Pressespiegel 2005

30.12.2005 Bergschäden in Klein-Bethlehem
24.12.2005 Bergschäden in Klein-Bethlehem
18.11.2005 Gedenkstein wird enthüllt
21.10.2005 Schöne Sammlung: Münzgeschichte der Deutschen Mark
01.10.2005 Geld, Gold und "Pistolen" gesucht...
21.09.2005 "Ihr letzter Flug": Tragische Geschichte
15.09.2005 Akribisch das Alltagsleben dargestellt
23.07.2005 Heimatkunde auf besondere Art
28.06.2005 Zuschuss für Restaurierung der Vorburg
18.04.2005 Zentrum und Ausstellung kommen gut weg
13.04.2005 Ausstellung Tiergarten startet erfolgreich
09.04.9005 Die Landschaft ist ganz klar der Star
09.04.2005 Der Tiergarten im Bonsai-Format
06.04.2005 Zwergengrün zeigt die Pracht der Landschaft
31.03.2005

Tiergarten im Dornröschenschlaf

29.03.2005 Holzschuhdorf
23.03.2005 Dachs und Fuchs in den Gassen
15.03.2005 Helfer sammeln weniger Müll
14.03.2005 Frühjahrsputz
10.03.2005 Informationen zu Parks und Gärten im Münsterland
09.03.2005 Einladung in Richtung Süd-Südost
05.03.2005 Suchen, suchen, suchen...
26.02.2005 Der LWL stellt seine 30 Kultureinrichtungen in einer neuen Broschüre vor
19.02.2005 Zur Synagoge nach Winterswijk
16.02.2005 Johann von Raesfeld - ein Kreuzritter
12.02.2005 Mehr Publikum als im Rathaus
11.02.2005 Ein paar Jahrhunderte zurück
03.02.2005 Maria Leister bleibt an der Spitze
31.01.2005 Allerbeste, ausgelassene Feierlaune
21.01.2005 Lauter Ideen und kein Ende
19.01.2005 Judenmord in Mogilev
17.01.2005 Wechselbeziehung zwischen Mensch und Natur
15.01.2005 "Hey Tiergarten - alles klar!?"
14.01.2005 Zentrum öffnet heute
10.01.2005 "Ein Beitrag für mehr Frieden"
10.01.2005

Dem Schrecken ein Gesicht geben

08.01.2005 Ganz simpel: "dasselbe anders"
07.01.2005 Musik von Bach bis Händel
06.01.2005 "Mi dücht, wi solln dat nich laoten"
04.01.2005 Neues über eine alte Burg
03.01.2005 Für Raesfeld nicht neu: Schuldenfrei auch 2004

Bergschäden in Klein-Betlehem

- Von Hermann Tünte

Raesfeld - . In der Pfarrkirche St. Martin herrscht hektische Betriebsamkeit. Hubert Brömmel, Richard Sühling und Martin Heyng wuchten fast mannshohe Kulissen auf den richtigen Platz, achten darauf, dass sich das richtige Bild ergibt. Denn es ist wieder einmal an der Zeit, die Weihnachtskrippe vor dem Marienaltar aufzubauen. Und während die Männer sich noch als Kulissenschieber betätigen, bereiten sich Margret Sühling und Uschi Hübers auf die Feinarbeit in und um den Stall von Betlehem vor. Die Dekoration erfordert Erfahrung und Fingerspitzengefühl, und die Figuren müssen abgestaubt werden. Kurz zuvor hatte sich der "Montagetrupp" mit Alfons Mümken, Matthias Soppenberg am Heimatmuseum getroffen. Dort werden die Kulissen auf dem Dachboden gelagert, seitdem der Heimatverein die Patenschaft für die Weihnachtskrippe vor zehn Jahren übernommen hat.

Die beiden Frauen beginnen mit der Innendekoration. Und für ein schönes Krippenbild wird natürlich viel Moos gebraucht. Das hat Richard Ostendorf besorgt. Landwirt Johannes Fasselt spendet seit Jahren die großen Weihnachtsbäume im Altarraum so manchen kleineren Baum für die Zusatzdekoration.

Die Anlieferung der Bäume und den Abtransport der "ausgedienten" Tannen, die Entsorgung von Moos, Kies, Abfall nach dem Abbau der Krippe erledigt seit Jahrzehnten die Familie Bölker. Was den Istzustand der Krippe betrifft, ist nicht mehr alles "Gold was glänzt". Das Gebirge zum Beispiel müsste dringend renoviert werden.

Seit 1929 erfreut eine von der Kunstanstalt Zehenbauer in München angefertigte Krippe die Kirchenbesucher. Der damalige Kaplan Krabbus regte vor fast 80 Jahren in Zeiten der Krisen und leerer Kassen diese Anschaffung an.

Viele halfen mit

Etwa 5000 Mark "dafür hätte man damals ein Einfamilienhaus im Rohbau erstellen können" kostete die Krippe zu kaufen. Viele Bürger spendeten damals.

Der Kirchenchor St. Cäcilia gab mit dem Chor "Frohsinn" des Gesellenvereins (heute Kolpingsfamilie) und dem Männergesangverein "Sängerlust" ein Konzert im Saal Tiegler. Der "Dramatische Club" des Gesellenvereins lud zum Theaterstück "Moders Krüss" ein, und eine große Tombola "von Handwerkern und Geschäftsleuten gesponsert" ließ die Kasse klingeln.

Die neue Krippe wurde am Josefsaltar nach festem Stellplan aufgebaut. Der Künstler brachte die einzelnen Figuren in Bezug zueinander. Zum Beispiel schaute ein Hirte hinauf zum Verkündigungsengel und die Magd auf einen Hund. Alle Figuren waren perspektivisch zur Geburtsgrotte und zum Panoramahintergrund angeordnet. Johann, Josef und später Hubert Hetkamp sorgten für den Aufbau. Seit nunmehr 30 Jahren zeichnet hierfür Schreinermeister Alfons Mümken verantwortlich.

Die Krippe steht seit Jahren nicht mehr am Josefsaltar. Beim Standortwechsel zum Marienaltar meinten Anfang der 90er Jahre Mitglieder des Organisationsteams: "Die Krippe ist in die Jahre gekommen. Fast 70 Jahre Auf- und Abbau sind nicht spurlos an ihr vorüber gegangen."

1995 übernahm der Heimatverein die "Patenschaft" über die Krippe, organisierte den Aufbau und machte wegen notwendiger Renovierungsarbeiten eine Bestandsaufnahme. "Es ist erstaunlich, wie Küster Hermann Steggerhütte es immer wieder geschafft hat, die sichtbaren Schäden durch geschicktes Anordnen von Tannen und Dekorationen zu kaschieren", so der einhellige Meinung der Krippenaufbauer. Der Panoramahintergrund aus Leinwand war nicht mehr verwendbar und auch Grotte und Felsen zeigten große Löcher. Anhand eines alten Fotos zeichnete Fritz Kügler die Skizze für ein neues Panoramabild. Dann ging es an die Arbeit. Alfons Mümken fertigte die neuen Rahmen mit Unterbauten und Platten. Jetzt galt es, die Skizze in ein acht Meter breites und 1,75 Meter hohes Panoramabild umzusetzen. In sechs Wochen mühevoller Arbeit hatte Fritz Kügler eine detailgetreu gestaltete Landschaft entstehen lassen. Auch Grotte und Felsen wurden restauriert. Einen neuen Brunnen entwarf und gestaltete Matthias Soppenberg.

Der Aufbau der Krippe erfordert immer viel Zeitaufwand. Aber: Die Heimatvereinsmitglieder haben es mal wieder geschafft.

Freitag, 30. Dezember 2005  |  Quelle: Borkener Zeitung (Raesfeld) 


Bergschäden in Klein-Betlehem

- Von Hermann Tünte

Raesfeld - . In der Pfarrkirche St. Martin herrscht hektische Betriebsamkeit. Hubert Brömmel, Richard Sühling und Martin Heyng wuchten fast mannshohe Kulissen auf den richtigen Platz " achten darauf, dass sich das richtige Bild ergibt. Denn es ist wieder einmal an der Zeit, die Weihnachtskrippe vor dem Marienaltar aufzubauen. Und während die Männer sich noch als Kulissenschieber betätigen, bereiten sich Margret Sühling und Uschi Hübers auf die Feinarbeit in und um den Stall von Betlehem vor. Die Dekoration erfordert Erfahrung und Fingerspitzengefühl, und die Figuren müssen abgestaubt werden. Kurz zuvor hatte sich der "Montagetrupp" mit Alfons Mümken, Matthias Soppenberg am Heimatmuseum getroffen. Dort werden die Kulissen auf dem Dachboden gelagert, seitdem der Heimatverein die Patenschaft für die Weihnachtskrippe vor zehn Jahren übernommen hat.

Die beiden Frauen beginnen mit der Innendekoration. Und für ein schönes Krippenbild wird natürlich viel Moos gebraucht. Das hat Richard Ostendorf besorgt. Landwirt Johannes Fasselt spendet seit Jahren die großen Weihnachtsbäume im Altarraum so manchen kleineren Baum für die Zusatzdekoration.

Die Anlieferung der Bäume und den Abtransport der "ausgedienten" Tannen, die Entsorgung von Moos, Kies, Abfall nach dem Abbau der Krippe erledigt seit Jahrzehnten die Familie Bölker. Was den Istzustand der Krippe betrifft, ist nicht mehr alles "Gold was glänzt". Das Gebirge zum Beispiel müsste dringend renoviert werden.

Seit 1929 erfreut eine von der Kunstanstalt Zehenbauer in München angefertigte Krippe die Kirchenbesucher. Der damalige Kaplan Krabbus regte vor fast 80 Jahren in Zeiten der Krisen und leerer Kassen diese Anschaffung an.

Viele halfen mit

Etwa 5000 Mark "dafür hätte man damals ein Einfamilienhaus im Rohbau erstellen können" kostete die Krippe zu kaufen. Viele Bürger spendeten damals.

Der Kirchenchor St. Cäcilia gab mit dem Chor "Frohsinn" des Gesellenvereins (heute Kolpingsfamilie) und dem Männergesangverein "Sängerlust" ein Konzert im Saal Tiegler. Der "Dramatische Club" des Gesellenvereins lud zum Theaterstück "Moders Krüss" ein, und eine große Tombola " von Handwerkern und Geschäftsleuten gesponsert " ließ die Kasse klingeln.

Die neue Krippe wurde am Josefsaltar nach festem Stellplan aufgebaut. Der Künstler brachte die einzelnen Figuren in Bezug zueinander. Zum Beispiel schaute ein Hirte hinauf zum Verkündigungsengel und die Magd auf einen Hund. Alle Figuren waren perspektivisch zur Geburtsgrotte und zum Panoramahintergrund angeordnet. Johann, Josef und später Hubert Hetkamp sorgten für den Aufbau. Seit nunmehr 30 Jahren zeichnet hierfür Schreinermeister Alfons Mümken verantwortlich.

Die Krippe steht seit Jahren nicht mehr am Josefsaltar. Beim Standortwechsel zum Marienaltar meinten Anfang der 90er Jahre Mitglieder des Organisationsteams: "Die Krippe ist in die Jahre gekommen. Fast 70 Jahre Auf- und Abbau sind nicht spurlos an ihr vorüber gegangen."

Neues Panorama

1995 übernahm der Heimatverein die "Patenschaft" über die Krippe, organisierte den Aufbau und machte wegen notwendiger Renovierungsarbeiten eine Bestandsaufnahme. "Es ist erstaunlich, wie Küster Hermann Steggerhütte es immer wieder geschafft hat, die sichtbaren Schäden durch geschicktes Anordnen von Tannen und Dekorationen zu kaschieren", so der einhellige Meinung der Krippenaufbauer. Der Panoramahintergrund aus Leinwand war nicht mehr verwendbar und auch Grotte und Felsen zeigten große Löcher. Anhand eines alten Fotos zeichnete Fritz Kügler die Skizze für ein neues Panoramabild. Dann ging es an die Arbeit. Alfons Mümken fertigte die neuen Rahmen mit Unterbauten und Platten. Jetzt galt es, die Skizze in ein acht Meter breites und 1,75 Meter hohes Panoramabild umzusetzen. In sechs Wochen mühevoller Arbeit hatte Fritz Kügler eine detailgetreu gestaltete Landschaft entstehen lassen. Auch Grotte und Felsen wurden restauriert. Einen neuen Brunnen entwarf und gestaltete Matthias Soppenberg.

Der Aufbau der Krippe erfordert immer viel Zeitaufwand. Aber: Die Heimatvereinsmitglieder haben es mal wieder geschafft.

Samstag, 24. Dezember 2005  |  Quelle: Borkener Zeitung (Raesfeld) 


Gedenkstein wird enthüllt

Marbeck / Raesfeld. Zur Erinnerung an den Flugzeugabsturz in der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943 hat der Heimatverein Raesfeld einen Gedenkstein mit den Namen der sieben jungen Besatzungsmitglieder aufgestellt. In einer kleinen Feier soll der Stein am Sonntag, 20. November 2005, um 11 Uhr an der Absturzstelle in Marbeck der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Der Gedenkstein ist einfach zu finden: Von Raesfeld an der B 70 in Richtung Borken in der Nähe des Hinweises "Rogeriushaus" rechts in den Steenkuhlenweg abbiegen, am ersten Abzweig links in den Hungerweg, ca. 50 Meter hinter der Kreuzung Hungerweg / Hessebree findet man den Gedenkstein an der ersten Grabenfurt.

18. Nov. 2005 | Quelle: Borkener Zeitung  

Schöne Sammlung: Münzgeschichte der Deutschen Mark

Raesfeld - (ht). Glänzende Silberlinge gibt es seit gestern in den Räumen der Volksbank Raesfeld im Rahmen der Ausstellung "Münzen der Bundesrepublik Deutschland" zu sehen. Eine fast vollständige Sammlung hatte Anton Rehmann dem Heimatverein Raesfeld auf dem Weg einer Schenkung übertragen (BZ berichtete). Jetzt wurde die Sammlung erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Hans-Dieter Strothmann, Leiter der Vermögensberatung in der Volksbank, erwähnte, dass ohne "Ehrengast" Anton Rehmann die Ausstellung in dieser Form nicht hätte stattfinden können. Maria Leister, Vorsitzende des Heimatvereins, wusste als Veranstalter die Räumlichkeiten für diese einmalige Präsentation zu schätzen und versprach, die Schenkung in Ehren zu halten.

Günter Kirol, Sprecher der Raesfelder Münzfreunde, unterstrich die Symbiose bei der Planung und Durchführung der Ausstellung mit dem Heimatverein und bewies bei den Münzerklärungen seine fachliche Kompetenz. In Vitrinen wird die chronologische Ansicht der erfolgten Prägungen ausgestellt.

