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2001 |
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| 14.12.2001 | Alte Weberei Becker erwacht zum Leben |
| 07.12.2001 | Pättken bekommt einen Namen |
| 17.11.2001 | Heimatverein schaut zurück |
| 14.11.2001 | Die Böcken'hoffsche Bildersammlung |
| 11.11.2001 | Heimatverein Raesfeld e. V. im Internet |
| 03.11.2001 | Ein Schatz in Tausenden Bildern |
| 05.09.2001 | Führungen vermitteln die Schlossgeschichte |
| 14.07.2001 | Heimatverein besucht Osnabrück |
| 08.06.2001 | Spurensuche |
| 08.03.2001 | Maria Leister wiedergewählt |
| 06.03.2001 | Die Raesfelder Glocken - Eine CD des Heimatvereins |
| 05.03.2001 | Heimatverein berichtet über das Beiern |
| 01.03.2001 | Erler möchten den Findling zurückhaben |
Raesfeld. Müllberg im Wäldchen hinter der Homeraner Schule, Eltern protestieren gegen
den Lehrernotstand. Schlagzeilen, die 'was Aktuelles haben. Trotzdem sind sie 30 Jahre
alt und stammen aus dem Heimatkalender 2002 der Chorgemeinschaft Raesfeld.
Wie gewohnt, wartet der beliebte Kalender mit reichlich Lokalkolorit aus Raesfeld und
Erle auf. Er erinnert an 30 Jahre alten Schlagzeilen, präsentiert alte Sprüche in
Plattdeutsch und ist Monat für Monat mit Zeichnungen von Adalbert Friedrich illustriert.
Die Bleistiftzeichnungen zeigen einen Blick in die Schlossfreiheit ebenso wie den früheren
Fabrikhof der Weberei Becker, Ebberts Windmühle, den Kirchplatz oder eine historische Ansicht der Dorstener Straße.
Was vor drei Jahrzehnten im Gespräch war, ist kurz gefasst beleuchtet - zum Beispiel, dass
eine Erler Bürgerversammlung damals mit großer Mehrheit dafür stimmte, sich bei der
Neugliederung der Gemeinden der Stadt Dorsten anzuschließen. Längst Vergangenheit, genau wie
die heute kaum noch vorstellbare Wahlbeteiligung in Raesfeld zur Bundestagswahl von 90,1 Prozent. Für jedes Kalenderblatt
wählte Heinz Bröker, der für die Chorgemeinschaft wieder die Redaktion übernommen hat, zwei plattdeutsche Sprüche
aus, Kostprobe: Alles is good, watt dänn lewen hähr gäww, sägg dänn Buer, mähr datt Kalv is
te kläin.
Seit 1982 erscheint der Heimatkalender für Raesfeld und Erle. 2002 ist es die 21.
Ausgabe. Erhältlich ist der Kalender zum Preis von zehn Mark im Büro des Verkehrsvereins im
Rathaus, bei den Geldinstituten in Raesfeld, bei der Volksbank in Erle und bei Schreibwaren
Spangemacher. ube
WAZ - 14.12.2001 / LOKALAUSGABE / DORSTEN
Raesfeld. (geg) "Schönen Gruß an
den Hersteller in Bremen. Wir habes es gemerkt und somit den Intelligenztest
bestanden", frotzelte Bürgermeister Udo Rößing.
Der Raesfelder Heimatverein hatte dem Pättken, von Spangemacher abgehend, einen
Namen gegeben und zur feierlichen Enthüllung der blauen Schilder eingeladen.
Der Bürgermeister der Freiheit, Heinz Stolbrink, und Rößing übernahmen diesen
Akt. Aber niemandem war bis dahin aufgefallen, dass auf einem der beiden Schilder die
Pünktchen auf dem "ä" fehlen. Ordnungsamtsleiter Werner Mümken versprach, das
Problem zu beseitigen, so dass auf den neuen Namen angestoßen wurde.
In der Vergangenheit hatten viele Besucher Probleme, den Museumsgarten, zu dem das
Gässchen führt, zu finden. Nachdem die Gemeinde den ehemaligen Schotterweg gepflastert
hatte, suchte der Heimatverein einen Namen.
"Ächterfräite" sollte es also werden, was soviel wie "hinter der
Freiheit" bedeutet.
Quelle: Borkener Zeitung vom
10. Dezember 2001
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Raesfeld. Das schön gepflasterte Pättken hinter dem Museum in der Schloßfreiheit fristet bisher ein namenloses Dasein. Dies soll sich nun ändern. Zu einer kleinen "Einweihungszeremonie" lädt der Heimatverein seine Mitglieder, alle Freiheiter und besonders die Anwohner dieses Pättkens herzlich am Freitag, 07. Dezember 2001, 19.00 Uhr, ein. Treffpunkt ist zwischen Spangemacher und Ossler. Anschließend ist Proatoawend im Museum.
Raesfeld. Der Heimatverein lädt zum traditionellen Jahresrückblick mit einem gemütlichen Kaffeetrinken am Sonntag, 18. November 2001, um 15.00 Uhr in das Kolpinghaus ein. Der Heimatverein bietet einen unterhaltsamen Nachmittag mit einer Dia-Schau und Informationen, die das Vereinsleben des vergangenen Jahres Revue passieren lassen und auf das Programm für 2002 hinweisen.
Quelle: Borkener Zeitung vom
17. November 2001
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Raesfeld (shp). Manche Schätze verbergen sich
zwischen alten Aktendeckeln. Der Bildbestand des Raesfelder Fotografen Ignaz Böckenhoff
ist so ein Schatz. Jetzt wird das umfangreiche Werk wissenschaftlich aufgearbeitet.
Familien, Hochzeitsfeiern, Schützenfeste, Landwirtschaft,
Hausarbeit und vieles mehr hielt der Autodidakt Ignaz Böckenhoff von den späten 1920er
bis in die 1970er Jahre in seinen Bildern fest. 80.000 Negative zählen zu dem Bestand,
den die Gemeinde Raesfeld vor einigen
Jahren erworben hat. Beim Bild-,
Film- und Tonarchiv des Landschaftsverbandes
Westfalen-Lippe arbeitet die Kunsthistorikerin Dr. Ruth Goebel seit März das
umfangreiche Werk wissenschaftlich auf. Dazu zählt neben der sachgerechten Einlagerung
des Materials in erster Linie die Digitalisierung der Bilder. Ergänzt durch eine
Recherche nach Schlagwörtern soll das Ergebnis ihrer Arbeit später einen Querschnitt
durch Böckenhoffs OEuvre zeigen. Konkrete Unterstützung erhält die Wissenschaftlerin
von Adalbert Friedrich.
