wilm Gülkas: "In Raesfeld und um Raesfeld herum."

Diese Sendung ist auf CD erhältlich. Anfragen richten Sie bitte an Richard Sühling.

Kennen Sie den Unterschied zwischen läuten und beiern? Nein? Dann hören Sie doch mal.
Beim Läuten schwingen die Glocken, wodurch die Klöppel anschlagen.
Beim Beiern hängen die Glocken still. Die Klöppel werden mit Seilen an Händen und Füßen befestigt und nach Art eines Glockenspiels angeschlagen.

Hörprobe zum Download


Hoch droben im Turm, da wird gebeiert

Von Hermann Tünte

Raesfeld. Im Westmünsterland ist das Läuten der Kirchenglocken am Wochenende vor den Gottesdiensten nichts Ungewöhnliches. Und auch das tägliche Angelusläuten ist eine normale, aber kaum noch in ihrem Sinn erkannte Gewohnheit. Doch es gibt auch noch einen weithin in Vergessenheit geratenen Umgang mit Glocken, das Beiern, das manuelle rhythmische Läuten einer Glocke.
Beiern - wird sich mancher fragen - was ist das? Beim Läuten wird die Glocke bewegt - früher mit den Füßen getreten oder von einem Seil gezogen, heute mit einem elektrischen Läutewerk. Beim Beiern dagegen wird nicht die Glocke bewegt, sondern nur der in der Glocke hängende Klöppel. Es ist eine besonders festliche Art des Glockenläutens, die sehr viel Kraftarbeit und auch viel Gefühl verlangt.
Im urigen Gebälk des Kirchturms von St. Martin sind sie untergebracht. 42 Stufen der Wendeltreppe und zwei steile Leitern führen hinauf in den kalten Glockenraum. Zwei der imposanten Glocken der Pfarrkirche St. Martin haben den zweiten Weltkrieg unbeschadet überlebt, ohne zu Kanonen umgeschmolzen zu werden.

30 Jahre Erfahrung mit dem Beiern in Raesfeld: Fritz Höing

30 Jahre Erfahrung mit dem Beiern in Raesfeld: Fritz Höing

Die erste weibliche "Glöcknerin" von Raesfeld: Bernadette Bonhoff (Mitte). Die alte Tradition pflegen weiterhin (v.l.): 
Stefan Meyering, Matthias Küppers, Stephan Büsken und Fritz Höing. 

Fotos: Hermann Tünte

Die erste weibliche "Glöcknerin" von Raesfeld: Bernadette Bonhoff (Mitte). Die alte Tradition pflegen weiterhin (v.l.): Stefan Meyering, Matthias Küppers, Stephan Büsken und Fritz Höing.

Stephan Büsken macht es nicht wie der Glöckner von Notre-Dame, der sich waghalsig an die Glocken hängt und sie schwingen und dröhnen lässt. Er sitzt "komfortabel" auf seinen vier Buchstaben. Die Sitzfläche ist ein krummes Holzbrett. Drei grob geknotete Stränge hält er jeweils in beiden Händen. Am rechten Fuß ist beim Beiern das Seil lose befestigt.

Stephan Büsken und Bernadette Bonhoff - sie ist die erste weibliche "Glöcknerin in Raesfeld" - haben das Glockenläuten per Hand und Fuß von Fritz Höing erlernt. Dieser wiederum schaute sich die traditionelle "Handarbeit" beim Küster Jänsken Trienen (Spangemacher) ab und hielt sie knapp 30 Jahre aufrecht, nachdem sie eine zeitlang "eingeschlafen" war. Auch der Nachwuchs ist schon in Amt und Würden. Matthias Küppers und Stefan Meyering haben die alte Kunst erlernt und "thronen" bei besonderen Anlässen im alten Kirchturm.

"Das Problem beim Beiern ist", so Stephan Büsken, "dass man es lernen muss, ohne üben zu können." Fritz Höing tat es dennoch, indem er Milchkannen zweckentfremdete, um wenigstens den Takt zu perfektionieren. Doch die klingen wohl anders, als die imposanten Glocken der Pfarrkirche St. Martin.
Durch ein Loch im Gebälk hingen früher Seile nach unten bis ins Parterre, mit denen vor der Automatisierung die Glocken geläutet wurden. Das Beiern ist heutzutage nur bei besonderen Anlässen zu hören, so auch kürzlich am Martinstag.

"Am Sunndagmorgen lüht de Kärkenglocken, dänn Klang vergätt man in sien Läwen nie, mag Anton Trienen wall dor bowwen hocken? Datt Beiern iss doch siene Melodie", hieß es zu jener Zeit, als das berühmte "Jänsken" oben saß und die Klöppel betätigte.