Wenn auch noch besondere Raritäten fehlen "die Münzgeschichte aus der Zeit ab 1948 bis zur Einführung des Euros und alle weiteren numismatischen Objekte" sind nach Meinung von Günter Kirol von besonderer Bedeutung. Die Ausstellung ist für Besucher während der Geschäftszeiten der Volksbank bis Freitag, 18. November, frei zugänglich.

Die Raesfelder Münzfreunde standen am Eröffnungstag wie vor einem Jahr auch für Fragen rund um Münzen, Medaillen und Geldscheine bereit unter dem Motto: "Beraten, bestimmen, bewerten".

So begutachteten Günter Kirol und Fritz Rest gestern einige antike Geldstücke. Und so mancher Laie freute sich nach der Betrachtung, in seinem Münzbestand ein richtiges Schätzchen zu haben.

Freitag, 21. Oktober 2005  |  Quelle: Borkener Zeitung (Raesfeld)  


Geld, Gold und "Pistolen" gesucht...

Raesfeld. - "Beraten-Bestimmen-Bewerten" - so war die Veranstaltung der Münzfreunde zur Bestimmung von Münzen, Medaillen und Geldscheinen vor einem Jahr angekündigt worden. Ein reger Zuspruch nicht nur von Raesfeldern erfreute die Münzfreunde.

Deshalb werden am Donnerstag, 20. Oktober, die Münzfreunde während der Geschäftszeiten der Bank kostenlos und unverbindlich alle numismatischen Objekte begutachten.

Besonders wird Ausschau gehalten, ob eine Pistole, eine Goldmünze zu fünf Talern und einem Goldgewicht von 5,99 Gramm, zur Begutachtung vorgelegt wird. Diese Münze aus dem 18 Jahrhundert stellt schon eine Rarität dar.

In dieser Gegend war diese Münze auch als Friedrichsdor bekannt. Der Besitzer einer Pistole erhält außerdem eine Gedenkmünze als Geschenk.

Gleichzeitig wird mit dem Heimatverein die Schenkung an Münzen der Bundesrepublik ausgestellt.

Gezeigt werden Prägungen von Kurs- und Gedenkmünzen ab 1948 bis zur Einführung des Euros. In einer Vitrine wird die chronologische Ansicht der erfolgten Prägungen ausgestellt.

Samstag, 01. Oktober 2005  |  Quelle: Borkener Zeitung (Raesfeld)  


"Ihr letzter Flug": Tragische Geschichte

Raesfeld - (lie). Seine Broschüre "Ihr letzter Flug" in Deutsch und auch in Englisch hat gestern der Heimatverein Raesfeld der Öffentlichkeit vorgestellt. In dem 24 Seiten starken, teils farbigen DIN A 4-Heft haben die Heimatforscher alles zusammengetragen, was sie über den Absturz eines Lancaster-Bombers am 16. Mai 1943 in Marbeck erfahren haben.

Maria Leister, Vorsitzende des Heimatvereins, dankte vor allem Richard Sühling und Reinhard G. Nießing für die Fertigstellung der Broschüre, aber auch Adalbert Friedrich, ohne dessen Wirken das Museum heute nicht so aussehen würde, wie es sich darstellt.

Richard Sühling stellte den Inhalt der Broschüre gestern vor, und Heather Wareing, Schwester des Piloten William Astell des Fluges ED 864 "AJ-B" im Rahmen der "Operation Chastise" war ergriffen: "That's wonderful, thank you."

Astell und die anderen sechs Mitglieder der britisch-kanadischen Besatzung hatten den Tod gefunden, als der Bomber im Tiefflug einen Hochspannungsmasten bei Marbeck streifte. Das Flugzeug war so tief geflogen, um dem deutschen Radar zu entgehen. Damaliger Auftrag: Sprengung der Staudämme von Möhne, Eder und Sorpe.

Sühling war gestern erfreut, dass man mit den Verwandten der Umgekommenen heute "in Freundschaft über so etwas reden" könne. Reinhard G. Nießing, der gestern verhindert war und zunächst nur ein ramponiertes und altes Foto aus der damaligen Zeit mit moderner Technik bearbeiten sollte, berichtete der Borkener Zeitung, er sei spätestens bei der Gestaltung der Titelseite mit Herzblut dabei gewesen.

Als er die Aufnahme am Unglücksort in der Nacht machen wollte, sei er von dem Gedanken an die sieben jungen Männer seltsam berührt gewesen " und die Trauer seiner Mutter um seinen Onkel führte ihn zu folgendem: "Die Parallelen zu den menschlichen Tragödien scheinen fast deckungsgleich, wenn es um den Verlust geliebter Angehöriger geht."

Nießing weiter: "Der Respekt vor den jungen Soldaten, die letztlich unsere Freiheit mit ihrem Leben bezahlen mussten, gebührt ein ehrendes Andenken."

Die Broschüre kostet acht Euro und ist beim Heimatverein Raesfeld zu beziehen, Tel. 02865/7253.

Mittwoch, 21. September 2005  |  Quelle: Borkener Zeitung (Raesfeld)  


Akribisch das Alltagsleben dargestellt

Raesfeld - (ht). Über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten hat Ignaz Böckenhoff als Fotograf die Menschen und Zustände seines Heimatortes mit großer Hingabe porträtiert. Nicht als Reporter, sondern als Chronist. Als Böckenhoff 1994 starb, hinterließ er eine Fotoschatz von rund 80.000 Negativen (BZ berichtete).

Aus einem digitalisierten Fundus von 1400 Aufnahmen waren bereits im Jahr 2002 bei einer Gemeinschaftsveranstaltung von KAB, Kolping, CBF und Heimatverein 70 Fotos gezeigt worden. Viel zu wenig, so damals der Kommentar interessierter Raesfelder. Jetzt gab es eine Neuauflage mit 335 Böckenhoffschen Bildern.

Maria Leister, Vorsitzende des Heimatvereins, hatte mit ihrem Team einen guten Griff getan. Die Besucher im Rathaussaal schwelgten nicht nur in Erinnerungen, ja sie beteiligten sich oft mit viel Euphorie am Ratespiel: "Wer kennt hier wen und wo sind die Aufnahmen entstanden" Schmunzeleinheiten waren programmiert.

Ob bei den alten Dorfansichten, Porträts oder Familienaufnahmen, Ignaz Böckenhoff war mit seiner Kamera immer präsent. Da kam die alte Synagoge ins Bild und die alte Viehwaage bei Tiegler. Unter der Rubrik "Häuser, Fabriken und Höfe" war viel Nostalgie angesagt.

Auch das Alltagsleben in der Schlossgemeinde hat Ignaz Böckenhoff mit viel Akribie aufgespürt. Getreide wurde noch mit dem Sicht gemäht, bei der Kartoffel- und Rübenernte fehlten die Maschinen, aber eine "Städtische Müllabfuhr" Kleine-Vorholt gab es früher schon.

Milchfuhren sah man in Aktion, der Kappesmarkt lebte auf und die Holzschuhmacher bei Seier leisteten gute Arbeit. Altes Handwerk bei Schmelzer (Overhage) in der Schusterbude war zu sehen und auf dem Hamborg bei Hoffjann gab es noch eine Seilerei und den "Tauenschläger".

Und da war die Kohlenhandlung Büsken zu sehen, Wilhelm Stolbrink als Postbote, und das beliebte Schaukelpferd weckte Erinnerungen an die eigene Kindheit. Bilder von Wasch- und Wurstetagen, vom Gästebitter, von Buxen- und Melkschnieder (Schneider) wechselten mit Szenen aus der Schule, wo bei Entlassungen noch mit "Hundestoppen" geschossen wurde. Auch die Kriegszeit mit allen Facetten hat Ignaz Böckenhoff auf die Platte gebannt.

Donnerstag, 15. September 2005  |  Quelle: Borkener Zeitung (Raesfeld)  


Heimatkunde auf besondere Art

Raesfeld - (ht). Norbert Hater, Organisator von Ausflügen per pedes oder Rad, will kein Protagonist sein, sondern im Hintergrund oder abseits stehen. Das kann bei ihm aber, der ein Faible für heimatkundliche Besonderheiten und geschichtsträchtige Objekte hat, nicht funktionieren.

Die Kenntnisse des 68-jährigen Rentners lassen aufhorchen. Hater kennt im Münsterland und am Niederrhein fast jeden Weg, jedes Pättken und jede Wegkrümmung. Und alle ihm bekannten "besichtigungswürdigen" Objekte kennt er wie seine Westentasche.

Ab und an plant der rührige Raesfelder Informationstouren mit dem Heimatverein. Aber da ist auch die Kolpingsfamilie, der er sich seit frühester Jugend verbunden fühlt. Und da gibt es seit Jahren den "Nachmittagstreff" und die Dienstagabend-Radtouren während der Sommerferien.

Man muss gar nicht so weit radeln, um Kleinode zu entdecken. Was hat zum Beispiel "Lühler Heim", unweit von Marienthal, da wo die Nichtsesshaften unterkommen, nicht alles zu bieten: Eine Altenresidenz mit interessanten Werkstätten, eine sehenswerte Kirche, aber auch viel Kunst und ein Café.

Und da ist der Michael-Stift in Lembeck mit der Kapelle des bekannten Architekten Schlaun und dem Grab Engelbert Lehnerts, des Mannes, der nach dem Krieg als Einsiedler in einer Höhle im Busch gehaust hat und als "Sieben Bäußens-Kerl" (Sieben-Jacken-Mann) bekannt war. Er starb 1964.

In Nordbrook bei Dingden wurde ein Bauernhof zum Kleinod. Die Diele ist mit Kieselboden ein Original aus dem 18. Jahrhundert. Wer kennt das Pfadfinderheim an der Issel in der Nähe des Wormstalles, oder die alte Isselbrücke, nicht mehr begehbar, nur von Trägern gehalten" Im Dämmerwald findet man einen Bauernhof, der bei Hochwasser der Issel wie auf einer Hallig liegt, rundum von einem Wassersee umgeben.

Bei einem Bombenabwurf am 6. August 1940 wurde auf dem Hof Wilger im Büskerhook der Bauer Mümken-Kretier tödlich getroffen. Ein Denkmal hält das Geschehen als Erinnerung fest. Und da gibt es die "Marbecker Seenplatte" im Gebiet Sonnenhof, bestehend aus einer Vielzahl von Fischteichen und einem See, entstanden bei der Sandausspülung für den Bau der B 67 n.

Auch die Friedhofshalle in Marbeck mit ausschließlich gespendeten Fensterglas-Symbolen ist einen Abstecher wert.

Bei Bauer Nagel in Marbeck, an der Peripherie von Raesfeld, fällt eine Hoflaterne ins Auge mit einem Kreuz als christliches Symbol. Ein Kleinod ist die Go-Cart-Bahn in der Erler Heide nicht, aber sie existiert immer noch.

In Rhade gibt es nicht nur einen Kletterwald "Tarzan" lässt grüßen. Einen Steinwurf entfernt steht auch eine "Old Buffalo-Ranch" auf einem "Indian-Territory". Man kann hier Rancher und Cowboys in stilechtem Outfit erleben. Der Eigentümer wohnt neben einem eigens angelegten Begräbnisfeld in einem ehemaligen Bahnwärterhäuschen.

Auf einer dem Dämmerwald vorgelagerten Wegekreuzung mit dem Richtungshinweis Raesfeld wird man nach "Raßfeld" verwiesen. Beim Verlassen des Dämmerwaldes vor dem Forsthaus Malberg fühlt man sich augenblicklich beobachtet. Hier lacht dem Betrachter aus einer Tanne ein überdimensionales menschliches Antlitz entgegen. In Rhedebrügge entdeckt der Radler unweit der Bocholter Aa den verträumt in einem Waldstück liegenden "Cäcilienhof", ein Landheim der Bischof-Ketteler-Schule.

Samstag, 23. Juli 2005  |  Quelle: Borkener Zeitung (Raesfeld)  


Schloss Raesfeld erhält 20.000 Euro für Restaurierung der Vorburg

Die Bezirksregierung Münster stellt dem Verein zur Förderung der Bildungsarbeit auf Schloss Raesfeld 20.000 Euro für den Erhalt der denkmalgeschützten Anlage bereit. Mit dem Zuschuss, der aus dem Denkmalförderprogramm 2005 bewilligt wurde, beteiligt sich das Land Nordrhein-Westfalen an den Gesamtkosten der Renovierung in Höhe von 110.000 Euro.

Das Geld wird eingesetzt, um den Sterndeuterturm in der Vorburg der Schlossanlage zu sanieren. Die Turmhaube mit ihrer achteckigen Laterne wird überarbeitet, der Boden im Galeriegeschoss renoviert und Teile des Mauerwerks aus Sandstein werden ausgebessert. Die Arbeiten sind notwendig, um die Schönheit und Sicherheit des historischen Gebäudes zu erhalten, das wegen seiner ungewöhnlichen Bauweise als einzigartig in der westfälischen Schlösserarchitektur gilt.

Von: "Pressestelle BR Münster", <Pressestelle at bezreg-muenster.nrw.de>

Datum: 28.06.2005, 16:06   


Zentrum und Ausstellung kommen gut weg

Raesfeld - (bos). Anfänglich noch skeptisch und kritisch verfolgten die Raesfelder Bürger den Bau des Informationszentrums am Schloss. Am Samstag, eine Woche nach der offiziellen Eröffnung der Ausstellung herrschte ein reges Kommen und Gehen. Autokennzeichen aus Bochum, Essen, Coesfeld und natürlich auch aus dem Kreis Borken waren zu sehen.
"Wie finden Sie Ausstellung und Zentrum" lautete die Frage der BZ-Mitarbeiterin, und die Antworten waren durchweg positiv: "Aus museumspädagogischer Sicht sehr gut gemacht", meint Friedrich Fragemann - aus Dorsten, der rein zufällig vorbeigekommen ist. "Es ist nicht zu überladen, und es wurde auf unnötige Dinge verzichtet. Auch in der gezielten Auswahl der Exponate haben sich die Erbauer nicht vergriffen", findet der Komunalpolitiker und Lehrer. Besonders gut gefiel dem Gast das Gebäude. Es bringe den Tiergarten zum Greifen nahe.
"Ich bin völlig beeindruckt und finde es sehr toll, wie sich dieses moderne Gebäude in die Landschaft hineinfügt", kommentiert Bernd Saalfeld - , Lehrer, und hält dieses Modell für einen absoluten Clou. "Als Kind habe ich im Tiergarten öfter illegal gezeltet, und nun wird alles auf eine neue Art wieder belebt für mich", fügt der Dorstener an.
Ursula Dragon - findet das Zentrum einfach "spitze". "Die Holzkonstruktion passt sich toll in die Landschaft ein und stört das Gesamtbild von außen gar nicht. Habe es mir einfach nicht so schön vorgestellt", schwärmt die Raesfelderin, die auch die geschichtlichen Erklärungen zur Entwicklung von Schloss und Tiergarten sehr interessant findet.
Positiv für die Raesfelder Zukunft findet Dieter Willing - das Info-Zentrum. "Es ist ein Konzept, das Raesfeld repräsentiert und belebt und mit Sicherheit mehr Touristen in unsere Gemeinde lockt."
Positiv angetan ist auch Alfons Brömmel - von dem Gebäude. "Anfänglich hatte ich überhaupt keine Vorstellung und habe nur gedacht, oh Gott, was bauen die denn da hin. Aber jetzt, wo alles fertig ist, fällt das Haus gar nicht mehr auf und da sich der Wald in dem Glas spiegelt, ist alles eine Einheit", findet der Raesfelder.
Schon einige Unterrichtsstunden mit ihren Schülern der Alexanderschule hat Annette Schulz - im Info-Zentrum verbracht. "Als Lernort für das zukünftige Schulfach "Naturwissenschaften" gibt es viele Themen, die auf dem Lernplan stehen und hier vor Ort dann besser umgesetzt werden können," so Annette Schulz.
"Schöner als erwartet", oder "so schön haben wir es uns nicht vorgestellt", sind nur einige positive Meinungen, die auch Silvia Brockmann - vom Verkehrsverein an ihrem ersten Einsatztag am Samstag am Rande von den zahlreichen Besuchern hörte und nur zufriedene Gäste kommen und gehen sah..