Der 78-jährige Raesfelder hilft weiter, wenn Angaben des Fotografen zu den Motiven
fehlen. An der Bedeutung der Fotosammlung besteht kein Zweifel, wie der Ressortleiter des
Archivs, Dr. Volker Jakob, bekräftigt: "Die Bildgeschichte des gesamten Raumes ist
nicht nur für Wissenschaftler eine Fundgrube."
Den digitalisierten Bestand wird nach Abschluss der
Arbeiten im Frühjahr 2003 auch die Gemeinde
Raesfeld nutzen. Bürgermeister Udo Rößing stellt sich dafür eine Mediothek im
alten Schwesternhaus vor und plant weiter: "Schön wäre es, wenn wir die Ergebnisse
zunächst in einer Wanderausstellung zeigen könnten."
Quelle: StadtAnzeiger Borken vom
14. November 2001 - Zum Thema siehe auch den Bericht
der Borkener Zeitung vom 16. März 2002 ![]()
Von Ursel Beier
Raesfeld. Was für einen Schatz Ignaz Böckenhoff allen Raesfeldern hinterlassen hat,
stellt sich erst nach und nach heraus. War anfangs von 30 000 Negativen die Rede, sind es
heute 80 000 Bilder, die von Dr. Ruth Goebel von der Landesbildstelle Westfalen gesichtet
und archiviert werden.
Die Fotos des Raesfelder Fotografen Ignaz Böckenhoff, der 1994 starb, dokumentieren die
Geschichte des Orts von den 20er bis in die 70er Jahre hinein. Böckenhoff bannte einfach
alles auf seine Filme, was in Raesfeld existierte und passierte: Familien, Feste,
Landwirtschaft, Hausarbeit, Soldaten, Handwerker, Szenen aus Berufs- und Privatleben.
Ihre kulturhistorische Bedeutung reicht weit über Raesfelds Grenzen hinaus, betont Dr. Volker
Jakob, Leiter des Westfälischen Bild-, Film- und Tonarchivs, angesiedelt beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe.
Die Kunsthistorikerin Dr. Ruth Goebel wühlt sich seit März 2001 durch die Sammlung, die
die Gemeinde Raesfeld in den 90er Jahren erwarb. Schon vorher hatte sich Adalbert
Friedrich, früherer Vorsitzender des Heimatvereins Raesfeld damit befasst, Ordnung
in den Wust von Abzügen zu bringen, der ebenfalls zur Sammlung gehörte. Sein Wissen
als Alteingesessener über Orte und Menschen, die auf den Fotos eine Rolle spielen, kann die
junge Wissenschaftlerin aus Münster für ihre aktuelle Arbeit weiternutzen. Man steht in
regem Austausch miteinander.
Das Ergebnis der Archivierung durch den
Landschaftsverband wird sein, dass Wissenschaftler wie Privatleute auf Stichworte
hin die Sammlung nutzen können. Und nicht nur das, auch für die sachgerechte Lagerung ist
die Landesbildstelle zuständig. Dr. Ruth Goebel: Die Negative sind empfindlich, dürfen
weder zu trocken noch zu feucht gelagert werden. Doch stellen die Experten von der
Landesbildstelle klar: Besitzerin der Sammlung bleibt die Gemeinde Raesfeld. Vor allem auch hier, an Ort und Stelle,
werden Interessierte sie nutzen können. Uns schwebt dafür die Mediothek vor, die wir im
alten Schwesternhaus einrichten wollen, erläutert Bürgermeister Udo Rößing. Im
Februar/März 2003 soll die umfangreiche Sortierung abgeschlossen sein.
Ein Pilotprojekt, in diesem Umfang einmalig und zugleich eine Vorzeigeleistung des
Landschaftsverbands, um danach ähnliche Projekte verwirklichen zu können, unterstreicht Dr. Volker Jakob.
Die Wünsche gehen aber noch weiter: Wichtige Bilder des geschichtlichen Schatzes könnten in
Raesfeld und im westfälischen Raum als Wanderausstellung, eventuell begleitet von
einem Katalog, präsentiert werden. Während der bisherige Einsatz der Landesbildstelle für die
Gemeinde kostenfrei war, werden dafür aber kommunale Mittel gebraucht - und die
Zustimmung des Kulturausschusses.
Ignaz Böckenhoff. Der Fotograf im Jahr 1955, aufgenommen von Theo Nießing. Ignaz Böckenhoff
wurde am 27. März 1911 als Kind einer Bauernfamilie in Raesfeld geboren. Er starb am
8. Juli 1994.
WAZ - 03.11.2001 / LOKALAUSGABE / DORSTEN
Raesfeld.
Das Wasserschloss Raesfeld steht am Wochenende gleich mehrmals im Mittelpunkt der Betrachtung.
Interessierte können Einblicke in seine Geschichte gewinnen.
"Die Geschichte von Schloss Raesfeld" heißt dann auch wörtlich ein Vortrag von Heimatforscher Adalbert Friedrich,
den er am Samstag, 8. September, um 16 Uhr im Schloss hält. Anschließend steht
eine Führung auf dem Programm. Initiatoren dieser Gemeinschaftsveranstaltung
sind der Heimatverein, KAB und Kolpingsfamilie Raesfeld.
Der grenzüberschreitende Tag des offenen Denkmals ist am Sonntag Anlass, sich
dem Schloss zu widmen. Die Akademie des Handwerks, Europäisches Zentrum für
Denkmalpflege mit Sitz auf Schloss Raesfeld, bietet am Sonntag, 9. September, Führungen an, wobei Schlossgeschichte und heutige Nutzung erläutert werden. Karten dafür sind an der Info-Stelle des
Verkehrsvereins in der Vorburg des Schlosses erhältlich. Die Führungen
beginnen um 11, 13 und 15 Uhr. Pro Führung gibt es - kostenlos - Karten für maximal 20 Personen. Auch
das Foyer des Schlosses wird von 11 bis 17 Uhr geöffnet sein. Von 10.30 bis 18
Uhr lädt der Heimatverein Raesfeld in das Heimatmuseum am Schloss und in die Schlosskapelle St. Sebastian ein.
Quelle:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
vom 05. September 2001 ![]()
Raesfeld. Die alte Bischofsstadt Osnabrück ist diesmal Ziel des traditionellen
Jahresausflugs des Heimatvereins Raesfeld.