"So viel Taktgefühl habe ich eigentlich nicht", sinniert Stephan Büsken. Der Tradition fühlt er sich aber verpflichtet, schließlich hatte schon sein Urgroßvater ein inniges, persönliches Verhältnis zu Glocken und ihrem Klang. Auch er variierte damals beim Läuten sowohl Lautstärke als auch Geschwindigkeit.
Die "Beiersleute" in der Schlossgemeinde hoffen, dass die Menschen trotz vielerlei Art von akustischen Reizüberflutungen noch sensibel und empfindsam bleiben für den Klang der Glocken, ganz besonders dann, wenn beim nicht gerade gemütlichen Unterfangen im alten Kirchturm von St. Martin per Hand und Fuß klangvoll gebeiert wird.

Quelle: Borkener Zeitung vom 24.12.2004


Eine Linksammlung zum Thema Beiern findet man unter http://www.schuetzen-brenig.de/Bamm/links.html bzw. unter http://www.bamm.de.vu/


Sally, der Glöckner und die höhere Mathematik

Kreisen, Pendeln, Anschlagen und stundenlanges Zählen
Unterschiedliche Techniken und Traditionen in den Kirchtürmen
Ein Bericht von Peter Thomas

1934, Neujahrsnacht. Ein eisiger Wind trägt Glockenklang über die verschneiten Fen-Moore im Südosten Englands. Neun Stunden lang ist das Dröhnen der Bronzemünder über Kanälen, Deichen, Häusern zu hören. Mit Ehrgeiz und reichlich Bier sind die Männer an den Seilen am Werk, sie wollen zum Jahreswechsel einen Rekord aufstellen. Mit diesem Geschehen im sturmumtosten Turm der Kirche von Fenchurch St. Paul umrahmt Dorothy L. Sayers in ihrem Detektivroman "The Nine Tailors" den Tod eines Unbekannten. Die Leiche im Buch war zwar fiktiv. Doch mit dem, was sich in den Glockenstuben normannischer Kirchen zutrug, erzählte die Pfarrerstochter aus East Anglia von der realen Welt ihrer Kindheit.

2001, ein Sonntagmorgen. Unter dem Dach der Kirche St. Andrews in Rugby reißen acht Glocken an ihren Seilen. Nacheinander erklingen die Stimmen vom kleinen "treble" bis zum dicken "tenor", singen dann das "Gloria". Der alte Hymnus, so erklärt Glöckner John Goddard, läuft als lateinische Inschrift auf den Klangkegeln durch. Über die Dächer der Stadt ruft der bronzene Chor zum Gottesdienst. Das Läuten hallt an den Wänden der berühmten Public School wider, dröhnt bis zum Webb-Ellis-Court, dem Zentrum der in Rugby entstandenen eigenwilligen Variante des Fußballspiels. So typisch das rauhe Spiel mit dem eiförmigen Leder, so charakteristisch ist der Brauch des Wechselläutens ("Change ringing") für England. Diese lebendige britische Tradition zeichnet sich aber nicht nur durch ihr exzentrisches musikalisches Konzept aus - ungewöhnlich ist auch die Technik oben im Kirchturm.

Vier Methoden, Glocken zum Klingen zu bringen, konkurrieren in Europa, wie Günter Schneider, Diözesancampanologe des Bistums Mainz, erklärt: Die meisten sind an einem beweglichen Joch aufgehängt, dessen Achse in einem Zahnrad ausläuft. Für die kirchlichen Signale setzt ein kleiner Motor den sakralen Klangkörper in Bewegung. Beim Schwingen "küßt" der Klöppel den Bronzebecher. So heißt der Moment, in dem die beiden Pendel Glocke und Klöppel am höchsten Punkt ihrer Bahnen aufeinandertreffen und ein satter Klang entsteht. Das Joch war früher über einen einfachen Hebel mit dem Seil des Glöckners verbunden. In Deutschland gibt es mittlerweile nur noch in ein paar Kapellen Handbetrieb, Motoren haben die Kirchtürme erobert. Während der Renovierungen nach dem Zweiten Weltkrieg wurde flächendeckend von Muskelkraft auf Strom umgestellt, mittlerweile wird das Läuten sogar elektronisch gesteuert.