18. April 2005 | Quelle: Borkener Zeitung   

Ausstellung Tiergarten startet erfolgreich

Raesfeld - . Die am letzten Freitag feierlich eröffnete Ausstellung im Informations- und Besucherzentrum fand bei der ersten Präsentation am Sonntag eine sehr positive Resonanz, berichtet das Verkehrsbüro. Als besondere Einladung für Raesfelder Bürger und Bürgerinnen ist der Einlass zu dieser Ausstellung, die unter dem Thema "Auftritt einer Kulturlandschaft / Renaissance-Tiergarten-Rasfeld steht, bis Sonntag, 17. April, kostenfrei. Der Trägerverein freut sich auf den Besuch.

Mittwoch, 13. April 2005  |  Quelle: Borkener Zeitung (Raesfeld)    


Der Tiergarten im Bonsai-Format

Raesfeld - (rpl). Im Mittelpunkt steht der Tiergarten. Nicht nur thematisch, sondern auch ganz konkret und greifbar: Ein etwa vier mal fünf Meter großes Miniatur-Modell des Raesfelder Schlosses mit dem angrenzenden Tiergarten ist das augenfällige Kernstück beim "Auftritt einer Kulturlandschaft " Renaissance-Tiergarten Raesfeld". Unter diesem Titel präsentiert sich die soeben fertig gestellte Dauerausstellung im neuen Besucher- und Informationszentrum, die gestern im Kreis geladener Gäste feierlich eröffnet wurde und am Sonntag erstmals der Allgemeinheit präsentiert wird.
Wie eine Bühne, so erläuterten die geistigen Väter der Ausstellung, Dr. Ulrich Herrmanns aus Münster und Prof. Jürg Steiner aus Hannover, erhebe sich die nachgebildete Tiergartenanlage im Zentrum des großen Ausstellungsraums im Obergeschoss des Besucher- und Informationszentrum. Und wie so vieles in dieser Ausstellung ein bisschen anders und außergewöhnlich ist, so auch das originalgetreue Modell: Anstelle von grün gefärbten Plastik-, Holz oder Schaumstoffminiaturen bilden lebende Zwergpflanzen die Wälder und Wiesen dieser Anlage.
Rings um diese "Bühne" laden kleine Nischen " so genannte "Kabinette" " zum tieferen Eintauchen in Geschichte, Politik und Biologie des Tiergartens ein. Hier sind unterschiedliche Wissensaspekte rund um das Thema "Kulturlandschaft" mit teilweise außergewöhnlichen Mitteln aufbereitet: Rotierende Schaukästen, auf originelle Weise bewegliche Karten und Schautafeln sowie audiovisuelle Präsentationen stehen herkömmlichen "Unter-Glas-Exponaten" gegenüber. Allen gemeinsam ist das Thema "Kulturlandschaft", also die Veränderung des natürlichen Landschaftsbildes durch den Menschen " sei es durch landwirtschaftliche oder industrielle Nutzung des Landes oder durch bewusste ästhetische Gestaltung.
Empfangen wird der Besucher der Ausstellung von dem eindrucksvollen Sandstein-Wappen des Tiergarten-Erbauers, Alexander des II von Velen (1599 bis 1675), das sich ursprünglich über dem Hauptportal der Vorburg befand. Das aus 17 Einzelteilen bestehende Monument wurde für die Ausstellung von der Akademie des Handwerks restauriert.
Zur Ausstellungseröffnung begrüßte der Vorsitzende des Trägervereins, Raimund Pingel, zahlreiche geladene Gäste, unter ihnen auch Thomas Neiss vom Landesministerium für Umwelt und Naturschutz, Hans-Dieter Collinet vom NRW-Ministerium für Städtebau, Wohnen, Kultur und Sport, der Vorstandssprecher der Sparkasse Westmünsterland, Heinrich-Georg Krumme sowie Claus Grewe, Geschäftsführer der Landsbergschen Verwaltung, die die Bedeutung dieser Ausstellung unterstrichen. Auf die besondere Verknüpfung von Natur, Heimat und Kultur, die in der Raesfelder Ausstellung in besonderem Maß deutlich werde, wies Prof. Dr. Wilfried Stichmann, Vorstandsmitglied der Nordrhein-Westfalen-Stiftung für Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege in einem Gastvortrag hin. Diese sei einer der Gründe, weshalb die Stiftung das Projekt auch finanziell gefördert habe.

Samstag, 09. April 2005 | Quelle: Borkener Zeitung (Raesfeld)   


Die Landschaft ist ganz klar der Star

Ausstellung am Tiergarten eröffnet

Von Ursel Beier

Raesfeld. Sie verdient es, ein Star zu sein: die Landschaft. Und hier ist ihre Bühne. Erfrischend licht der Raum, der sie in den Mittelpunkt stellt. Gestern wurde die Ausstellung im Besucherzentrum am Schloss Raesfeld eröffnet - und erntete reiches Lob. 90 geladene Gäste, darunter Vertreter der Landesministerien für Umwelt und Städtebau, konnten einen ersten Rundgang durch die neue Dauerausstellung "Auftritt einer Kulturlandschaft. Renaissance-Tiergarten Raesfeld" machen - und waren beeindruckt.
Sie genossen Schaustücke und originelle Ideen, die sich rund ums zentrale Tiergarten-Modell mit den lebendigen Mini-Pflanzen erschlossen. Gleich am Eingang erinnert vernehmliches Kassenklingeln daran, dass Reichsgraf Alexander II. von Velen den prächtigen Raesfelder Schlossbau - und den gesamten Tiergarten - im 17. Jahrhundert nur schaffen konnte, weil ihm der 30-jährige Krieg ein Vermögen eingebracht hatte. Die folgenden "Kabinette" setzen die Tiergartengeschichte fort, und selbst Original-Urkunden sprechen - auf Knopfdruck. Das macht Sinn, denn mit dem Lesen, etwa der gräflichen Anweisungen an Falkner ("Falkonier") und Aufseher ("Buschhüter") tun sich die Neuzeitler schwer.
 Die parkseitigen Kabinette wenden sich der heimischen Kulturlandschaft zu. Auch dabei gibt's eine Menge spielerisch zu erfahren. Und sei's der Blick aus dem Fenster in den beschaulichen Wald, zu dem auf Wunsch leise, harmonische Töne erklingen, Landschaftsmusik von Smetana oder Berlioz. Jeder gerät unweigerlich ins Nachdenken über die Landschaft und ihre Bedeutung - aber darf ruhig auch etwas träumen in diesem Ambiente. "Ich gratuliere den Gestaltern zur Umsetzung des schwierigen und keineswegs alltäglichen Themas", sagte Prof. Wilfried Stichmann, begeistert von den Ideen der Ausstellungsmacher Dr. Ulrich Hermanns und Prof. Jürg Steiner.
Stichmann vertrat als Vorstand die Nordrhein-Westfalen-Stiftung, die das Projekt mit 250 000 Euro zum Großteil finanziert hatte. Weitere 40 000 Euro brachte die Sparkassenstiftung, Kreis Borken, auf.
 In seinem Gastvortrag "Natur erleben" betonte Stichmann: "Dieses Projekt ist in Deutschland einzigartig. Die Kombination von Natur-, Heimat- und Kulturpflege kommt hier in Raesfeld in ganz besonderer Weise zum Ausdruck." Und Raimund Pingel, Vorsitzender des Trägervereins Tiergarten, war sich am Start-Tag schon sicher: "Diese Ausstellung wird bald überregionale Bedeutung haben."
 Zu den wichtigsten Besuchern werden Kinder und Jugendliche gehören, darauf ist das Naturerlebniszentrum angelegt. Entsprechend die Preisregelung: Klassen haben freien Eintritt. Ebenso alle, die am Sonntag, 10. April, kommen, weil's der erste Öffnungtag ist. Montags bleibt das Haus immer geschlossen. Ab Dienstag kostet der Eintritt zur Ausstellung dann 2 Euro für Erwachsene, 1 Euro für Kinder ab zehn. Für jüngere bleibt der Eintritt frei. So kann die dreijährige Lisa ruhig öfter ihr Lieblings-Objekt besuchen, das sie gestern schon bei einer kurzen Stippvisite am steinernen Wappen des Grafen Alexander II. ausmachte: "Guck mal, ein Engel." Den lebensgroßen Hirsch, Dachs und Fuchs hatte sie da noch gar nicht entdeckt . . .

WAZ vom 09.04.2005 / LOKALAUSGABE / DORSTEN   


Zwergengrün zeigt die Pracht der Landschaft

Tiergarten-Ausstellung im Besucherzentrum wächst

Von Ursel Beier

Raesfeld. Vier mal fünf Meter misst es und ist schon gut bewachsen mit Zwerg-Pflanzen in verschiedenem Grün. Alles echt. Die Heide fehlt noch - und ein paar andere Kleinigkeiten, dann wird das beeindruckende Tiergarten-Modell fertig sein."Ganz im Plan", wie Ausstellungsmacher Dr. Ulrich Hermanns betont, denn es sind nur noch Feinarbeiten zu leisten bis zur Eröffnung am Freitag.
Das Tiergartenmodell bildet originalgetreu die bewaldete Umgebung des Schlosses ab, einschließlich der drei Rundwanderwege. Das Schloss selbst findet sich als kleines, transparentes Gebäude wieder, ebenso wie die gegenüberliegende alte Mühle und das Forsthaus. Blaue Flächen markieren die Seen.  Die Miniatur-Natur steht im Zentrum der Ausstellung "Auftritt einer Kulturlandschaft - Renaissance-Tiergarten Raesfeld".
Im neuen Naturerlebniszentrum am Schloss wird sie nach der freitäglichen Einweihungsfeier mit geladenen Gästen am Sonntag, 10. April, 10 bis 17 Uhr, erstmals für die Allgemeinheit geöffnet. An diesem Sonntag ist der Eintritt frei.
Bis dahin werden sich nach und nach die lärchenholzumfassten "Kabinette" an den Fensterfronten füllen, die das zentrale Modell umgeben. Jedes vermittelt eine andere Facette des Themenkreises Tiergarten/Kulturlandschaft. Und das nicht nur tragend - wie das imposante Sandsteinwappen des Schloss-Erbauers Alexander II. von Velen (1599 - 1675), das den ganzen Eingangsbereich beherrscht. Oder die Aura historischer Werte verströmend - wie die fein bemalte Originaltür aus der Bauzeit. Sondern auch witzig und originell.
So offenbaren filigrane Grüngürtel - verwahrt unter gläsernen Käseglocken - die Entwicklungsgeschichte der Dingdener Heide als Beispiel für bäuerlich bewirtschaftete Landschaft. Im Gegensatz zum adlig genutzten Tiergarten, der eher Jagd, Festivitäten und Repräsentation diente.
In einem weiteren Kabinett sortiert Landschaftsökologie-Student und Ausstellungs-Aufbauhelfer Daniel Kremer zurzeit noch Funde, die 2004 im Tiergarten ausgegraben wurden - vom Eisennagel bis zum Tonpfeifenrest. Sie sollen ebenso einen Blick auf die Historie des gestalteten Adelsgartens werfen wie von einer Stimme verlesene Dokumente aus der Feder des Alexander II. höchstselbst. Da wird Landschaftsgeschichte sogar zum Klingen gebracht. Auch zum Spielen wird's was geben. Ein Schnürbodentheater, das sicher die jüngeren Gäste begeistern wird. Aber es lagert noch bei einer der Ausstatter-Firmen, die täglich an der Hagenwiese ihre Lieferwagen leeren, um die Ausstellung wachsen zu lassen - Stück für Stück.

WAZ vom 06.04.2005 / LOKALAUSGABE / DORSTEN   


Holzschuhdorf

In Abänderung seines Programms besucht der Heimatverein Raesfeld am Sonntag, 10. April, das  Holzschuhdorf Wessum. Abfahrt  ist um 14 Uhr ab Rathausparkplatz Raesfeld in Pkw-Fahrgemeinschaften.
Der Wessumer Heimatverein erwartet die Gäste im Heimathaus und gibt bei einer "Weggen-Kaffeetafel"  Informationen zur Ortsgeschichte, ergänzt durch einen Dorfrundgang. Eine Anmeldung ist bis  Dienstag, 5. April, erforderlich. Die Kosten von 8 Euro für Führung und Kaffeetafel sind bei der Anmeldung im Geschäft van Stegen, Marbecker Straße 5, zu zahlen. Der Rundgang in Alt-Westerholt wird im Juni nachgeholt.