Am Sonntag, 5. August, startet der Bus um 8.45 Uhr vom Rathaus Raesfeld aus. In Osnabrück, das auch im Westfälischen Frieden eine wichtige Rolle
spielte, erwartet die Raesfelder dann eine Führung durch die historische Stadt. Anschließend geht es nach
Kalkriese, dem Platz der legendären Varusschlacht mit seinem Museum und Park. Bevor die Ausflügler gegen 21 Uhr wieder in
Raesfeld eintreffen, ist eine gemütliche Einkehr vorgesehen. Für die Fahrt ist eine
Anmeldung erforderlich, und zwar bis spätestens 28. Juli im Geschäft Johann van Stegen, Marbecker Straße,
mit Zahlung der Kosten von 30 DM für Mitglieder und 40 DM für Nicht-Mitglieder.
Quelle:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
vom 14. Juli 2001
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Der Heimatverein Raesfeld geht am Samstag, 9. Juni, auf Spurensuche. Norbert Hater führt auf interessanten Wegen zu Sehenswürdigkeiten, die mancher vielleicht übersieht. Eine Einkehr während der 30 Kilometer langen Erkundung ist vorgesehen. Abfahrt ist um 14 Uhr ab Rathausparkplatz. Bei Regenwetter gehen Pkw-Fahrgemeinschaften auf Tour.
Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung
vom 08. Juni 2001
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Raesfeld. Als 160. Mitglied schloss sich Maria Burbaum am Abend der Jahresversammlung dem Heimatverein Raesfeld an. Der Vorstand des Heimatverein stellte sich turnusmäßig der Neuwahl. Dabei wurde Maria Leister als 1. Vorsitzende in ihrem Amt bestätigt. Als 1. Schriftführerin wurde Margret Sühling wiedergewählt, ebenso Heinrich Grömping als 1. Beisitzer. Neue 1. Kassiererin ist Marlies Müller, die die Aufgabe von Rudi Spangemacher übernahm, der sich nach 16 Jahren nicht mehr zur Wahl stellte. Zum Dank für seine langjährige Arbeit überreichte ihm Maria Leister ein Buchgeschenk. Ein Buch erhielt auch Johann Böckenhoff für seine Verdienste um die Pflege der Isselquelle. Fritz Hinzelmann bekam die Silberne Ehrennadel des Sauerländischen Gebirgsvereins.
Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung
vom 08. März 2001
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Raesfeld. Einen Radiobeitrag hat der Heimatverein Raesfeld produziert. Am Dienstag, 6. März, zwischen 19.04 und 19.30 Uhr erfahren Hörer der Westmünsterlandwelle WMW in der Reihe Rotlicht etwas übers Beijarn - allerdings in Plattdeutsch. Der Heimatverein erzählt in seinem Beitrag vom Beijarn, dem Läuten der Kirchenglocken mit Händen und Füßen, wie es in früheren Jahrhunderten üblich war. Am selben Dienstag, um 20 Uhr, treffen sich die Mitglieder im Museum am Schloss zur Hauptversammlung. Wichtiger Punkt auf der Tagesordnung sind Wahlen zum Vorstand. Zudem werden neben dem Jahresbericht der Vorsitzenden, Maria Leister, auch die Fachgruppen ihre Aktivitäten Revue passieren lassen: Sauerländischer Gebirgsverein, Natur- und Vogelschutzgruppe und Museum. Verdiente Mitglieder werden geehrt und das Jahresprogramm vorgestellt.
Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung
vom 05. März 2001
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Raesfeld. An der Femeiche würde sich der Stein gut machen,
und eigentlich gehört er ja auch dort hin. Dieser Ansicht ist zumindest der
Heimatverein Erle. Er möchte den Findling aus der Eiszeit, der 1934 von Erle nach
Dorsten verschleppt wurde, zurückhaben.
Auf rund 200 000 Jahre schätzen Experten den 100 Zentner schweren Findling,
berichtet Clemens Heßling vom Heimatverein über den Findling, der heute im Park am Dorstener Westwall liegt. Früher
befand sich der Stein auf dem Grund Bernhard Böckenhoffs in Erle-Östrich. Der
schenkte das Überbleibsel aus der Eiszeit, das aus Südschweden stammen soll,
dem Kriegerverein Erle, der es zum Gasthaus Tenk-Heßling brachte. Dort wurde der Stein als
Fronleichnam-Altärchen genutzt. Zur Zeit meines Eingreifens, schrieb 1934 ein
Mitarbeiter der Bezirksstelle für Naturdenkmalpflege des
Ruhrsiedlungsverbandes, war der Stein nicht mehr in Gefahr, als Ehrenmal
verwandt zu werden, da der Kriegerverein eine würdigere Form fand. Der
Naturdenkmal-Kommissar richtete sein Schreiben damals an den Dorstener Bürgermeister
als eine Art Eilwarnung, denn er war strikt dagegen, Findlinge als Denksteine zu
nutzen. Ihm war zugetragen worden, dass die Nazis planten, den Stein in Dorsten zur Heldenehrung zu vereinnahmen. Aber die Heldenverehrer der NSDAP waren
schneller. Sie erklärten, den Stein geschenkt erhalten zu haben und errichteten in nur drei Wochen ein Denkmal bei der Lippebrücke, erhellt der
Erler Pastor Barlage die Vorgänge unter der Nazi-Diktatur. Eingeweiht am 24.
Juni 1934, wurde aus dem Findling ein Denkmal für das Freikorps
Lichtschlag/Loewenfeld, das zuvor blutig die Spartakisten bekämpft hatte.
Barlage: Im November 1919 kamen beim rücksichtslosen Einsatz des Freikorps
unter Hauptmann Lichtschlag an der Lippebrücke 38 Spartakus-Genossen um - und zwei Freikorps-Soldaten. Nach dem Krieg warfen alliierte Truppen das
Nazi-Denkmal in den Kanal, wo es 1949 von Tauchern wieder entdeckt wurde. So kam
es zum Westgraben, jetzt als Gedenkstein für die Kriegsgefangenen. Nun möchte
Heßling erreichen, den Findling zurückzuerhalten: für einen Platz an der
Femeiche - als Naturdenkmal.
Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung
vom 01. März 2001
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2000 |
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| 23.10.2000 | Der Isselburger Heimatverein besucht die Isselquelle |
| 25.10.2000 | Betagter Findling erzählt aus der Erdgeschichte |
| 13.10.2000 | Marienbild im Eichenwald |
| 11.09.2000 | Blick in die Säle des Schlosses |
| 05.09.2000 | Auf den Spuren eines abgestürzten Lancaster-Bombers |
| 29.08.2000 | Herz wieder auf Reisen |
| 26.07.2000 | Kletterpartie in luftiger Höhe |
| 29.03.2000 | Forscher geht Bohrloch auf den Grund |
| 20.03.2000 | Dreckspatzen zechen gerne in Schutzgebieten |
| 26.02.2000 | |
| 10.01.2000 | Die Gemeinde feiert silberne Hochzeit |
Auf Einladung des Heimatvereins machten sich am Samstag 52 Isselburger Bürger und Bürgerinnen mit dem Bus auf die Suche nach der Quelle des Flusses, der ihrer Stadt den Namen gab.