Die zweite gängige Technik ist das Anschlagen der Rippe von außen. Bekannt ist diese Methode vor allem durch die großen Glockenspiele Belgiens und der Niederlande. Auch Turmuhren setzen auf den klingenden Hammerschlag, um die Zeit zu verkünden. Das wohl berühmteste dieser säkularen Geläute ist "Big Ben" im englischen Parlament. In deutschen Kirchtürmen sind viele Glocken mit Hybridtechnik ausgestattet: In der Achse des Jochs schwingen sie frei, um zu Gebet und Gottesdienst zu rufen. Werden sie aber im rechten Winkel zur Pendelrichtung von den Hämmerchen der Turmuhr angeschlagen, verhalten sie sich wie starre Klangkörper. Diese beiden Techniken trennen säkulare und liturgische Tonzeichen im Kirchturm.

In Rußland dagegen klingen starr aufgehängte Bronzebecher auch in der Liturgie: Orthodoxe Mönche spielen mit Händen und Füßen auf bis zu sechs dieser Schallzylinder gleichzeitig, indem sie die Klöppel mit Seilen über Umlenkrollen in Bewegung setzen. Ein umgekehrtes Prinzip mit starr fixierten Klöppeln gibt es in Ungarn. Hier wird der klingende Metallkörper gegen die Stange in seiner Mitte geschleudert.

Mit diesen kontinentalen Läutetechniken wollen britische Glöckner nichts zu tun haben. Sie und ihre Kollegen in den ehemaligen Kolonien setzen auf Seil und Rad - gleich ob in ländlichen Kirchtürmchen oder massigen Kathedralen. Diese Techniktradition ist eng mit dem Brauch des Wechselläutens verbunden. Das Change ringing war für den Autor Ben Johnson "die Poesie der Kirchtürme". Und Günter Schneider lobt die komplizierte Kunst als "die mathematisch ausgefeilteste Art zu läuten". Doch die eigenwillige britische Technik kann sich der bischöfliche Sachverständige für deutsche Kirchtürme nicht vorstellen: An den Klang mitteleuropäischer Glocken kämen die britischen "bells" nicht heran.

Faszinierend ist die Szenerie in einer englischen Glöcknerstube trotzdem. Seit Sayers Krimi von 1934 hat sich kaum etwas verändert. Lautlos rast das dicke Seil durch die Decke der Läutekammer und wieder zurück, während zwei Stockwerke höher dröhnend die Glocken kreisen. Stumm stehen acht Menschen - vom Kind zum Rentner - im Kreis, zählen, konzentrieren sich auf das Muster und den Rhythmus des Läutens, ziehen an den pelzigen Wollgriffen der Seile, "Sally" genannt. Rundum künden an den Wänden Tafeln aus Stein und Holz von den Leistungen der Glöckner und ihrer Vorgänger - Symbole stundenlangen Zählens im Dienste von Gottes bronzener Stimme.

In vielen Gemeinden werden sonntags die komplizierten Klangmuster noch immer von Hand gewoben. Das aus dem frühen 17. Jahrhundert stammende Wechselläuten hat Konjunktur. An Instrumenten dafür mangelt es jedenfalls nicht. Im 10. Jahrhundert erging in England ein Dekret, nach dem jeder Angelsachse als Fürst angesehen wurde, der 500 Acres Land, eine Kirche und einen Glockenturm besaß. Die Normannen machten nach der Eroberung Englands mit beim christlichen Wettbau, und heute zählt das Land mehr als 5000 Kirchtürme, die zum Wechselläuten dienen können.

Beim Change ringing spielen die Glöckner keine Melodien, sondern Permutationen - komplizierte mathematische Muster, bei denen sich die Reihenfolge der Stimmen mit jedem Wechsel oder "change" (so heißt ein Durchgang, bei dem alle Glocken einmal geläutet werden) verändert. Dorothy Sayers hat diese Tradition in ihrem Kriminalroman bekanntgemacht.

Mit wie vielen Variationen oder wie vielen verschiedenen Wechseln die Glöckner spielen können, hängt von der Zahl ihrer Instrumente ab. Sind es bei drei Glocken gerade einmal sechs Wechsel, bietet der klassische wohltemperierte "Major" mit acht Stimmen bereits 40 320 Wechsel. Steht ein Programm mit mehr als 5000 Wechseln an, dürfen sich die Glöckner rühmen, einen "peal" geschafft zu haben. Das erste Langstreckenläuten in dieser Form ist aus dem Jahr 1715 überliefert. Für ihr Hobby müssen die Wechselläuter viel Zeit und Geduld aufwenden: Zeit, weil ein aufwendiger "peal" leicht mehrere Stunden dauern kann. Geduld, um die Systeme zu verinnerlichen, von denen die Reihenfolge der Stimmen in jedem Wechsel bestimmt wird.