WAZ vom 29.03.2005 / LOKALAUSGABE / DORSTEN   


Tiergarten im Dornröschenschlaf

Raesfeld - (lie). Erstmals wird ab Freitag, 8. April, in Deutschland und somit auch in Westfalen eine Dauer-Ausstellung über Gartenhistorie zu sehen sein. Zudem werden die wissenschaftlichen Ergebnisse über den Tiergarten in Raesfeld einer breiten Öffentlichkeit präsentiert.
"Auftritt einer Kulturlandschaft " Renaissance- Tiergarten Raesfeld" heißt die Ausstellung, die Prof. Jürg Steiner und Dr. Ulrich Hermanns derzeit im ersten Stock des Informations- und Besucherzentrums vorbereiten. Dass ein Tiergarten kein Zoo sei, sei heute kaum jemandem klar, meint Prof. Steiner. Im 30-jährigen Krieg seien die Tiere arg dezimiert worden, so dass sich Adelige gegenseitig Tiere geschenkt haben.
Die Ausstellung in Raesfeld zeigt, wie der Tiergarten am Schloss einmal unter Alexander II. von Velen ausgesehen hat. "Der Garten war ja in eine Art Dornröschenschlaf gefallen. Eigentlich ein Glücksfall, die Armut der nachfolgenden Besitzer", sagt Professor Steiner.
Auf der anderen Seite geht es in der Ausstellung um die Wahrnehmung von Landschaften in heutiger Zeit " eine inhaltliche Vorgabe der Nordrhein-Westfalen-Stiftung für Naturschutz, die mit der Stiftung der Sparkasse Westmünsterland Geldgeber ist.
Am Eingang passiert der Besucher eine Stahlkonstruktion mit dem so genannten Allianz-Wappen Alexander II. von Velen und seiner Frau. "Das große Steindenkmal war fast 20 Jahre lang nicht zu sehen", berichtet Dr. Ulrich Hermanns. Es sollte vor Verwitterung geschützt werden. "Ein würdiger Ausstellungsplatz", so der Münsteraner.
Der Besucher wird dann durch eine Verengung geführt, die an den 30-jährigen Krieg erinnern soll. Das "leicht beängstigende Kabinett" führt zur einer Art Renaissance-Bühne mit perspektivischer Verjüngung. Die Ausstellungsmacher haben den Charakter des Raums aufgenommen und weitergeführt. An den Seiten, in so genannten Kabinetten, sind die Ausstellungsstücke angeordnet, in der Mitte des Raumes ein Modell des Tiergartens mit richtigen Pflanzen. Präsentiert wird auch das Original der Karte des Tiergartens aus dem Jahr 1729, natürlich unter Lichtschutz. Insgesamt sind mehr als 100 Exponate zu sehen, und die Aussteller wollen den Besuchern auch "etwas zum Spielen geben", kündigt Prof. Steiner an. Peter Büning, Geschäftsführer des Trägervereins Tiergarten Schloss Raesfeld, würde sich über ehrenamtliche Kräfte freuen, die die Ausstellung betreuen.

Donnerstag, 31. März 2005 | Quelle: Borkener Zeitung (Raesfeld)   


Dachs und Fuchs in den Gassen

Tiergarten-Ausstellung: Der Aufbau läuft

Raesfeld. Dachs, Fuchs und Rothirsch harren dicht gedrängt der Dinge, die da kommen werden. Am Wandbild werkeln Tischler. Das Gartenmodell weilt noch in Lüdinghausen. Indessen kann's einer kaum erwarten, dass sich alles zum harmonischen Ganzen fügt: Prof. Jürg Steiner. "Ich bin schon ganz unruhig", bekennt der renommierte Ausstellungsgestalter und Architekt aus Wuppertal. Gemeinsam mit Dr. Ulrich Hermanns aus Münster, der die Konzeption entwickelte, organisiert er den Aufbau der Ausstellung "Auftritt einer Kulturlandschaft. Renaissance-Tiergarten Raesfeld". Sie bildet das Herzstück des neuen Naturerlebniszentrums am Schloss. In zwei Wochen soll sie fertig sein, liegt "gut im Kalender".
Eine minutiöse Suche nach passenden Exponaten ist vorausgegangen. Allein in das Großbild an der Kopfwand - es zeigt eine Tiergartenansicht mit Schloss - ist eine Deutschlandreise eingeflossen. In Stuttgart, in Hannover und Berlin wurden Probe-Exemplare für das Werk eingeholt. Am Ende machte Düsseldorf das Rennen. "Hier stimmten Qualität und Preis", erklärt Ulrich Hermanns. "Schließlich muss man gerade heute im Budget bleiben. Wir haben auch Vorbildfunktion."
Das Budget stammt zum Großteil von der Nordrhein-Westfalen-Stiftung. 250 000 Euro stellte sie bereit. Dafür haben spielfreudige Menschen reichlich Rubbel-Lose gekauft. Von einem kleinen Anteil am Verkaufspreis dieser Lose lebt die Stiftung und investiert das Geld in gemeinnützige Projekte des Natur- und Denkmal-schutzes.
"Unser Partner ist ja der gemeinnützige Trägerverein Tiergarten Schloss Raesfeld", so Winfried Raffel, Pressereferent der NRW-Stiftung. "Für dessen Ausstellung ist der Begriff Kulturlandschaft sehr wichtig. Es wird gezeigt, wie sich die Landschaft durch den Menschen verändert hat, und was man tun kann, um sie zu erhalten. Eine gute Zielsetzung in unserem Sinne, die der Vorstand der Stiftung gern gefördert hat."
Die restlichen Mittel zu den 290 000 Euro Gesamt-Ausstellungskosten brachte die Stiftung der Sparkasse Westmünsterland auf. "Dafür können wir - bis auf einen Brunnen - alles realisieren, was wir uns vorgestellt haben", freuen sich die Ausstellungsmacher.
Ihr Projekt ist eine Premiere, spannend in vieler Hinsicht. "Es zeigt nicht nur die Geschichte des Raesfelder Tiergartens, sondern bereitet erstmals auch Westfälische Gartengeschichte auf. Ein neuer Ansatz, spektakulär und ungewöhnlich", betont Hermanns.
Diesen Faden nimmt Jürg Steiner in der Ausgestaltung auf. Das Wandbild etwa ist eine "Innovation". Die Düsseldorfer Druckerei schaffte es, das dreidimensionale Tiergartenbild eines Grafikers direkt aufs Holz zu drucken. "Seit 20 Jahren sehnt man sich nach sowas", sagt Jürg Steiner.
Lärchenholz, Glas und unbearbeiteten Edelstahl setzt er als Gestaltungs-Materialien ein. Um das zentrale Tiergartenmodell mit echten Pflanzen lässt er Gassen entstehen, in denen einzelne Themenbereiche betrachtet werden.
Ein Augenmerk richtet sich zum Beispiel auf den Grafen Alexander, der den Tiergarten im 17. Jahrhundert schuf, und seine adligen Freunde. Spiele und Klanginstallationen werden die Ausstellung lebendig machen und zur Attraktion für alle Altersgruppen. Eröffnet wird sie am Freitag, 8. April.
Ursel Beier

WAZ vom 23.03.2005 / LOKALAUSGABE / DORSTEN  


Helfer sammeln weniger Müll

Aktion "Saubere Landschaft": Viele Kinder halfen beim Putz in der Natur

Raesfeld. Eine gute Beteiligung und weniger Müll als im Vorjahr: Rund 300 fleißige Helfer waren am Samstag bei der Aktion "Saubere Landschaft" dabei. Heimatverein Raesfeld und die Gemeinde organisieren diesen Frühjahrsputz in der Natur gemeinsam seit rund 25 Jahren. "Sehr erfreulich" fand Maria Leister vom Heimatverein die große Zahl der Kinder, die mithalfen, den Dreck anderer zu beseitigen.
So war die Erler Silvesterschule mit einer Klasse vertreten, von der Raesfelder Sebastianschule machten die 4 a und c mit. Viele fleißige Jungen und Mädchen waren aber auch in den Reihen der Raesfelder Volleyballer, der Burgmusikanten und der Freiwilligen Feuerwehr dabei. Neben vielen Vereinen und Gruppen, die größten stellten der Schützenverein Homer und die Feuerwehren, schlossen sich auch zahlreiche Einzelpersonen an, darunter viele Vertreter der Raesfelder Politik. Aber auch ganze Familien stellten sich in den Dienst der guten Aktion.
Vom Raesfelder Rathaus und der Erler Feuerwehr schwärmten die Helfer aus, Handschuhe und Müllsäcke stellte die Gemeinde. Am erfolgreichsten waren die Müllsammler an der Bundes- und den Durchgangsstraßen sowie an den Kreisverkehren. Dort müssten die Autofahrer abbremsen und nutzten dies, um ihren Dreck schnell aus dem Wagen zu pfeffern, vermuten die Müllsammler. Folien, kaum Dosen, aber viele Pfandflaschen hoben sie dort auf.
"Es ist aber erheblich weniger Abfall als in den Vorjahren", stellte Maria Leister klar. Der große Container an der Raesfelder Festwiese füllte sich am Samstag Nachmittag nur gut zur Hälfte. Am Erler Gerätehaus türmte sich ein kleinerer Berg blauer Müllsäcke. Für die ordnungsgemäße Entsorgung des Unrats sorgt die Gemeinde.
Und während die einen Helfer zum Abschluss der Aktion bei der Raesfelder Feuerwehr eine heiße Gulaschsuppe löffelten, waren andere noch damit beschäftigt, ihre "Beute" aus den Straßengräben von Pkw-Anhängern in den Container zu verladen. rtl

WAZ vom 15.03.2005 / LOKALAUSGABE / DORSTEN   


Frühjahrsputz

Raesfeld - (ht). Am Samstag streiften sie durch die Landschaft: Männer, Frauen, Jugendliche und Kinder. Ihr Ziel: Die Umgebung von Unrat zu befreien. Aktion "Saubere Landschaft" hieß das Stichwort, das diesmal etwa 270 freiwillige Helfer auf die Beine brachte.

Angenehm überrascht zeigten sich Landschaftswart Friedrich Rest und Maria Leister vom Heimatverein, die den Einsatz in den Bezirken koordinierten. Bei nicht freundlicher Witterung und leichtem Schneefall zuvor waren Mitglieder von 18 Vereinen aus Raesfeld, Erle und Homer und drei Schulklassen der Silvester- und Sebastianschule im Einsatz. Die Feuerwehr verstärkt seit Jahren mit rund 25 Nachwuchskräften die Homeraner Einsatztruppe. "Es ist erschreckend, was alles weggeworfen wird", so ein Homeraner, der sich seit Jahren an der Aktion beteiligt. Flaschen aller Art, Dosen, Fahrräder, Reifen, aber auch Bretter, Toilettenschüsseln, Motorradverkleidungen und Pakete mit Werbematerial fanden die "Saubermänner".

"Die Tatsache, dass Schadstoffmobil und Bauhof Problemmüll und ausgediente Gegenstände annehmen und das Dosenpfand greift, hat dazu beigetragen, dass nicht mehr so viel Müll in Wald und Flur landet", befand Landschaftswart Rest und unterstrich die Förderung des Umweltbewusstseins " besonders bei Kindern. Gegen Mittag hatten die Teilnehmer ihr Soll erfüllt und trafen sich auf Einladung der Gemeinde zum Plausch bei Gulaschsuppe und Getränken im Feuerwehrgerätehaus. 400 Brötchen hatte ein Bio-Bäcker gestiftet.

Montag, 14. März 2005  |  Quelle: Borkener Zeitung (Raesfeld)   


LWL stellt Datenbank mit umfassenden Informationen zu Parks und Gärten im Münsterland und Ostwestfalen-Lippe ins Internet

Wer sich für Gärten und Parks im Münsterland interessiert, hat seit Donnerstag (10.03.) noch bessere Möglichkeiten zu recherchieren: Unter der Adresse www.landschafts-und-baukultur.de präsentierte der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) mit der Internet-Datenbank "Parks+Gärten links und rechts der Ems" den Schlussstein zu seinem gleichnamigen Regionale-Projekt. Nachdem die LWL-Gartenexperten im April des Regionale-Jahres 2004 schon die beiden Bücher des Projektes, einen Reiseführer und einen Bildband veröffentlicht haben.

"Ziel des Projektes war immer eine umfangreiche Dokumentation aller bedeutender Gärten der Stadt Münster sowie der Kreise Steinfurt und Warendorf. In den Büchern konnten wir aus Platzgründen nur einige herausragende Beispiele zeigen. Aber auch über andere Anlagen gibt es interessantes Material, das wir jetzt über das Internet für jedermann zugänglich gemacht haben", so erklärt Udo Woltering, der Leiter des Projektes.

Die Datenbank liefert dabei nicht nur Texte zur Gartengeschichte der 134 dargestellten Anlagen, sondern vermittelt anhand von aktuellen und historischen Fotografien und Kartenausschnitten einen umfassenden Eindruck. Daneben gibt es auch Gemälde, Stiche sowie alte Planungsunterlagen zu entdecken. Gleichzeitig online gegangen ist das Vorgängerprojekt "Garten_Landschaft OstWestfalenLippe", das im Rahmen der Regionale 2000 entstanden ist. Die Dokumentation zu 196 Anlagen dieser Region war bisher nur als CD-ROM erhältlich, wurde jetzt aber auch mit ins Internet gestellt.

INFO: Zu entdecken gibt es dies alles unter der Adresse des Westfälischen Amtes für Landschafts- und Baukultur: www.landschafts-und-baukultur.de.

Von: "LWL-Pressestelle", <presse@lwl.org> Datum: 10.03.2005, 14:00   


Einladung in Richtung Süd-Südost

Raesfeld - (ht). Der Lärmpegel in der Naturwerkstatt des Informations- und Besucherzentrums im Tiergarten ging bis an die Schmerzgrenze. Doch das war nicht etwa Frust, den die 22 Kinder der Klasse 5b von der Alexanderschule nach dem Wochenende abladen wollten, sondern der Krach und die Lautstärke machte den Mädchen und Jungen sichtlich Spaß und bereitete Vergnügen.
Warum das lautstarke Hämmern und Klopfen am frühen Montagmorgen" Peter Grömping, Geschäftsführer des Trägervereins Tiergarten, hatte zum zweiten Mal Kinder in die Naturwerkstatt eingeladen, wo über 50 Präparate des hei-mischen Waldes in einer Vitrine untergebracht sind und wo im angrenzenden Tiergarten der "Lernort Natur" praxisnah vermittelt werden kann.
Annette Schulz, Fachlehrerin für Biologie, nutzte mit den Kindern die Gelegenheit zur Information über die heimische Vogelwelt. Und nicht nur das. Hans-Wilhelm Grömping, Waldpädagoge für das Schulamt im Tierpark Anholter Schweiz, bot in Kooperation mit Forstwirt Carsten Wiethold, Betreuer des Raesfelder Tiergartens, ein praxisnahes Arbeitsprogramm.
22 Meisenkästen, als Bausätze vorgefertigt, wurden am Montag in Rekordzeiten zusammen gezimmert und anschließend aufgehängt. Doch nicht alle im Tiergar-ten, sondern sieben "Miet-wohnungen" für Vögel werden zur Anschauung in der Schule zu besichtigen sein. Die Kästen sind alle nummeriert und den Kindern zugeordnet, denn die Jungen und Mädchen tragen für ihr eigens gefertigtes Produkt zukünftig auch Verantwortung.
Neben der Wartung und Pflege steht jetzt die jährliche Reinigung der Nistkästen auf der Agenda für die Schulkinder. Doch auch das machen die Kids gerne, wie Jens Overkämping, Kevin Bußkamp, Romina Meyer und Daniela Heyng unisono bei der Nistkästenbauaktion versicherten. Das Hämmern und Nageln mit dem großen Hammer machte Marius Strock, Marc-Kevin Henker und Jonas Schulte Greving besonders viel Freude.
In gut zehn Minuten hatten sie als schnellste Vogelhausbauer den Bausatz Meisenkasten unter fachkundiger Anleitung und mit Bauplan zu einer zweckdienlichen und idealen Niststätte für heimische Vögel hergerichtet. Waldpädagoge Hans-Wilhelm Grömping hatte vorher verständlich erklärt, welche Vögel in freier Natur ihre Brutstätte haben und wie Höhlenbrüter für den Nachwuchs sorgen.
Beim Aufhängen der Nistkästen wurde darauf geachtet, dass das Flugloch nach Süd-Südost zeigt und der Kasten in einer Höhe von zwei bis drei Metern angebracht wird. Denn darauf kommt es an.