ISSELBURG (RP). Einem kleinen malerischen Flusslauf verdankt die Stadt
zwischen Rees und Bocholt ihren Namen - der Issel. "Jeder weiß, dass es
auch irgendwo eine Isselquelle gibt. Aber kaum einer kennt sie",
schilderte Clemens Hackvoort, Schriftführer des Isselburger Heimatvereins.
Deshalb lud der Verein, der sich seit mittlerweile zehn Jahren für den Schutz
und den Erhalt der Heimat einsetzt, alle Interessierten am Samstag zu einer
Busfahrt nach Raesfeld an den Ursprung des namengebenden Gewässers ein.
Und die Vermutungen des Schriftführers bestätigten sich: "Ich habe während
der Fahrt mal gefragt, wer eigentlich schon mal die Isselquelle besichtigt hat.
Nur acht der 52 Mitreisenden konnten sich daran erinnern, schon einmal dort
gewesen zu sein", so Hackvoort. Entsprechend groß war natürlich auch die
Spannung unter den Mitreisenden.
Doch wer ein kleines Rinnsal erwartet hatte, dass aus einem Stein sprudelt,
wurde enttäuscht. Mitten auf einer Wiese - zwischen Kühen und Mais - war ein
kleiner Teich, dessen Wasseroberfläche mit Algen bedeckt war, von dem ein
kleiner Bach abzweigte - die Issel. "Das Wasser wird von unten hoch gedrückt.
Deshalb die Algenbildung", erklärte jemand, der wohl schon mal dort
gewesen war.
Unterricht im Baum:
Sogar ein Wortspiel konnten die Reisenden des Heimatvereins ganz handfest
erleben: Denn die älteste Eiche der Region steht in Erle - nur einige Kilometer
entfernt von der Isselquelle. Den Reeser Erhard Winkler erinnerte der 1500 Jahre
alte Baum an seine Schulzeit: "Ich bin 1946 mit meinen Eltern aus Schlesien
nach Raesfeld geflüchtet und hier auch zur Schule gegangen.
Ich weiß noch, dass wir im Rahmen des Geschichtsunterrichts öfter zu dieser
Eiche gewandert sind. Der Stamm des Baumes war auch damals schon so ausgehöhlt,
dass wird dort problemlos Unterricht machen konnten." Winkler wusste auch,
dass es einen Geheimgang vom Schloss Raesfeld zur Femeiche gibt: "Einige
Schulklassen waren damals im Schloss untergebracht - und dann steckt man seine
Nase ja überall rein."
Eine Stärkung gab es für die Heimatfreunde auf einem umgebauten Bauernhof,
bevor die Tour mit einer Stadtbesichtigung und dem Besuch der Schlossanlagen in
und um Raesfeld endete.
Von TIM TERHORST
Quelle:
RP Online Emmerich 23.10.2000
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Raesfeld. Als das Ostufer des Rheins noch bis
Raesfeld reichte, wurde der 1,85 Tonnen schwere Findling in einer Eisscholle
herangeschwemmt. Der Stein erzählt von der Zeit, als die Braunkohle entstand.
Er ist rund 20 Mio Jahre alt - und jetzt erfahren alle von seiner Geschichte.
Es hat zwar eine Weile gedauert, aber seit gestern kann jeder Passant die
spannende Geschichte des Findlings nachlesen, der seit Dezember 1996 den
Hintereingang der Volksbank Raesfeld ziert. Beim sagenhaften Alter des quarzitischen Sandsteins ist es ohnehin auf
die paar Tage mehr oder weniger nicht angekommen, bis nun das Edelstahl-Täfelchen
Details aus seinem Leben preisgibt. Entdeckt hat den Findling
Heimatvereinsmitglied und Hobby-Steinesammler Johannes Böckenhoff, der sich gestern, gerade aus dem
Krankenhaus gekommen, die Enthüllung der kleinen Tafel nicht entgehen lassen
wollte. Böckenhoff entdeckte den Star der Raesfelder Gesteinswelt nach dem Kirchgang: Bauarbeiter hatten ihn bei der
Kirchplatzsanierung ausgebuddelt. Der Heimatverein Raesfeld nutzte das Fachwissen seines Mitglieds Werner Hansen. Der erfahrene
Hobby-Geologe erkannte schnell die Bedeutung des Braunkohlenquarzits vom
Kirchplatz und so, sagt Heimatvereinsvorsitzende Maria Leister, wurde das Prachtexemplar in
Windeseile sichergestellt.
Nun erzählt der Stein aus seiner Vergangenheit. Er zeigt Abdrücke von
Baumwurzeln und erinnert daran, dass aus Kiefern, Fichten und Tannen, Sumpfzypressen
und Birken, Ahorn und Amberbaum schließlich die Braunkohle wurde.
Quelle:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
vom 25. Oktober 2000
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RAESFELD. In Kürze macht sich Steinbildhauer Ferdi Löchteken ans Werk. Aus cremefarbenen
Kalkstein wird er eine barocke Mariengestalt schaffen. Noch vor Jahresende soll sie als
Marienbildstock im Roringsbusch ihren Platz finden.
Die Kolpingsfamilie Raesfeld hat schon tatkräftig vorgearbeitet und an der Rückseite
der alten St.-Martin-Station ein Fundament mit Stufen geschaffen. Die barocke Maria wird
künftig das verwitterte Steinbild dort ersetzen.
Seit 1992 steht der Bildstock unter Denkmalschutz. Damals ist er bereits mit viel
Eigenleistung von der Kolpingsfamilie Raesfeld renoviert worden. Die Kolpingsfamilie war es
auch, die die Fronleichnams-Station im Jahr 1935 errichtet hatte. In den Tagen des Dritten Reichs, berichtet
der ortskundige Geschichtsforscher Adalbert Friedrich, hatte die von den Nazis bedrängte
und in ihrer Arbeit unterdrückte Kolpingsfamilie ihr 25-jähriges Bestehen feiern wollen, doch öffentliches Auftreten war
ihr bereits verboten. So verbrachte sie das Gründungsfest eher still - als geschlossene
Veranstaltung im Saal Grundmann, errichtete aber für verbliebenes Geld aus der Vereinskasse die Fronleichnams-Station. Am 15.
September 1935 wurde sie feierlich eingeweiht. Der Bauer Roring hatte bereitwillig ein
passendes Gelände auf seinem Grund am Roringshook zur Verfügung gestellt. Das Bild
vom Heiligen Martin schuf der in München lebende Raesfelder Bildhauer Josef Meinert.