In der Technik unterscheidet sich die anglikanische Hochkirche so deutlich von den Festlandskonfessionen wie in ihrem Umgang mit den Kirchturminstrumenten. Das Läuten per Rad und Seil weicht vom europäischen Standard bereits in der Aufhängung ab. Wo Festlandsglocken einfach pendeln, schlagen ihre englischen Verwandten volle Kreise. Das funktioniert, weil die Krone in eine Aussparung des Jochs eingelassen ist. Die geometrische Achse des Läuteradius' läuft deshalb durch die Rippe. So erhält die montierte Glocke einen hohen Schwerpunkt und läßt sich leichter bewegen. Zu der geringen Trägheit kommt der große Hebel des Rads, dessen Durchmesser größer ist als die Höhe des Metallbechers. Statt wie auf dem Kontinent schwer unter dem Joch zu hängen, drehen sich englische Glocken deshalb leicht und luftig im Kreis. Jede einzelne Umdrehung (die etwa zwei Sekunden dauert) wird allerdings an ihrem Scheitelpunkt gestoppt. Ein beweglicher Balken als Barriere ("block") erlaubt nur einen minimalen Überschlag, damit die Bronzekegel in ihre Ruheposition fallen können. Das Rad dreht sich jetzt erst wieder in die Gegenrichtung, wenn der Glöckner am Seil zieht. Das eigentliche Wechselläuten verlangt durch diese ausgefeilte Technik wenig Kraft. Die braucht es nur, wenn alle Glocken aus der Ruhephase aufgeschwungen werden. Mit der Öffnung nach oben ("mouth up") warten sie auf den nächsten Zug am Seil, der jetzt eine volle Drehung mit präzise vorhersehbarem Ton auslöst.

Experten in Mitteleuropa haben Bedenken, was die musikalische Qualität der britischen Technik betrifft. Günter Schneider schätzt die mathematische Präzision des Change ringing; musikalisch, so erklärt der Campanologe, könnten die englischen "bells" mit ihren Schwestern vom Kontinent kaum mithalten. Die britischen Glocken seien nämlich leichter, hätten eine dünnere Rippe und würden in einem schnelleren Verfahren hergestellt als die deutschen Modelle. Das rationelle Arbeiten in England sei nachvollziehbar, da die stark beanspruchten Instrumente immer wieder beschädigt würden und häufiger Ersatz beschafft werden müsse als beim simpleren Dienst auf dem Kontinent.

Ähnliche Ansätze zum Sparen gab es auch in deutschen Kirchengemeinden. Stahl als Material für Gestell und Klangkörper zu nutzen war so ein Experiment, dessen Ergebnisse heute teuer saniert werden müssen. Mittlerweile wird in den sieben deutschen Glockengießereien wieder nach der traditionellen Methode gearbeitet: "Wie in Schillers Ballade", freut sich der Campanologe. Das Ergebnis: Ein voller, reicher Klang, den britische Hersteller so nicht erreichen. Auch die Auswahl der Instrumente ist in England beschränkt. Die aufwendigen Glockenstühle mit den großen Rädern können nur bis zu zwei Tonnen tragen. Schwerere "tenors", die bis zu zehn Tonnen wiegen, werden dann doch nach europäischem Muster schwingend montiert, der Klöppel bekommt gegen das Nachklingen eine Bremsanlage verpaßt. Zum Vergleich: Die größte freischwingende Glocke der Welt ist der "Dicke Pitter" im Kölner Dom. Das in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts gegossene Original wiegt 24 Tonnen und ist nach europäischem Muster aufgehängt. Beide Systeme lassen sich jedoch nicht einfach vergleichen. Der klassischen gotischen Glocke Mitteleuropas mit ihrem süßen, obertonreichen Klang (als Inbegriff dieser Form gilt die 1497 gegossene "Gloriosa" im Dom zu Erfurt) steht in England das Gesamtkunstwerk gegenüber, in seiner komplexen Technik abgestimmt auf die kirchliche Tradition.

Die vermeintlich exotische Anmutung des Brauchs ist es, die ihn für Festlandseuropäer so interessant macht. Dabei haben die meisten Fernsehzuschauer das Change ringing schon einmal gehört: Bei großen Feiern der königlichen Familie, von Hochzeiten bis zum Staatsbegräbnis, bearbeiten die Londoner Glöckner stundenlang ihre Seile. So gibt die Kunst der Bell-ringers immer wieder ein pittoreskes Hintergrundgeräusch für Fernsehübertragungen ab.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.12.2001, Nr. 303 / Seite T1