Mittwoch, 09. März 2005 | Quelle: Borkener Zeitung (Raesfeld)   


Suchen, suchen, suchen...

Heimat-Archiv macht Arbeit

Raesfeld (lie). Mit den Zeitungen aus vergangenen Tagen beschäftigen sich derzeit Margret Sühling und Adalbert Friedrich vom Raesfelder Heimatverein. Seit zwei bis drei Jahren bereits sind die Beiden damit zweimal in der Woche beschäftigt, das Archiv auf Vordermann zu bringen.
"Es war Sucherei", sagt Adalbert Friedrich. Seit einigen Wochen herrsche bei den gesammelten Zeitungen endlich Ordnung. "Dabei sind die Kirchenzeitungen noch gar nicht sortiert", weist Margret Sühling auf kommende Arbeiten hin.
Bei den Zeitungen, die früher nur zweimal in der Woche erschienen, haben sich die beiden Ehrenamtlichen den letzten Stapel vorgenommen. Einige der alten Schätzchen waren dabei, die reizten unweigerlich zum Lesen. Zum Beispiel über Raves Dampfmühle, die die 1866 etwas zu lesen war, oder über die "Befreiung" des Ruhrgebietes und eines Teils des Münsterlandes 1925. Morgen- und Abendausgabe eines Exemplars der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung aus dem Jahr 1890 sind im Archiv des Heimatvereins ebenso zu finden wie der Abdruck des Bauplans für den Bahnhof Essen-West aus dem Jahr 1907 / 1908, den man dem dortigen Archivar zuschickte. "Der war ganz glücklich", erinnert sich Margret Sühling.
Auch die National-Zeitung aus dem Jahr 1934 für den NSdAP-Gau Westfalen-Nord oder die SA-Zeitung "Der SA-Mann" aus dem Jahr 1938 sind archiviert worden, wenn Raesfeld betroffen war. "Immer wieder Hetze gegen die Juden, und die Tschechen wurden als feige dargestellt", fasst Friedrich zusammen.
Nicht nur die Zeitungen werden neu registriert, auch auf eine Menge Fachbücher und 1.500 Dias mit Beschreibung sowie mindestens 500 Bücher heimatkundlicher Literatur sind Sühling und Friedrich stolz.
Auf dem Dachboden des Heimatmuseums sind einige Uniformen in Vitrinen untergebracht, zum Beispiel eine Paradeuniform für Friedenszeiten. Mit ihr seien Rekruten zu erkennen gewesen, die dann von den anderen Soldaten aufgezogen worden seien, berichtet Friedrich. Ferner ist eine englische Uniform ausgestellt sowie weitere Utensilien, wie etwa ein sogenannter Volkov-Knüppel, Orden und Koppelschloss.
In den selbstgebauten Vitrinen liegen aber auch eine Sonnenuhr aus dem Jahr 1620, Kacheln und Keramik, eine wohlgeordnete Sammlung geologischer Funde. Nicht geordnete Bücher und Zeitschriften sind ebenso zu katalogisieren wie Akten. Säuberlich dagegen ist die Kartei mit Daten von 442 Zwangsarbeitern oder ein Ordner mit Schulverordnungen zwischen 1939 und 1945. Und auch auf den Stammbaum "derer von Raesfeld" mit 560 Namen ist Adalbert Friedrich stolz. "Das war eine Mordsarbeit."
Messtischblätter und Karten, großformatige Fotos und eine Ehrentafel der Gemeinde Erle sowie wertvolle Dinge im Panzerschrank, wie Originalurkunden mit Siegeln, aber auch ein Karton mit Scherben aus der mittelalterlichen Burganlage Kretier (mit hohem Anschauungswert, aber keinem hohen finanziellen Wert) - all das wird noch ordentlich aufgearbeitet. Eine Menge Arbeit.

Samstag, 5. März 2005  |  Quelle: Borkener Zeitung (Raesfeld)  


Museen, Kommissionen und Ämter:

Der LWL stellt seine 30 Kultureinrichtungen in einer neuen Broschüre vor

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat jetzt die kostenlose 80-seitige Broschüre "Die LWL-Kulturpflege", herausgegeben, die die Kulturdienste, Einrichtungen zur Landeskundlichen Forschung und Landesmuseen des LWL vorstellt und dokumentiert, wie der LWL mit seinen Kultureinrichtungen in der Region verankert ist.

"Zu den kulturellen Angeboten des LWL gehören nicht nur seine 17 Museen, sondern auch zahlreiche Ämter, wissenschaftliche Institute und Kommissionen. Dieses Netzwerk ist in der Kulturlandschaft der Bundesrepublik Deutschland einzigartig. Um Kulturinteressierten deutlich zu machen, in welchen Bereichen der LWL ihnen verschiedene Angebote macht, haben wir die neue Broschüre entwickelt", so LWL-Kulturdezernent Prof. Dr. Karl Teppe.
Das reich bebilderte Heft stellt die rund 30 LWL-Kultureinrichtungen auf je zwei Seiten vor. Dabei erläutert sie nicht nur die Arbeitsschwerpunkte, im Serviceteil findet man auch Telefonnummern, Anschriften und Anfahrtsskizzen. "Dieser Überblick macht deutlich, dass der LWL maßgeblich dazu beigetragen hat, dass in Westfalen-Lippe eine unverwechselbare Kulturlandschaft von hohem Reiz entstanden ist. Unsere verschiedenen Einrichtungen helfen mit, das kulturelle Erbe der Region zu sammeln, zu bewahren und zu vermitteln", betont Teppe.
Für verschiedene Nutzergruppen wie Schüler, Heimatforscher oder Kulturreisende leichtverständlich aufbereitet hat der LWL viele Informationen im Internet bereitgestellt. Zu diesen Angeboten gehören der Kulturatlas Westfalen (www.kulturatlas-westfalen.de), der mit mehreren tausend Einträgen die kulturellen Angebote aller westfälischen Städte und Gemeinden vorstellt, die Seite "Aufbruch in die Moderne: Geschichte im Internet" (www.aufbruch-in-die-moderne.de), die einen reichen Fundus an Materialien aus der Umbruchzeit um 1800 zur Verfügung stellt, das Internet-Portal "Westfälische Geschichte" (www.westfaelische-geschichte.de), mit dem man tief in die westfälische Geschichte eintauchen kann und das aufbereitetes Unterrichtsmaterial anbietet. Außerdem hat der LWL ein großes Bildarchiv (www.bildarchiv-westfalen.de), das Westfälische Autorenlexikon (www.literaturkommission.de), die Findbücher des Archivamtes (www.westfaelisches-archivamt.de) und das Kulturlandschaftskataster (www.landschafts-und-baukultur.de) ins Internet gestellt.

INFO: Die Broschüre "Die LWL-Kulturpflege. Das kulturelle Netzwerk für Westfalen-Lippe" können Interessierte kostenlos bestellen unter Telefon 0251 591-5599 oder per Mail unter der Adresse kultur@lwl.org.   


Zur Synagoge nach Winterswijk

Raesfeld. Für den Besuch der Synagoge in Winterswijk (NL) am Sonntag, 13. März 2005, ist für Mitglieder des Heimatvereins Abfahrt ab Rathausparkplatz um 13:00 Uhr in Fahrgemeinschaften. Dr. Willem Voorink, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Winterswijk, wird die Raesfelder durch das alte Gotteshaus führen. Wahrscheinlich wird auch Miriam Schwarz, deren Vorfahren in Raesfeld wohnten, anwesend sein. Nach dem Besuch ist eine Kaffeetafel im Café de Gulevaart geplant. Für diese Veranstaltung ist eine Anmeldung erforderlich. Sie kann im Geschäft van Stegen, Marbecker Straße, bis zum 5. März erfolgen. Für Führung und Kaffeetafel betragen die Kosten 10 €, die bei der Anmeldung zu zahlen sind.

Samstag, 19. Februar 2005  |  Quelle: Borkener Zeitung (Raesfeld)   


Johann von Raesfeld - ein Kreuzritter

Raesfeld (pd). Bereits im Jahr 2003 bekamen die Münzfreunde vom Heimatforscher Adalbert Friedrich einen Hinweis, dass möglicherweise im Ort Münzen geprägt wurden.
Aus dem Staatsarchiv Münster lag ein Dokument vor, das aussagte, dass ein Johann von Raesfeld (1375-1443) vom Kaiser Sigismund das Recht erhielt "Munte halten mochten". Er erhielt also das Recht, Münzen zu prägen.
Grund dieser Auszeichnung war, dass dieser Johann als ein treuer Vasall seines Kaisers sich mutig und tapfer an einem Kreuzzug beteiligte. Schnell klärten die Münzfreunde, dass eine Prägung wegen der fehlenden Voraussetzungen wie Münzmeister, Edelmetall, Münzwerkstatt und der Mittellosigkeit des Raesfelders nie erfolgt war. Somit wurde der Eintrag in die numismatische Weltliteratur verpasst.
Schwierig waren die Nachforschungen aber zu dem Punkt, wann sich Johann als Kreuzritter beteiligt hatte. Dazu richteten die Raesfelder auch eine Anfrage an die Universität Freiburg, Sektion Geschichte.
Kaiser Sigismund führte 1396 seinen ersten Kreuzzug gegen die Osmanen. Diesen verlor er bei Nikopolis - seine Ritter waren da aber überwiegen aus Frankreich und Ungarn. Obwohl Kaiser Sigismund dem böhmischen Reformator Hus zum Konzil nach Konstanz freies Geleit zusagte, wurde er inhaftiert und 1415 verbrannt. Die darauf folgenden Hussitenkriege von 1420 bis 1434 wurden von Kreuzzugsheeren des Kaiser und Papst geführt.
Johann von Raesfeld war 1420/21 mit immerhin schon 45 Jahren als Kreuzritter dabei. Dieser Teil der Heimatgeschichte kann für die Münzfreunde aus der Schlossgemeinde als abgeschlossen gelten - Goldgulden, Groschen, Hohlpfennige oder Heller wurden nie in Raesfeld geprägt.

Mittwoch, 16. Februar 2005  |  Quelle: Borkener Zeitung (Raesfeld)   


Mehr Publikum als im Rathaus

Raesfeld (era). Seit vier Wochen sind sie täglich vor Ort: Dagmar Breil und Birgit Lensing vom Raesfelder Verkehrsverein haben sich mittlerweile in ihrem neuen Domizil im Eingangsbereich des Besucherzentrums am Tiergarten eingelebt. "Der Anfang war schon gewöhnungsbedürftig", erzählt Dagmar Breil, die mit ihrer Kollegin vom Rathaus an den Waldrand umzog. Eines ist deutlich anders: "Hier haben wir mehr Publikumsverkehr", betont Birgit Lensing. Ein Effekt, der von Anfang an geplant und gewollt war. Im wesentlichen hat sich das Arbeitsgebiet der beiden nicht geändert, allerdings sind sie nun auch Ansprechpartner vor Ort, wenn es um den Naturpark Hohe Mark geht. Der Verein hat seinen Sitz ebenfalls ins neue Zentrum verlegt, will näher an den Menschen sein.
Die verlangen nach Prospektmaterial, Tipps, haben Buchungsanfragen oder sind einfach nur neugierig, was der Glaskubus von innen bietet. "Die Stimmen sind ganz unterschiedlich", betont Dagmar Breil. Der größere Teil äußere sich aber positiv, unterstreicht die Kollegin und meint: "Zwei Drittel pro, ein Drittel kontra."
Noch ist nicht alles komplett eingerichtet, etwas Blumenschmuck fehle noch, auch zwei Regale für weiteres Infomaterial würden noch aufgestellt. Den zwei Mitarbeiterinnen gefällts aber schon gut. "Wer hat schon einen solchen Ausblick am Arbeitsplatz?", freut sich Dagmar Breil schon darauf, wenn es in einigen Wochen anfängt zu grünen. Nur an die "Abgeschiedenheit" müssen sie sich die beiden Frauen noch etwas gewöhnen. "Das tägliche Hallo und der Small Talk mit den Kollegen, das fehlt", meint Dagmar Breil. "Da bleibt uns jetzt nur das Telefon und der E-mail-Kontakt", betont Birgit Lensing.
Doch so ganz allein sind sie natürlich nicht. Trägervereins- und Naturpark-Geschäftsführer Peter Büning ist auch sehr oft im Haus. "Wir arbeiten im Team", meinen die Verkehrsbüro-Frauen unisono. Sie haben neben Bünings Büro im hinteren Trakt des Zentrums noch zwei Arbeitsplätze. Möglichkeit, sich für längere Konzept- oder Schreibarbeiten zurück zu ziehen.
Zu den Rennern im touristischen Angebot gehört nach wie vor das Ritteressen im Schloss. Insbesondere die Herbsttermine seien sehr begehrt, so die Tourismusexpertinnen. Auch über die eventuelle Aufnahme neuer Produkte werde zurzeit diskutiert. 
Das Verkehrsbüro ist geöffnet: montags bis freitags von 9.30 bis 12.30 Uhr und 13.30 bis 16.30 Uhr. Von November bis März am Wochenende jeweils von 13.30 bis 16.30 Uhr. Von April bis Oktober: samstags von 13.30 bis 17 Uhr, sonntags 11 bis 17 Uhr. Telefon: 02861/60910, Fax: 609129, e-mail: vvr@raesfeld.de.

Samstag, 12. Februar 2005 | Quelle: Borkener Zeitung (Raesfeld)   


Ein paar Jahrhunderte zurück

Raesfeld (era). Die "Tafeley im Rittersaal" hat im touristischen Programm Raesfelds seit Jahren ihren festen Platz. Wer die Tischsitten der Ritter und deren Speiseplan einmal kennenlernen möchte, sollte sich den 12. März vormerken. An diesem Samstag lädt der Verkehrsverein wieder zum Mahl nach Ritterart ab 19.30 Uhr ein. Die Speisenkarte ist - verglichen mit der heutigen (Multikulti)-Küche - "exotisch". Honigwein aus dem Horn oder "Gewirztes stehnbrodt unt vil guet gruibenschmalz" sowie "Flügel von der indianischen henn in wirzkreyter gesoten und surekrut" sind nur ein paar der Leckereien, die serviert werden.
Aber nicht nur der Gaumen wird an diesem Abend bedient. In den historischen Räumen geben sich auch Künstler mit Darbietungen von anno dazumal ein illustres Stelldichein. Gleich zu Beginn erklingen die Fanfaren, und ihr klarer heller Klang wird auch die dicken Schlossmauern durchdringen. Fahrende Musikanten spielen auf. Krummhörner, Leier, Dudelsack, Rauschpfeifen, Pommern und Gemshörner lassen manches Lied erschallen. Auch mit Gaukelei und Zauberei werde nicht gespart, versprechen die Veranstalter.
e Mehr Informationen und Buchungen beim Verkehrsverein Raesfeld im Informations- und Besucherzentrum am Tiergarten, Telefon 02865/60910, oder per Fax: 02865/609129.