Mit der Flurbereinigung wurde der Fronleichnamsstation der Prozessionsweg abgeschnitten, erinnert Adalbert Friedrich.
Dennoch wurde sie weiter genutzt als Stätte der Besinnung. In den vergangenen Jahren kamen
stets mehrere hundert Raesfelder zum Maifest im Eichenwäldchen zusammen - bis die neue
Ortsumgehung in Betrieb ging. Da wurde es zu laut für die Andacht, erklärt Norbert Hater, der sich mit fünf weiteren
Kolpingbrüdern um die Sanierung der Station kümmert. Eine Pause von zwei Jahren folgte.
Kreis und Gemeinde beschlossen, sich an der rund 34 000 DM teuren Ergänzung des
St.-Martin-Bildstocks zu je einem Drittel finanziell zu beteiligen. Norbert Hater: Der
Marienbildstock wird uns wohl im Mai nächsten Jahres die Feier wieder möglich machen. ube
WAZ - 13.10.2000 / LOKALAUSGABE / DORSTEN
Auch in Raesfeld gab es beim Tag des Denkmals interessante Stationen: Das bekannte Wasserschloss, das benachbarte Heimatmuseum und die Schlosskapelle St. Sebastian. Das Schlossfoyer mit den angrenzenden Räumen der Hauptburg stand den Besuchern erstmals offen, ein Blick in den Rittersaal war möglich. Die anderen Säle werden zur Zeit aufwändig renoviert. Auch in die renommierte Akademie des Handwerks in der Vorburg konnten die Besucher einen Blick werfen. Dort schauten sie sich die Restaurierungskünste an, die Handwerksmeister dort zur Weiterbildung absolvieren. Damit beteiligte sich die Akademie des Handwerks nach zweijähriger Pause wieder aktiv am bundesweiten Tag des Denkmals. Der Heimatverein lud in das benachbarte alte Gemäuer seines Museums und dessen Dauerausstellung ein. Auch die Schlosskapelle blieb den Gästen nicht unverschlossen.
Quelle:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
vom 11. September 2000
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RAESFELD. Nachdem der Lancaster-Bomber am 16. Mai 1943 den Hochspannungsmast gestreift
hatte, raste er nur wenige Meter übers Bauernhaus der Marbecker Familie Thesing
hinweg, stürzte aufs Feld. Jetzt begaben sich Angehörige aus Kanada auf
Erinnerungsfahrt.
Über Richard Sühling vom Heimatverein Raesfeld war es zu dem aktuellen Kontakt gekommen, der kürzlich eine 40-köpfige
Reisegruppe ins Museum am Schloss und an die rund fünf Kilometer entfernte Absturzstelle führte. Mit so vielen
Besuchern hatten wir gar nicht gerechnet, so Sühling zur Kurz-Visite eines
Busses der Battlefield-Tours, die vom englischen Birmingham aus organisiert
werden. Mit ihm empfingen Heimatvereinsvorsitzende Maria Leister und Vorgänger Adalbert Friedrich die Gäste. Unter ihnen befanden sich drei Männer
und Frauen, deren Anverwandte in Marbeck den Tod fanden, bevor sie ihren geplanten
Einsatzort im Sauerland erreichten. Denn insgesamt 19 britische Lancaster-Bomber
waren mit eigens entwickelten Spezialbomben an Bord losgeflogen, um im Sauerland
die Staumauern der großen Talsperren zu zerstören. Es gelang ihnen bei der Möhnetalsperre,
und auch die Edertalsperre wurde getroffen. Über 1000 Menschen ertranken damals in
den ausströmenden Wassermassen. Von den Maschinen kehrten nur 11 an ihren
Heimatflughafen zurück. Wie der in Marbeck abgestürzte Bomber scheiterten
einige schon vor ihrem Einsatz an den schwierigen Flug-Bedingungen. Um der
deutschen Abwehr zu entkommen, flogen sie baumwipfeltief in Höhen von oft unter
50 Metern. In Marbeck verfolgten Augenzeugen die gewaltige Explosion in der
Nacht zum 17. Mai. Munition entzündete sich beim Absturz. Sekunden später
detonierte - 150 Meter weitergerollt - die tückische Bombe, die über Wasserflächen
springen konnte und die eigentlich einen Staudamm hätte treffen sollen. In den Trümmern starben
sieben Besatzungsmitglieder. Sie stammten auch aus dem im Commonwealth
verbundenen Kanada, junge Männer von 20 bis 23 Jahren. Ein Neffe, eine Großnichte
und ein Bruder wollten sich mit Battlefield-Tours die Todesstätten ansehen,
besuchten die Kriegsgräber der Soldaten bei Kleve. Im Museum Raesfeld betrachteten sie bewegt die Original-Fotografie der Absturzstelle, festgehalten
vom Raesfelder Fotografen Ignaz Böckenhoff.
Quelle:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
vom 05. September 2000
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Das Bleierne Herz aus der Raesfelder Schlosskapelle hat schon einige Reisen hinter sich. Die erste war die längste: Als Reichsgraf Christoph-Otto von Velen, Enkel des Schloss-Erbauers Alexander II., 1733 in Brüssel starb, wurden seine Gebeine ohne das Herz beigesetzt. Das ging auf eine Fahrt in die Heimat und fand in der Totengruft der Schlosskapelle seine letzte Ruhe. Entdeckt wurde es erst wieder 1962 bei Restaurierungsarbeiten. Wie die Uni Münster herausfand, ruhte es in der Bleikapsel mit der Aufschrift COSRIC de Velen - für (C)hristoph, (O)tto, (S)acri, (R)omani (I)mperii (C)omes in einer konservierenden Flüssigkeit. Jetzt hat das Herz diese Flüssigkeit verloren, wie Heimatvereinsvorsitzende Maria Leister bei einer Besichtigung der heute in der Kapelle hinter Glas verwahrten Rarität bemerkte. Pfarrer Arntz brachte es am Freitag persönlich ins Anatomische Institut Münster zur Untersuchung.
WAZ - 29.08.2000 / LOKALAUSGABE / DORSTEN
RAESFELD. Sprosse um Sprosse erklimmen Architekt Albert Nortmann, Maria Leister
und ihre Begleiter vom Heimatverein die Metall-Leitern rund um den 49 Meter hohen
Raesfelder Kirchturm. Nur noch der Turmhelm ragt schließlich über ihren luftigen Ausguck
hinaus.