Freitag, 11. Februar 2005 | Quelle: Borkener Zeitung (Raesfeld)    


Maria Leister bleibt an der Spitze

Raesfeld (era). Keine Frage - Maria Leister muss es weiter machen. Dieser einhellige Tenor aus dem Plenum hätte eine formelle Wahl im Grunde genommen überflüssig gemacht. Aber: Wat mutt, dat mutt - das gilt auch für den Heimatverein Raesfeld, an dessen Spitze Maria Leister nun schon seit zwölf Jahren steht. Für eine Amtsperiode wolle sie es noch tun, merkte sie an, mit dem Hinweis nicht den Amtszeitrekord von Adalbert Friedrich brechen zu wollen. Dafür erntete sie ein "Bis dahin ist ja noch lange" aus den eigenen Reihen. Ebenso im Amt bestätigt wurden am Dienstagabend im Museum erste Kassiererin Marlies Müller, erste Schriftführerin Margret Sühling sowie der erste Beisitzer, Heinrich Grömping.
Maria Leister blickte für den Gesamtverein (derzeit 167 Mitglieder) auf das Jahr 2004 zurück, in dem die Aktivitäten rund um die Revitalisierung des Tiergartens inklusive der Arbeiten an der Wellbrockquelle zu den Höhepunkten gehörten. Ebenso hob sie den Mundartabend, den Schnadgang mit den Brünener und Havelicher Heimatfreunden, die neuen Bänke am Pölleken und natürlich den ersten Ehrenbürger der Gemeinde, Heimatvereinsmitglied Adalbert Friedrich, hervor. Der möchte seine Aufgaben im Museumsbereich jetzt abgeben. Nach einer Übergangslösung könnte diese Aufgabe Hubert Nattefort übernehmen.
Maria Großwendt zog Bilanz der Wandergruppe, die im vergangenen Jahr 7077 Kilometer mit 286 Wanderern zurückgelegt hat. "Nun fehlen uns nur noch 6932 Kilometer an unserer vierten Erdumrundung", blickte Großwendt hoffnungsvoll in die nähere Zukunft, dass das Ziel vielleicht schon in 2005 erreicht werden könne.
In Vertretung für Siegfried Stamm berichtete Harald Hildebrand aus der Abteilung Natur- und Vogelschutz: Unter anderem mit der Silvesterschule hat der Verein ein Projekt erarbeit. Auch die Teilnahme am Kappesmarkt sei wieder außerordentlich erfolgreich gewesen, bilanzierte Hildebrand.
In den 20 Jahren seines Bestehens haben knapp 40.000 Besucher den Weg ins Museum am Schloss gefunden, rechnete Adalbert Friedrich vor, der im vergangenen Jahr 505 Besucher auf "Gruppenkarte" und 757 Einzelbesucher registrierte. Darunter waren auch ausländische Gäste aus Belgien, England und Kanada.
Die Versammlung beschloss, die geplante Fahrt nach Dömitz wegen zu geringem Interesse ausfallen zu lassen. "Das finde ich persönlich sehr schade, weil es auch unsere Partnerstadt ist", resümierte die wiedergewählte Vorsitzende.
Der Verein ehrte für ihre 25-jährige Mitgliedschaft Harald Hildebrand, Udo Rößing und Michael Schumann. Der stellvertretende Kreisheimatpfleger Alois Mensing nahm an der Sitzung teil und lud alle zum Kreisheimattag am 23. April in Schöppingen ein.

Donnerstag, 03. Februar 2005 | Quelle: Borkener Zeitung (Raesfeld)   


Allerbeste, ausgelassene Feierlaune

Raesfeld (geg). Das wichtigste für die Karnevalsbegeisterten, die die Prunksitzung noch vor sich haben, vorweg: Beim RCV in Raesfeld ist alles beim Alten. Oder vielleicht doch nicht so ganz. Von Jahr zu Jahr fühlen sich mehr Menschen berufen - ob Mann oder Frau, ob jung oder alt - aktiv an den beiden Prunksitzungen im Festzelt am St. Michael teilzunehmen. Die Folge: Jedes Jahr, so auch dieses Jahr, überraschen neue Gesichter auf der Bühne, der Anteil der "eingekauften Stars" nimmt stetig ab. Aber es sind nicht nur die Stars auf der Bühne, die es zu bewundern gilt, sondern auch diejenigen, die im Hintergrund wirken. Für alle sei zum Beispiel Afra Pass genannt, die in diesem Jahr die Uniformen für die neue Tanzgarde genäht hat. "Ohne solche Leute könnten wir nicht existieren", bedankte sich der Sitzungspräsident Andreas&hairsp; Hüppe. Eines mutete jedoch recht sonderbar an: Hüppe schmückte sich mit einem rot-weißen Schal. "Hat er den Fußballverein gewechselt?", hörte man die Narren im Zelt fragen. Nein, er trug den RCV-Schal, der am Rosenmontag vor Kälte schützen soll und deshalb zum Verkauf angeboten wird.
Eine bunte Mischung von Tanz, Musik und Sketchen versetzte das Publikum im Zelt für fünf Stunden in allerbeste, ausgelassene Feierlaune. Wobei sich auch die temperamentvollen Tollitäten Prinz Stephan I und Prinzessin Margret II aktiv in das Programm einbrachten. Es hielt die beiden nicht an der festlich geschmückten Tafel des Elferrates. Der Seitenhieb der Kasaklünter, "Prinz Stephan sei eine Schlafmütze", konnte damit gleich vom Tisch gefegt werden. Ein absolutes Muss im närrischen RCV-Programm: die Büttkanonen Herbert Hüning und Reinhard Terbeck. Während Hüning als Botschaft des Abends verkündete "Männer ab 50 haben es doch richtig schwer", begab sich Reinhard Terbeck mit seinem unverkennbarem "Hör doch auf, Mann" fröhlich auf seine "Tour de Chance", wobei er "offene Dekolletees bei den Damen im Saal wohlwollend bemerkte", das ließ er aus der Bütt verlauten. Was das Publikum davon hielt, dass er sich zur Ruhe setzten möchte, bekam er zu hören. Apropos Ruhestand. Was Rentner im Ruhestand alles so bemerken, präsentierten die "Kasaklünter", ebenfalls Newcomer auf der Bühne mit Jans Nölleken, dem Kappesheini, dem Zeitungsfritzen und dem Martin auf der Bühne. "Andreas liebt jetzt Heike, Erle bekommt kein Schloss, sondern eine Ranch und Udo Rößing hat sich sein Denkmal im Tiergarten gesetzt", verkündeten die vier.

Montag, 31. Januar 2005 | Quelle: Borkener Zeitung (Raesfeld)    


Lauter Ideen und kein Ende

Raesfeld - "Der Gedanke muss überspringen, dann ist jede Aktion zum Erfolg verurteilt" " wer so redet, dem muss schon einiges geglückt sein.
Ohne Zweifel hat Heinz Bröker bereits einige Coups gelandet. Kappesmarkt, Adventsmarkt, Biergartenfest oder Sommernachtsmarkt, um nur einige der bekanntesten Raesfelder Veranstaltungen zu nennen, die die Schlossgemeinde weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt machen. Sie alle wurden im Hause Bröker ausgetüftelt und gemeinsam mit Werbegemeinschaft, Verkehrsverein und Gemeinde umgesetzt. So viel Engagement gehört gewürdigt, befand der RRZ und verleiht Heinz Bröker für seinen ehrenamtlichen Einsatz beim Prinzenfrühschoppen am 6. Februar die Meritenmedaille.
Heimatkalender: 1967 zog es den gebürtigen Ramsdorfer nach Raesfeld. Er schloss sich der Chorgemeinschaft an, war bald im Vorstand des Karneval aktiv. Eine seiner frühen Ideen war der Heimatkalender, den er mit seinem "väterlichen Freund", Heimatforscher Adalbert Friedrich, herausgab, um die Kasse der Chorgemeinschaft aufzubessern. Die Idee kam an, im nächsten Jahr steht mit der 25. Auflage ein Jubiläum an. Als er 1984 Vorsitzender des Verkehrsvereins wurde, fingen die Ideen erst richtig an zu sprudeln. "Raesfeld hat doch mehr als ein Schloss zu bieten", fand Bröker. Er wälzte alte Bücher über den Ort, stieß auf den Kappesmarkt. 1985 ließ er den Brauch wieder aufleben. "Das ist sofort eingeschlagen bei der Bevölkerung und den Besuchern", bilanziert er, und man merkt ihm an, dass ihn das heut noch freut. Eines der größten Highlights aber war für ihn die 1100-Jahr-Feier mit großem Dorffest und historischem Handwerkermarkt.
Auch nachdem er 1991 den Vorsitz im Verkehrsverein aus beruflichen Gründen - Bröker war Verkaufsleiter bei einem großen Knabberartikel-Hersteller - abgegeben hatte, dachte und machte er weiter für seinen Heimatort. "Die Raesfelder Bürger und auch die Geschäftsleute nehmen alles immer sehr gut an", freut sich Bröker auf die meist riesige Resonanz.
Dies gilt nicht nur für den Bauernmarkt in Erle (seit 1992), Biergartenfest (1995) und den Adventsmarkt am Schloss (1996), sondern auch für sein jüngstes Event: Der erste Sommernachtsmarkt im vergangenen Jahr lief bestens, eine Fortsetzung ist fest eingeplant.
"Unruhiger Typ": Viel zu tun für den Rentner. Aber als "unruhigen und unsteten Typ" kennt ihn nicht nur Ehefrau Agnes. Trotzdem findet Bröker noch Zeit, um viel zu lesen und auch selbst ein Buch zu schreiben. Es geht um eines seiner Lieblingsthemen, den Kappes, und soll - wann sonst - "irgendwann zum Kappesmarkt" erscheinen.
Die anstehende Auszeichnung macht Bröker schon ein wenig stolz, doch ein Grund zum Ausruhen ist sie noch lange nicht. Vielmehr sieht er die Meritenmedaille "als Herausforderung, noch besser zu werden", und kündigt an: "Ich hab noch einiges in petto!" - shp

Freitag, 21. Januar 2005 | Quelle: Dorstener Zeitung (Dorsten)   


Judenmord in Mogilev

Historiker referiert im Rathaus Raesfeld

Raesfeld. Über die Vernichtung des Mogilever Judentums durch die deutsche Wehrmacht wird Alexander Friedmann aus Saarbrücken im Raesfelder Rathaus sprechen. Eingeladen wurde der Historiker Alexander Friedmann vom Heimatverein Raesfeld und der KAB St. Martin.
Mogilev war seit 1941 die erste große Stadt in Weißrussland, in der die gesamte jüdische Bevölkerung der Vernichtung zum Opfer fiel.
Der Name "Mogilev" ist vielen geläufig, weil die KAB seit über zehn Jahren Tschernobyl-geschädigte Kinder von dort zu Erholungsferien in Orte des Kreises Borken vermittelt.
Alexander Friedmann referiert am Freitag, 21. Februar, um 19.30 Uhr im Kolpinghaus. Die Ausstellung "Das Ghetto von Mogilev" im Rathaus kann dann zusätzlich von 18.30 bis 19.30 Uhr besichtigt werden.

WAZ vom 19.01.2005 / LOKALAUSGABE / DORSTEN   


Wechselbeziehung zwischen Mensch und Natur

Raesfeld (ht). Der Künstlergruppe "dasselbe anders" war es vergönnt, noch vor der geplanten ständigen Ausstellung des "Trägervereins Tiergarten Schloss Raesfeld" im neuen Informations- und Besucherzentrum die Ausstellung "Mensch und Natur" zu eröffnen, bei der Exponate zu sehen sind, die sich mit der Wechselbeziehung zwischen Mensch und Natur beschäftigen.
Für den klassischen musikalischen Rahmen sorgte bei der Eröffnung am Samstag Nicole Grunewald (Violine). Tags zuvor war die Einrichtung offiziell ihrer Bestimmung übergeben worden. Rund 1,7 Millionen Euro hat der Zweckbau mit der markanten Glashülle gekostet. (BZ berichtete)
Der Vorsitzende des Trägervereins, Raimund Pingel, merkte an, dass mit dieser Ausstellung die erste Bewährungsprobe verknüpft sei und zeigte sich erfreut darüber, dass eine Raesfelder Künstlergruppe sich mit dem vielschichtigen Thema "Mensch und Natur" befasse.
Marie-Luise Stötzel, Teamsprecherin von "dasselbe anders", ließ nicht unerwähnt, dass sich die Gruppe seit dem Frühjahr 2004 mit dem Thema befasse. "Gerade, weil wir die Natur genießen, diskutieren wir Eingriffe und Veränderungen. Die Umgestaltung des Tiergartens war deshalb der Auslöser für unser Jahresprojekt 2004", unterstrich die Künstlerin. "Wir leben von der Natur, wir leben in der Natur, wir möchten die Natur erhalten und gestalten, aber wir greifen auch in die Natur ein" resümierte Marie-Luise Stötzel, die den winzigen Ausschnitt aus dem umfassenden Themenkomplex "Mensch und Natur aufzeigte und auf die von Menschen gemachten Dinge hinwies.
Acryl, Aquarell, kolorierte Zeichnungen, Öl, Mischtechnik, Fotografie und Skulptur: Die ganze Bandbreite der sechs Laienkünstler wird noch bis zum 12. Februar in der Ausstellung zu sehen sein.
e Die Kreativgemeinschaft "dasselbe anders" wurde im Oktober 1996 auf Initiative von Marie-Luise Stötzel gegründet. Nicht, dass die Künstler miteinander arbeiten, vielmehr sind der gemeinsame Gedankenaustausch, Tipps und Informationen über Veranstaltungen und gemeinsame Ausstellungsziele die Intention der Gemeinschaft.

Montag, 17. Januar 2005 | Quelle: Borkener Zeitung (Raesfeld)    


"Hey Tiergarten - alles klar!?"

Raesfeld (era). Der Geruch von frischem Silikon lag noch in der Luft, als sich gestern das oberste Stockwerk des Besucher- und Informationszentrums mit Gästen füllte. Der Tiergarten-Trägerverein hatte zur Eröffnung und Einsegnung des rund 1,7 Millionen Euro teuren Zweckbaus mit der markanten Glashülle geladen. Bis zuletzt hatten die Handwerker gearbeitet, damit der Termin für die Feierstunde gehalten werden konnte. Die Architekten Dagmar Grote und Heiner Farwick übergaben Landrat Gerd Wiesmann und Raesfelds Bürgermeister Udo Rößing den symbolischen Schlüssel, den sie an Raimund Pingel vom Trägerverein weitergaben.
Raimund Pingel erinnerte in seiner Begrüßung als Vorsitzender des Trägervereins noch einmal an die Entstehung des gesamten Tiergarten-Projekts. Das hatte mit dem Fund einer historischen Karte durch Forstdirektor Wolfgang Matenaers seinen Anfang genommen. Ideen wurden gesponnen, erste Pläne gemacht. Aber erst durch die Finanzmittel des NRW-Städtebauministeriums, das Engagement der Bezirksregierung und nicht zuletzt durch die Eingliederung in die Regionale 2004 als so genanntes Korrespondenz-Projekt sei der Tiergarten in der Fläche nach historischem Vorbild wieder hergestellt worden und habe Raesfeld - und damit der Kreis Borken - einen modernen und architektonisch auffälligen Vielzweckbau erhalten. Dies alles sei aber auch nur möglich gewesen, weil Waldbesitzer Graf Dieter von Landsberg-Velen, der zur Feierstunde gekommen war, zu einem langfristigen Vertrag bereit gewesen sei. Schon bald werde der Schulungsbetrieb in der Naturklasse starten, berichtete Raimund Pingel. Die Kreisjägerschaft hat den Schulungsraum im Untergeschoss bereits mit Material und ausgestopften heimischen Tieren bestückt. Die Einrichtung der Ausstellung im Obergeschoss sei für März geplant, so Pingel.
Achim Dahlheimer vom NRW-Städtebauministerium betonte, dass die insgesamt 2,1 Millionen Euro sinnvoll angelegtes Geld seien. Der Tiergarten und das neue Zentrum dienten auch dazu, das Münsterland ein Stück weiter zu entwickeln.
In zwei Talkrunden sprach WMW-Chefredakteur Rainer Mannheims mit Staatssekretär Dr. Thomas Griese, Landrat Gerd Wiesmann, den Architekten Dagmar Grote und Heiner Farwick, Regionale-Chef Friedrich Wolters, Wiard Loesing von der Bezirksregierung Münster sowie Hans-Jochen Berg (Naturpark Hohe Mark) und Raesfelds Bürgermeister Udo Rößing über die Entstehung, Architektur und Finanzierung des Gebäudes sowie dessen Nutzungsmöglichkeiten und Chancen für die Wirtschaftsförderung. Rößing betonte, dass die Raesfelder dem Bau des Zentrums anfänglich mit einer "vernünftigen und kritischen Distanz" begegnet seien. Die anfängliche Skepsis habe sich aber zu mehr Zustimmung gewandelt. Das Gesamtprojekt Tiergarten habe überregionale Wirkung und diene der Wirtschaftsförderung, so Rößing. Das unterstrich auch Landrat Wiesmann. Der Kreis finanziert gemeinsam mit der Gemeinde Raesfeld die Folgekosten. Durch den Einzug des Verbandes Naturpark Hohe Mark und des Verkehrsbüros ergeben sich Synergieeffekte, die den Betrieb des Hauses billiger machten.
Für den Vorsitzenden des Vereins Naturpark Hohe Mark, Hans-Jochen Berg, sei der Umzug nach Raesfeld vor allem ein Vorteil für die Bürger. Im Herzen des mehr als 1000 Quadratkilometer großen Areals gebe es nun endlich eine Anlaufstelle für Interessierte - und das auch am Wochenende.
Ein tolles und kreatives Intermezzo, das mit viel Applaus bedacht wurde, lieferte die Theatergruppe der Nünning-Realschule Borken mit ihrem Impresario Dietrich Roth. Die Welturaufführung der "Tiergartenoper" kam bestens an beim Publikum. Zur Melodie von Macky Messer aus der Dreigroschenoper sangen die Schülerinnen:

"Über Jahre hier in Raesfeld
warst Du einfach nur so da!
Doch ab heute ist es anders,
Hey, Tiergarten - alles klar!?"

"Hausherr" Raimund Pingel nahm diesen Ball sogleich auf und sinnierte, dass dies ein schöner Slogan für die Zukunft sei: "Hey, Tiergarten - alles klar!?"
Prof. Dr. Karl Teppe, Kulturdezernent des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe unterstrich in seinem Festvortrag noch einmal die gelungene Architektur des Informations- und Besucherzentrums. Es stehe nicht in Konkurrenz zum Schloss-Ensemble. "Heute schon wirkt das Haus an seiner Stelle selbstverständlich", betonte der Mann aus Münster. Nach einem "kleinen Umweg über den deutschen Wald" an sich, betonte Teppe, dass kein anderer Tiergarten in Deutschland weniger verändert gegenüber seiner Ursprungsgestaltung sei als der Raesfelder.
Die Pfarrer Johannes Arntz und Rainer Bergmann hielten eine kleine Andacht und segneten das Gebäude ein. Heute um 15 Uhr wird die erste Ausstellung im Zentrum eröffnet.

Samstag, 15. Januar 2005 | Quelle: Borkener Zeitung (Raesfeld)    


Zentrum öffnet heute

Raesfeld. Nach einer Bauzeit von rund zehn Monaten wird heute das Informations- und Besucherzentrum am Tiergarten ab 11 Uhr eingesegnet und eröffnet. Eingebettet in ein musikalisches Rahmenprogramm werden Trägervereins-Vorsitzender Raimund Pingel und Achim Dahlheimer vom NRW-Städtebau-Ministerium die geladenen Gäste begrüßen. In einer Talkrunde spricht Moderator Rainer Mannheims, WMW-Chefredakteur, mit Staatssekretär Dr. Thomas Griese, dem Architekten Heiner Farwick, Landrat Gerd Wiesmann und Wiard Loesing von der Bezirksregierung sowie mit Regionale-Geschäftsführer Friedrich Wolters, Architektin Dagmar Grote, Bürgermeister Udo Rößing und Hans-Joachim Berg (Naturpark Hohe Mark) über das Tiergartenprojekt. Nach einer "Tiergartenoper", aufgeführt von der Theatergruppe der Nünning-Realschule hält LWL-Kulturdezernent Prof. Dr. Karl Teppe den Festvortrag. Die Pfarrer Johannes Arntz und Rainer Bergmann werden eine ökumenische Andacht halten und das neue Gebäude einsegnen.

Freitag, 14. Januar 2005 | Quelle: Borkener Zeitung (Raesfeld)    


"Ein Beitrag für mehr Frieden"

Raesfeld (geg). "Ich war also auch dabei bei dem großen Massensterben am vorgestrigen Tag. Beim ersten Mal hat mir noch die Hand gezittert, beim zehnten Waggon schoss ich aber dann ruhiger und sicher auf die vielen Frauen und Kinder. Säuglinge flogen in großem Bogen durch die Luft und wir knallten sie bereits im Flug ab. Ich freu mich schon darauf, dass, wenn wir nach Hause kommen unsere heimischen Juden drankommen". Das, was sich wie ein Szenario aus einem brutalen Thriller liest, ist Inhalt eines Briefes des 36-jährigen Polizeisekretärs und Vaters zweier Kleinkinder aus Österreich, der bei der Nachkriegsvernehmung angab, dass er so tun musste, als sei er bei der Massenvernichtung aus ganzem Herzen dabei.
"Das Ghetto von Mogilew", so lautet der Titel der Ausstellung, in der unter anderem dieser Brief gezeigt wird. Bis zum 28. Januar ist sie im Raesfelder Rathaus zu sehen. Sie wurde vom örtlichen Heimatverein und der KAB St. Martin in Zusammenarbeit mit der DIG (Deutsch-Israelische Gesellschaft) organisiert.
Die Bilder wurden zu Kriegszeiten zu Propagandazwecken erstellt und dokumentieren die erbarmungslose Vernichtungsmaschinerie: Kennzeichnen, registrieren, entrechten, isolieren, vernichten. "Mahnung und Erinnerung an die Kriegszeit könne es nie genug geben", begründete die Vorsitzende des Heimatvereines Maria Leister den Sinn der Ausstellung. Aber Mogilew erinnere sie auch an die tschernobylgeschädigten Kinder, die alle zwei Jahre nach Raesfeld kommen. "Schnell war klar, die KAB einzubinden und so nicht nur an die grauenhafte Zeit des Krieges zu erinnern, sondern auch die positive Hilfe zu dokumentieren", so Leister. Der Bezirkssekretär der KAB, Benedikt Kemper, freute sich über die Gelegenheit, einen Einblick in die Ferienmaßnahmen geben zu können und bedankte sich gleichzeitig bei allen Raesfelder Beteiligten, die diese Erholungsmaßnahme durch ihre Unterstützung möglich machten. Bürgermeister Udo Rößing freute sich, diese Ausstellung in seinem Hause zu haben: "Diese Ausstellung ist ein Beitrag für mehr Frieden und Humanität auf der Erde".
Werner Brand, Vorstandsmitglied des DIG, nennt diese Ausstellung eine Provokation, denn es sei eine Ironie des Schicksals, das Fotos die einmal Propagandazwecken erstellt wurden, heute zur Aufklärung dienten. "Diese Fotos geben dem Schrecken ein individuelles Gesicht", so Brand, der hoffnungsvoll sieht, dass die Menschen verstanden haben, welche Aufgaben diese nach einer solchen Tragödie haben: zu erinnern und in der Erinnerung zusammen zu arbeiten.

Montag, 10. Januar 2005 | Quelle: Borkener Zeitung (Raesfeld)    


Dem Schrecken ein Gesicht geben

Raesfeld - Ein kleiner Junge mit kurz geschorenen Haaren schaut den Betrachter mit großen dunklen Augen an. Ausgemergelte Männer nähen unbeholfen weiße Judensterne an ihre Kleidung. Junge Mütter machen sich mit Kleiderbündeln und ihren Kindern auf dem Arm auf den Weg ins Ghetto. Ergreifende Fotos sind es, welche die Ausstellung "Das Ghetto von Mogilew" bis zum 28. Januar im Rathaus zeigt. Heimatverein Raesfeld, KAB St. Martin und Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) haben die sehenswerte Ausstellung initiiert, die bereits in Mogilew, Minsk, Vreden und Bocholt zu sehen war. Sie dokumentiert die ersten Massenerschießungen der Juden im weißrussischen Mogilew.
"Mahnung und Erinnerung an diese Zeit kann es nie genug geben", betonte Maria Leister, Vorsitzende des Heimatvereins, bei der Eröffnung am Samstag. Die Aufnahmen wurden im Juli 1941 von dem Wehrmachtsfotografen Rudolf Kessler gemacht und sind vom Bundesarchiv Koblenz zur Verfügung gestellt worden. "Momentaufnahmen eines zehn Jahre andauernden Massenmordens", so Bürgermeister Udo Rößing. Den Schrecken zu dokumentieren und sichtbar zu machen sei wichtig. "Die Bereitschaft, sich dagegen zu stellen, beginnt bei jedem einzelnen."
Enge Verbindung: Die enge Verbindung zwischen Raesfeld und Mogilew machte Benedikt Kemper, Generalsekretär der KAB, deutlich. Seit 1995 holt die KAB Kinder aus der Tschernobyl-geschädigten Region zur Erholung in die Schlossgemeinde. Über 200 Kinder konnten so bei Gastfamilien eine schöne Zeit verbringen, es entstanden enge Beziehungen und Freundschaften. Auf Stellwänden zeigen Fotos die Ferienaktionen der vergangenen Jahre.
"Eine gute Gelegenheit, Erinnerungsarbeit mit aktueller Arbeit zu verknüpfen", würdigte Werner Brand, zweiter Vorsitzender der DIG, Arbeitsgemeinschaft Westmünsterland, diese Kombination. Die historischen Fotos nannte er eine Provokation. Schließlich seien die offiziellen Bilder einst zu Propagandazwecken entstanden, sollten den Rassenhass noch schüren. "Wir münzen sie nun zu Aufklärungszwecken um."
Die Ausstellung sollten sich die Besucher - insbesondere Schulklassen sind eingeladen - mit allen Sinnen aneignen. Beim anschließenden Rundgang nutzten die ersten diese Gelegenheit. Einem Kreuzweg vergleichbar führen einzelne Stationen vom "Deutschen Angriff auf Mogilew" über "Umsiedlung ins Ghetto" bis "Das Ende" und "Tage der Befreiung". Von den ursprünglich rund 6.500 Juden in Mogilew überlebten nur wenige den Holocaust.
Bewegende Dokumente: Erschütternde Textdokumente ergänzen die Bilder. So schreibt ein Wiener Polizeisekretär aus Weißrussland an seine Frau: "Morgen werde ich das erste Mal Gelegenheit haben, meine Pistole zu benützen. 28 Schuss habe ich mir mitgenommen. Wahrscheinlich wird das nicht reichen " Bei den ersten Wagen hat mir etwas die Hand gezittert,("), aber man gewöhnt sich an das. Beim zehnten Wagen zielte ich schon ruhig und schoss sicher auf die vielen Frauen, Kinder und Säuglinge." - shp

Montag, 10. Januar 2005 | Quelle: Dorstener Zeitung (Dorsten)    


Ganz simpel: "dasselbe anders"

Raesfeld (ht). Sie machen eigentlich dasselbe - aber jede/r anders. Die Kreativgemeinschaft "dasselbe anders" wurde im Oktober 1996 auf Initiative von Marie-Luise Stötzel gegründet. Nicht, dass die Künstler miteinander arbeiten, vielmehr sind der gemeinsame Gedankenaustausch, Tipps und Informationen über Veranstaltungen und gemeinsame Ausstellungsziele die Intention der Gemeinschaft.
Die Initialzündung für die Gründungsmitglieder Renate Giehl, Eveline Kriwet, Ady Schweitzer, Marie-Luise Stötzel und Gerda Tünte kam anlässlich einer Kunstausstellung im Salon Brömmel. Der rege Gedankenaustausch über Kunst, Malen und Ausstellen führte zu regelmäßigen Treffs. Ria Beckers aus Weseke gesellte sich bis 1999 zu der Hobby-Künstlergruppe aus Raesfeld und Erle.
Marie-Luise Stötzel erinnert sich: "Wir stellten fest, dass wir alle verschieden arbeiteten, sowohl, was die damals bevorzugten Techniken anbelangte, als auch die äußeren Bedingungen, die wir für unsere Arbeit benötigten." Schon nach wenigen Treffen war klar, dass die anfängliche Idee, gemeinsam zu malen, nicht umsetzbar war.
Um so interessanter und bereichernder war der Gedankenaustausch in der Gruppe. Renate Giehl resümiert: "Wir malten und zeichneten zwar oft ähnliche Gegenstände und Themen, aber jede/r hatte seine/ihre eigene Sichtweise. Wir machten eigentlich dasselbe (aber jede/r) anders".
Was macht nun aber die Künstlergruppe, zu der auch Fotograf Klaus Leister und Bildhauer Manfred Penders gehören, seit vielen Jahren zusammen? In unregelmäßigen Abständen werden bei Treffs Themen, Ausstellungen und Objekte besprochen. Gerda Tünte: "Gerade die Auseinandersetzung mit Neuem bringt jeden von uns weiter. So verschieden wie wir sind, müssen wir nicht fürchten, dass zwei gleiche Arbeiten entstehen."
Im Fokus der ersten Ausstellung stand im Jahre 1997 die Heimatgemeinde. Aus verschiedenen Blickwinkeln wurde die Schlossgemeinde "ins Bild" gesetzt. Ein Jahr später zeigte der Künstlerkreis in der Schlossremise Bilder zum Westfälichen Frieden und zum 30-jährigen Krieg. Ein besonderes Highlight war im September 1999 das Raesfelder "Kunstpättken" mit täglich wechselnden Workshops und Aktionen.
Kunst war Thema in Raesfeld geworden. Für die Aktivgruppe eine Verpflichtung, in verschiedenen Techniken anspruchsvoll zu agieren. Die Mitglieder malen überwiegend mit Aquarell-, Acryl- und Ölfarben, fotografieren und arbeiten bildhauerisch mit viel Spaß am Experiment.
"dasselbe anders". Die Künstlergruppe kreierte und verlegte bei der 2000er Aktion ein Raesfeld-Plakat als Werbe-Poster. Im gleichen Jahr wurden Bilder "vom Kohl zum Kappesmarkt" in der Volksbank gezeigt. Auch das Jubiläum des TSV motivierte die Künstlergruppe zu einer Ausstellung.
Die Flutopfer aus der Partnergemeinde Dömitz profitierten vor zwei Jahren vom Benefiz-Verkauf einiger Bilder. Die Aktion "Jahresringe" rund um die Fem­eiche in Erle und die Bilder zur "Sinnsuche" in der St. Silvesterkirche waren bei der Agenda 2003 besondere Höhepunkte für die Mitglieder der Kreativgruppe.