Es ist aber weniger die Aussicht, die die schwindelfreie Gruppe interessiert,
sondern der Turm selbst - und die Arbeiten, die zur Zeit dort laufen. In jeder Etage fast
quadratzentimeterweise, scherzt Albert Nortmann später, begutachten die sechs
Kletterer Mauerwerk und Putz. Eine große Plane bedeckt den Schaft des Turms. Darum sieht man die Gruppe
von unten erst wieder, als sie die oberste Gerüst-Etage erreicht, mit dabei:
Steinbildhauer Ferdi Löchteken, Norbert Hater, Johannes Böckenhoff-Budde,
Josef Spangemacher und Raesfelds Heimatforscher Adalbert Friedrich. Er erklärt, warum sich der
Heimatverein in Abstimmung mit dem Kirchenvorstand diese Besichtigung gewünscht hat: Die
Kirche ist ja ein Anliegen der gesamten Gemeinde. So erläutert dann der
Architekt die verschiedenen Teile des Turms aus Sandstein und aus Ziegeln. Länger gesprochen wird über die Ausbesserung mit hellrotem Ziegel
an der südöstlichen Ecke, wo Kriegsschäden auf die Schnelle - aus heutiger
Sicht unsachgemäß - geflickt wurden. Das soll aber unbedingt erhalten bleiben,
sind sich Bau- und Geschichtsexperten einig. Friedrich: Der Turm zeigt ja ein Stück Geschichte. In
diesem Fall zeigt er eine Wunde, die ihm im Zweiten Weltkrieg eine Rakete
schlug. Das war genau am Nikolausabend 1944, erinnert sich Norbert Hater. Die
Turm-Sanierung ist Teil der Gesamt-Restaurierung der Kirche, die 1999 mit der
neuen Bleieinfassung der Fenster begann. Der Turm eröffnet den 2. Bauabschnitt,
Chor und Mittelschiff werden folgen. Alles wird komplett neu verfugt, um der Pfarrkiche
ein einheitliches Erscheinungsbild zurückzugeben. Gerade werden in Gescher neue
Ziegel auf alt gebrannt, um marode Einzelstücke passend zu ergänzen;
Fertigstellung bis Jahresende. 2001 ist der Innenraum an der Reihe.
Quelle:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
vom 26. Juli 2000
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RAESFELD. Wäre die Bohrung erfolgreich gewesen, sähe Raesfeld heute anders aus.
Werner Hansen hat die Geschichte des Kohlebohrlochs in Scherers Busch genauestens
erforscht.
Selbst viele Raesfelder wissen nichts davon, erzählt der Diplomingenieur, der die Geologie
als Hobby betreibt. Durch seinen Großvater Heinrich Büsken erfuhr Hansen schon als Kind
von der bis dato mysteriösen Bohrung. Wasser solle aus einem fürstlichen Bohrloch fließen,
erzählte er. Seit Mitte der 70er Jahre geht Hansen der Sache professionell auf den Grund.
Hansen blickte auch in die Geologischen Karten von Preußen: Die dort verzeichneten 50
Mutungsbohrungen haben aber nichts mit dem Scherers Busch zu tun. Die geografische Lage
passt nicht. Die Vermutung: Das Bohrloch stammt aus der Zeit vor 1905. Fürst Salm-Salm
beauftragte Experten für die Arbeiten, Raesfeld gehörte zu seinem Regalgebiet.
Adalbert Friedrich und Johann Löchteken gaben den Hinweis, dass die Gesellschaft Unitas
zwischen 1876 und '79 mit diesen Arbeiten beschäftigt war. Die Bohrungen waren zwar
erfolgreich, die Kohlemenge aber so gering, dass sich ein wirtschaftlicher Abbau nicht
lohnen würde.
Im Laufe von Hansens Forschungen kam der Kontakt zu Peter Lerner zustande. Ihm gehört
das Grundstück im Scherers Busch. Er sorgte dafür, dass der weiche Schlamm aus dem
inzwischen durch Betonbrunnenringe geschützten Bohrloch abgesaugt wurde. Dabei fand sich ein
noch größerer Brunnenschacht aus Holz. Hansen ließ das Wasser, das aus dem Bohrloch
strömt, genau analysieren. Das artesisch austretende Nass kommt mit einem Drang von
0,25 Kubikmeter pro Stunde aus der Tiefe. Es fließt aus dem Loch auf die angrenzende Büskes
Wiese und versickert dort. Hansens Forschungen stießen nicht nur in Raesfeld auf großes Interesse. Das
Bergbaumuseum Bochum buddelte im Archiv, fand aber nicht über die Bohrung. Für Hansen ein
Beleg, dass die Arbeiten vor der Lex Gamp, benannt nach dem Freiherrn von Gamp, liegen.
Dieses Gesetz schränkte die bis dahin geltende Bergbaufreiheit stark ein. Kein Wunder, dass
die hektischen Arbeiten vor Erlass der Lex Gamp kaum dokumetiert wurden. Bis auf 1000
Meter Tiefe drangen die Forscher damals vor.
Alte Fotos zeigen, dass die Ingenieure schon
damals in großem Stil mit viel Gerät nach dem schwarzen Gold suchten. Das Bohrloch in Scherers Busch ist das
einzige noch sichtbare Zeugnis, den Steinkohlebergbau um die Jahrhundertwende vom
nördlichen Ruhrgebiet bis nach Raesfeld voranzutreiben, betont Hansen in seiner sehr
ausführlichen Dokumentation. Zum Glück ohne Erfolg: Zechentürme, womöglich noch nahe des Raesfelder Schlosses schwer
vorstellbar. rtl
WAZ - 29.03.2000 / LOKALAUSGABE / DORSTEN
RAESFELD. Bis zum Überquellen füllten die Müllsammler der Aktion Saubere Landschaft die
beiden Abfall-Container am Samstag.
207 fleißige Umweltfreunde mit insgesamt 24 Fahrzeugen machten bei der 20. Aktion dieser
Art mit. Fast alle Vereine und Verbände aus Raesfeld und Erle waren dabei, die größte
Gruppe stellte die KLJB Raesfeld mit 20 Helfern.
Die Liste reichte vom Allgemeinen Bürgerschützenverein bis zur Volleyball-Gemeinschaft. Bis auf den
Raesfelder Ortskern durchkämmten die Sammler elf Bezirke nach den traurigen Hinterlassenschaften der Schmutzfinken. Vom
Raesfelder Rathaus und dem Erler Feuerwehrgerätehaus zogen die Teilnehmer los. Mit erstaunlichen Ergebnissen: Offensichtlich
wird von den Dreckspatzen in freier Natur viel und gern gezecht. Hunderte von Bierdosen und
ebensoviele Schnapsfläschchen fischten sie aus den Gräben. Neben dem Ex- und Hopp-Müll wurde
auch wieder gezielt entsorgt: Zwei Waschmaschinen, Autobatterien und einen Fernseher bargen die Sammler.