Samstag, 08. Januar 2005 | Quelle: Borkener Zeitung (Raesfeld)   


Musik von Bach bis Händel

Raesfeld (geg/era). Zu einem klassischen Konzert mit dem Kibbuz Jugendorchester laden der Heimatverein und die KAB Raesfeld am kommenden Montag um 19.30 Uhr in die St. Martinkirche ein.
Unter der Leitung von Uri Chan werden unter anderem Werke von J. S. Bach (Brandenburgisches Konzert Nr. 3) und G. F. Händel (Konzert für Harfe und Orchester) zu hören sein. Unterstützt wird das Orchester von dem Solisten Sivan Magen auf der Harfe.
Das Kibbuz Jugendorchester Israel besteht seit 40 Jahren und bietet Jugendlichen die Möglichkeit, mit herausragenden israelischen Musikern und Dirigenten zusammenzuarbeiten. Die 35 jungen Musiker im Alter von 14 bis 18 Jahren werden von Uri Chen, selbst ehemaliges Mitglied im Orchester, dirigiert. Er arbeitet zudem als Kammermusik- und Cellolehrer und war lange Solocellist des Kibbuz Kammerorchesters.
Die Jugendlichen werden seit dem vergangenem Jahr von dem Solisten Sivan Magen begleitet, der zurzeit an der Pariser Musikhochschule studiert. Das Kibbuz Jugend Orchester Israel ist bereits zum zweiten Mal in dieser Region zu Besuch. Es setzt somit einen Austausch fort, der seit 1999 auch in kleineren Gruppen mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Westmünsterland und der Musik- und Kunstschule Wesel besteht, informieren die Veranstalter.

Freitag, 07. Januar 2005 | Quelle: Borkener Zeitung (Raesfeld)    


"Mi dücht, wi solln dat nich laoten"

Raesfeld (geg). Als Experte für Plattdeutsch möchte er nicht bezeichnet werden. Aber trotzdem hat Reinhard Kipp sich hingesetzt und "mal eben" ein Lied geschrieben: natürlich über Raesfeld und natürlich in plattdeutsch. "Wao in Homer, Erle, Raesfeld, glöwt mi dat, praot de Löh van Ollers her nao fake platt, un wao sik dat Neue mett Olle good verdrägg, dao is oise Heimat, dao gao wi nich wägg", heißt es in der letzten Strophe. Gesungen wird das Lied nach der Melodie des bekannten Schlagers "Nordseewelle". Die Besucher des Praotawends am Dienstagabend in der Villa Becker schmetterten den Song begeistert mit. So mancher steckte den Textzettel ein, was wohl ein weiterer Ausdruck für die Begeisterung war. Somit ist Raesfeld nun um eine Lobeshymne reicher. Die Vorsitzende des Heimatvereins, Maria Leister, übergab die Federführung des Abends "gern in die Hände der beiden", wie sie in ihrer Begrüßung sagte. Gleichzeitig betonte sie, dass "so ein Ausrutscher aber die Ausnahme ist".
Mit einem Vater aus Raesfeld und einer Mutter aus dem Rheinland wurde in dem Elternhaus von Reinhard Kipp kein Plattdeutsch gesprochen, und das könne er auch heute noch nicht, sagte er. Aber verstehen und singen, das sei kein Problem, was er mit seinen Liedern bewies.
Spricht Karl Nattefort eigentlich etwas anderes als platt? Natürlich, aber dass er die Mundart liebt, macht er in jedem Jahr nicht nur als "Ausrufer vom dicken Stein", sondern auch am Dienstagabend deutlich. "Plattdütsch sölln wi nu hier praoten, mi dücht, wi solln dat nich laoten", warb er für die Raesfelder Mundart. Als Vorlage seiner Dönekes dienten ihm die Raes­felder und ihre Geschichten, aus der "gudden ollen tied", die von Wilhelm Höing aufgeschrieben wurden. Ob sie alle wahr sind, das ließ sich nicht klären. Aber das Kopfnicken und zustimmende herzhafte Gelächter bei etlichen Besuchern ließ doch viel Wahres vermuten. Ob dat Puggenschlachten, die Kevealerwallfahrt, Pastor sine Kau oder Bookpiene - die Themen zeigten sich recht vielfältig und boten auch in der Pause reichlich Gesprächsstoff. Selbst gebackene Iserkökskes, Olliballen und "Pupanisken" waren das "Tüpfelchen auf dem i" für das humorvolle Programm.

Donnerstag, 06. Januar 2005 | Quelle: Borkener Zeitung (Raesfeld)    


Neues über eine alte Burg

Raesfeld - "Das Vergangene liegt nicht als toter Rest"

Diese Behauptung stellt der Raesfelder Heimatforscher Adalbert Friedrich in einem Beitrag zur mittelalterlichen Burggeschichte Raesfelds fest. Dieser Beitrag ist auf den Seiten 105 bis 111 im "Jahrbuch des Kreises Borken 2005" erschienen. Der vom Landrat des Kreises Borken herausgegebene 288-seitige Band kann unter der Nummer ISBN 3-937432-06-X im Buchhandel erworben werden.
Friedrich, Raesfelds erster Ehrenbürger, der bereits 1949 zu den Gründungsmitgliedern des Heimatvereins gehörte, befasst sich mit der mittelalterlichen Turmhügelburg Kretier, einem eingetragenen Bodendenkmal der Gemeinde Raesfeld im Büskerhook, das im Laufe der Zeit seinen Namen nach der dortigen Flur erhielt.
"Heute noch ranken dunkle Sagen und geheimnisvolle Überlieferungen um diese Burg in der bewaldeten Bodensenke", stellt Friedrich in seinem Aufsatz fest, dem er einen zweiseitigen Plan im Maßstab 1: 500 beifügt.
Den Lesern bietet Friedrich einen historischen Streifzug durch die Raesfelder Burggeschichte seit dem 13. Jahrhundert, wobei die wechselnden Besitzer ebenso aufgelistet werden wie bauliche Veränderungen bis hin zur Abtragung des Turmhügels und dem Auffüllen der Gräften in den Jahren 1880/81 durch den damaligen Grundstückspächter, wobei der Grundherr, der Graf von Landsberg-Velen, seine Zustimmung gab.
Seinen Aufsatz beendet Adalbert Friedrich mit dem Appell "aufgrund neuer Forschungsergebnisse über die geschichtlichen Abläufe der beiden Raesfelder Burgen eine Korrektur der historischen Lehrmeinung" vorzunehmen. Die Lehrmeinung bleibe bis heute auf einem Stand stehen, der über 100 Jahre unangefochten Gültigkeit hatte und seit dieser Zeit in geschichtlichen Beiträgen über das Schloss Raesfeld immer wieder publiziert wurde. - H.Sch.

Dienstag, 04. Januar 2005 | Quelle: Dorstener Zeitung (Dorsten)    


Für Raesfeld nicht neu: Schuldenfrei auch 2004

Jahresrückblick: Vom Tiergarten und einem Ehrenbürger

Januar: Die Sebastianschüler freuen sich über neues Spielgerät auf ihrem Pausenhof. Das Schülerparlament wälzte vor der Entscheidung dafür viele Prospekte. 
Die Raesfelder Jecken freuen sich auf den Rosenmontagszug: Die Vorbereitungen 
laufen auf vollen Touren.
Der Besuch hat Tradition: Das RCV-Prinzenpaar Ecki I. Und Christina I. schauen bei Bürgermeister Rößing im Rathaus vorbei.
Stundenlang hält ein 48-Jähriger die Polizei in Atem: Eine Spezialeinheit aus Münster klärt die Lage schließlich.

Februar: Gäste aus der Partnerschule in Lettland begrüßt die Silvesterschule.
Eine postive Bilanz zieht das Raesfelder DRK für 2003: Die Helferzahl ist erfreulich.
Das virtuelle Rathaus, der Internetauftritt der Gemeinde, wird an der Münsteraner Uni mit einem ersten Preis ausgezeichnet.
Im neuen Bildband des Nationalkomitees Denkmalschutz ist erstmals auch Schloss Raesfeld erwähnt.
"Klein, aber fein", getreu ihrem Motto, feiern die Raesfelder ihren Rosenmontagszug.

März: Für Raesfeld nichts neues: Die Gemeinde bleibt auch 2004 schuldenfrei.
Landrat Gerd Wiesmann und Bürgermeister Udo Rößing nehmen den ersten Spatenstich für das Tiergarten-Projekt vor.
Die Raesfelder Haushalte bekommen Post: Auf Fragebögen sollen sie ihre Einkaufsgewohnheiten eintragen. Grund: Der Ort möchte ein Ortsmarketingprojekt starten.
Einstimmig verabschiedet der Raesfelder Rat den Haushalt ohne Schulden und Steuererhöhungen.

April: Den 1000. Leseausweis gibt die Öffentliche Bücherei in Raesfeld aus.

Mai: Polnisch lernen die Silvesterschüler für eine Reise ins Nachbarland. Die Kinder wollen 2005 die Partnerschule Katy Wroclawskie besuchen.
Der Naturpark-Förderverein zieht ins Besucherzentrum des Schlosses um.
Der Heimatforscher Adalbert Friedrich wird erster Ehrenbürger Raesfelds.
Blitzartig breitet sich ein Gebäudebrand an der Dorstener Straße aus: Zum Glück wird niemand verletzt.
Mit einer Dankeschön-Feier würdigt die Gemeinde den Einsatz von 140 Mitarbeitern im Jugendbereich.
Offiziell eingeweiht wird das Emmaus-Haus der evangelischen Kirchengemeinde.
Eine Polizei-Umfrage zeigt: Die Raesfelder fühlen sich am Busbahnhof unwohl.
Raesfeld knüpft Kontakte ins polnische Kobierzyce.
Eine neue Rekordmarke nimmt der Raesfelder Volkslauf: 452 Starter sind dabei.

Juni: Das Fanfarencorps kehrt als Deutscher Meister in der Jugendklasse aus Mainz zurück. Die Senioren erringen eine Goldmedaille.
Bei der Europawahl holt die CDU Spitzenergebnisse.
Stefan Nießing heißt der Raesfelder Schützenkönig.

Juli: Die Burgmusikanten und das Fanfarencorps feiern ihre beiden Vereinsgeburtstage: Seit 80 und 45 Jahren bestehen die Ensembles.
Die Raesfelder lassen ihr Geld gerne im Dorf; eines der Ergebnisse der Kaufkraftanalyse von Professor Fackler.
Eine große Gästeschar ist beim Richtfest am Info-Zentrum des Tiergartens am Schloss dabei.
Ein neues Buch beleuchtet ein schwieriges Thema: Zwangsarbeit in Raesfeld.

August: Klaus Rybarczyk tritt für die Raesfelder SPD als Bürgermeisterkandidat an, die UWG zieht ohne eigenen Kandidaten in die Wahl und die CDU geht mit Amtsinhaber Udo Rößing ins Rennen.
Der Umbau der Borkener Straße im Ortskern beginnt.

September: Ungewöhnliches Einkaufserlebnis: Die Raesfelder Werbegemeinschaftv lädt zum ersten Sommernachtsmarkt ein.
Weil es am alten Standort am Füllenkamp zu eng wird, baut sich die Feuerwehr am Kreisverkehr bei Auto Jacobs ein neues Domizil; die Grundsteinlegung ist der erste Schritt.
Udo Rößing wird mit 87,4 Prozent im Amt bestätigt.

Oktober: Eine Lösung für die alte Erler Kaserne suchen Gemeinde und Bundesvermögensamt.

November: Wenn der Kappesmarkt ruft, strömt das halbe Ruhrgebiet nach Raesfeld.
Die Narren regieren: Stefan I. Und Margret II. übernehmen die Rathausschlüssel.
Vor dem Rathaus steht ein neues Wahrzeichen: Der "Ausrufer" aus Bronze.

Dezember: Auf ein neues Forum wird die Sebastianschule 2005 verzichten müssen: Dafür fehlt der Gemeinde das Geld.
Vier Tage öffnet der Weihnachtsmarkt am Schloss seine Pforten.
114 erfolgreiche Absolventen verabschiedet die Akademie des Handwerks.
Zwar werden die Raesfelder 2005 weniger für die Müllabfuhr zahlen, dafür wird das Abwasser teurer.
In Schermbeck verhinderte der Naturschutz das Projekt eines Borkener Entsorgungsunternehmers, die Raesfelder müssen Ja sagen.
Einstimmig passiert der schuldenfreie Haushalt für 2005 den Rat, allerdings muss 
die Gemeinde auf ihre Rücklagen zugreifen.

Text: Andreas Rentel

Montag, 03. Januar 2005 | Quelle: Dorstener Zeitung (Dorsten)