Die Beteiligung ist sehr groß, bilanzierte Maria Leister, Vorsitzende des Heimatvereins
und mit Friedrich Rest Organisatorin der Sammelaktion. Besonders die hohe Zahl der
Jugendlichen, die sich nicht zu schade waren, anderer Menschen Dreck wegzuräumen, freute die
Organisatoren. In den Köpfen der Jugendlichen muss es anfangen, keinen Müll wegzuwerfen,
betonte Maria Leister. Sinn der Aktion seien Umwelt- und Tierschutz stellten die
Organisatoren klar, denn auch die Schutzgebiete werden zugemüllt. Beide sprachen
den engagierten Einzelsammlern und allen Vereinen ein dickes Dankeschön aus. Die Müllmenge stagniert, haben die
Umweltaktivisten festgestellt. Der Abfall liege aber schwerpunktmäßiger als früher,
haben sie ebenfalls beobachtet. Erstaunlich: Sogar die erst Ende vorigen Jahres eingeweihte
Ortsumgehung Raesfeld glich an den Straßenrändern einer Müllkippe. Dorthin kommt
der Dreck nach dem Aussortieren der Problemabfälle heute. Nach der Arbeit gab's im
Raesfelder Feuerwehrgerätehaus eine kostenlose Stärkung.
Wenn nötig, soll es auch zum nächsten Frühling eine Sammelaktion geben, so Leister.
Dass aber auch sie erfolgreich sein dürfte, ist fast schon traurige Gewissheit. rtl
WAZ - 20.03.2000 / LOKALAUSGABE / DORSTEN
DORSTEN. Als Schritt in die Zukunft will der
Heimatverein Raesfeld die Spende der Volksbank nutzen: Seine Daten sollen - bald per Computer
archiviert - der Nachwelt erhalten bleiben. Außerdem soll die EDV Interesse bei
jungen Leuten wecken.
Heimatvereinsvorsitzende Maria Leister, Adalbert Friedrich, Margret Sühling und
Rudolf Spangemacher vom Vorstand des Heimatvereins nahmen am Donnerstag Abend 2.881
DM (= 1.473 €), überreicht von Bankvorstand Hermann
Burbaum, entgegen. Diese Summe, Erlös aus dem Imbiss- und Getränkeangebot am Tag der offenen Tür der Volksbank
Raesfeld, die sich kürzlich nach großem Umbau wieder der Öffentlichkeit präsentiert
hatte, möchte der Verein in die Anschaffung eines Computers investieren. Freude
herrschte aber auch bei Konrad Holtschlag. Er kann als Gewinner der
Volksbank-2000-Verlosung demnächst - in Begleitung - eine Fahrt mit dem Heißluftballon
unternehmen. Paul Kappenhagen kann einen Einkaufsgutschein von 250 DM einlösen
und Mechthilde Jüttner erhielt ein Gewinnsparlos im Wert von 120 DM. Wir werden in
Zukunft verstärkt Gruppen, Vereine und andere Interessierte als Gäste zu uns einladen, so Hermann Burbaum über die
Aktivitäten im neuen Haus. Vorgestern durften dabei unter den geladenen
Besuchern die Anteilseigner rund um die 2000er-Marke nicht fehlen. Extra
eingeladen waren Ute Nienhaus als 2000. Mitglied der Volksbank, ihre achtjährige
Tochter Nicole als Mitglied 1999 und Anja Höing als 2001. Teilhaberin.
Quelle:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
vom 26. Februar 2000
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RAESFELD ist sparsam. Auch mit Neujahrs-Empfängen: Der letzte war 1989 zur
1100-Jahr-Feier. Gestern hatte Bürgermeister Udo Rößing wieder eingeladen: Zur
Silberhochzeit der Großgemeinde Raesfeld.
200 Gäste versammelten sich im Saal Epping, gingen mit Rößing auf eine kleine Zeitreise zu
den Wurzeln der Großgemeinde (für unterwegs gab's Frikadellen und Schinken-Schnittchen,
Sekt und Saft), begrüßten Gäste aus Wehl und Dömitz sowie Vertreter der Ortsteile Homer,
Erle und Raesfeld, die ihre Sicht der Dorf-Ehe schilderten. Auf der Bühne schon für das
Stück des Theatervereins am Abend zur rustikalen Pension hergerichtet steuerte ein
Streichquartett der Musikschule Händel (Wassermusik) und Prokofieff (Peter und der
Wolf) zur Feierstunde bei.
Staatstragende Vertreter von Kreis, Bezirk und Land waren nicht da, Besucher aus den
Nachbar-Gemeinden auch nicht. Blanke Absicht, sagte Rößing. Heute soll Raesfeld unter sich
sein. Freilich: Da kommt auch schon einiges zusammen. Kirchen, Banken, Handwerk,
Institutionen, Geschäftswelt, Sport, über 60 Vereine und Gruppierungen waren vertreten.
Rößing: Es wäre schön, hätten wir von jedem mehr einladen können. Aber da hätten wir doch
die Bürgerhalle bauen müssen (zustimmender Applaus im Saal).
Zwei Gäste von auswärts waren aber doch gern gesehen: Roeland Van den Born, Bürgermeister
der holländischen Partnergemeinde Wehl, gratulierte zum Silbernen, überreichte eine
große Kiste Blumenzwiebeln als Gastgeschenk und versprach der 13 Jahre währenden
Partnerschaft eine noch lange Zukunft. Dass auch aus den Beziehungen zwischen Raesfeld und
Dömitz mal eine richtige Partnerschaft wird, wünschte Renate Vollbrecht, Bürgermeisterin
der Elbstadt. Seit zehn Jahren sind die beiden Orte vor allem über die Feuerwehr verbandelt.
Für die Ortsteile sprachen Adalbert Friedrich (Raesfeld) Pfarrer Hans-Josef Barlage (Erle)
und Georg Olbing (Homer) über Geschichte und Perspektive der kommunalen Neugliederung 1975. LuB.
WAZ - 10.01.2000 / LOKALAUSGABE / DORSTEN
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1999 |
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| 02.07.1999 | Auf Wanderschaft im Dorf |
| 26.07.1999 | Lieder zur schönen Sommerszeit |
| 12.04.1999 | Feierstunde: Heimatpflege bleibt aktuell |
| 09.04.1999 | Heimatverein feiert sein Jubiläum im Rittersaal |
| 25.03.1999 | 25 Jahre Natur- und Vogelschutz- und Wandergruppe |
RAESFELD. Gestern ging's in Raesfelds schönen, alten Ortsteil Brink. Aber auch die
brandneue Trasse der Ortsumgehung haben die Wanderer schon abgeschritten. Guten
Anklang finden die rund zweistündigen Kurzausflüge, die der Sauerländische
Gebirgsverein (SGV) jetzt allmonatlich anbietet.
Zum dritten Mal startete gestern nachmittag die agile Wandergruppe vom Parkplatz
hinter dem Rathaus. Wieder waren ein gutes Dutzend ältere Raesfelder dabei. Vor über zehn Jahren haben wir schon einmal ein ähnliches Angebot
gemacht, so Werner Hansen, Vorsitzender des Sauerländischen Gebirgsvereins
Raesfeld (SGV), der neben den zahlreichen Sonntagstouren auch diese Wanderungen
organisiert. Hansen: Mich haben einige SGV-Mitglieder angesprochen, denen die
weiteren Touren zu anstrengend geworden waren. Daraufhin haben wir uns wieder
dem Seniorenwandern zugewandt und bieten seither diesen Termin um 14 Uhr an jedem ersten Donnerstag im Monat
gemeinsam mit dem Verkehrsverein und dem Heimatverein Raesfeld an. Was Werner Hansen besonders freut: Zu den Kurzwanderungen haben sich auch
viele Zugezogene eingefunden. Schließlich sind die beschaulichen Fußmärsche
nicht zuletzt eine prima Gelegenheit, sich zu unterhalten und Kontakte miteinander zu knüpfen. Unsere erste Tour mit gleich 14 Teilnehmern
hat uns entlang der Baustrecke für die neuen Ortsumgehung nach Norden geführt,
zurück ging es über den Vennekenweg, erzählt Werner Hansen. Die zweite
Strecke führte dann zum südlichen Teil der Umgehung. Dort haben wir auch die
Stelle in Augenschein genommen, an der um 1895/1897 einmal nach Kohle gebohrt
worden ist. Man hat auch welche gefunden, aber für damalige Abbauverhältnisse
lag sie zu tief. Eine schöne Beigabe für die Wanderfreunde, daß Hobbygeologe
Hansen den Fußmarsch mit seinem Wissensschatz bereichern kann. Gestern
passierte die Gruppe den Standort der nicht mehr sichtbaren, ehemalige
Burganlage Kretier beim Büskerhook im Raesfelder Nordwesten. Aber auch auf interessante Ausflugsziele achtet Hansen. Gestern
besuchte seine Gruppe zum Beispiel den Bauernhof Böckenhoff im Norden des
Dorfs, der sich auf den Anbau von Beerenobst spezialisiert hat und andere bäuerliche Produkte auch von benachbarten Landwirten vertreibt. Nach dem
kreislaufbelebenden Spaziergang durch die nördliche Gemeinde gab's zum Abschluß
eine gemütliche Einkehr in der Gartenwirtschaft Old Inn in der Straße St.
Sebastian. Die werden sicher auch noch nicht alle kennen, auch wenn sie in
Raesfeld wohnen, war sich Werner Hansen sicher.
Quelle:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
vom 02. Juli 1999
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RAESFELD. "Geh aus, mein Herz
und suche Freud' in dieser schönen Sommerszeit . . ." Spaziergänger hörten das
bekannte Volkslied, sahen die Versammlung im Schloßhof, stellten sich einfach
dazu und sangen munter mit.
So lockte das Johannisingen des Raesfelder Heimatvereins am Donnerstag abend am Schloß auch Zufallsbesucher, die im Tiergarten einen schönen
Spaziergang gemacht hatten. Trotz Ferienzeit fanden sich am Johannitag, dem
Namenstag des Johann, jedes Jahr am 24. Juni, insgesamt 70 Frauen und Männer ein. Mit dem Liederheftchen, das der
Heimatverein wieder in ausreichender Zahl bereitgelegt hatte, konnten alle die vielen,
beliebten Lieder textsicher mitsingen. Den Reigen eröffnete der freundliche Gruß
"Gut'n Abend euch allen". "Das Wandern ist des Müllers Lust" fehlte ebensowenig wie
"Horch, was kommt von draußen rein", "Geh aus, mein Herz",
"Heißa Kathreinerle" "Jänsken satt up'n Schnoatsteen" oder
das "Klumpenleed" für Freunde des Platt. Für musikalische Begleitung sorgte
diesmal Franz Büsken. Mit dem Trecksack, einer Art Akkordeon (Ziehharmonika). Mit diesem
Instrument kehrte der Heimatverein einmal zur Urform der Veranstaltung zurück, die er 1981 zur Erinnerung ans früher
übliche Sommersingen in der Nachbarschaft wieder zum Leben erweckt hatte.
Quelle: Westdeutsche Allgemeine Zeitung
vom 26. Juni 1999 ![]()
RAESFELD. Drei Jubiläen auf einen Streich:
Heimatverein, Natur-, Vogelschutz- und die Wandergruppe (SGV) feierten am Samstag im Rittersaal des Schlosses Geburtstag.
Maria Leister, Vorsitzende des ersten Jubilars, stellte in ihrer Begrüßung die
provokative Frage: Heimatverein noch zeitgemäß? Und antwortete eindeutig: Heimatpflege bleibt aktuell. Bürgermeister Udo
Rößing stellte in seinem Beitrag den umfangreichen Aufgabenkanon vor: Vom Natur-
und Heimatschutz über die Aufarbeitung der Heimatgeschichte, das Wasserschloß,
Pflege der Dörflichkeit und der Tradition. Christl Löns, Vorsitzende des Kulturausschusses des Kreises
Borken, betonte, der Heimatverein habe eine Allzuständigkeit wie der Rat. Dr. Edeltraud Klueting, Geschäftsführerin
des Westfälischen Heimatbundes, begann mit einem Zitat: "Wer in die Zukunft
blicken will, muß in der Vergangenheit blättern". Zugleich würdigte sie die
ehrenamtliche Arbeit der zur Zeit 150 Vereinsmitglieder. Zwar sei der Begriff
Heimat nicht definiert: Heimat lebt vom Zusammenwirken, meinte sie. Der Bund,
1915 gegründet und 520 Vereine stark, lehnt zugleich die Landespläne ab, die Landschaftsverbände
aufzulösen: Das geht an die Wurzeln der regionalen Identität. Adalbert
Friedrich, von 1969 bis 1993 Vorsitzender des Heimatvereines, warf einen Blick
zurück auf die ersten Schritte des Vereins. Am 28. März 1949 durch Anregung
von Pfarrer Austermann gegründet, trugen sich 52 Raesfelder in die Liste ein. Der Jahresbeitrag betrug damals zwei Mark. Viele Sünden der
Vergangenheit listete er auf: Ortskern- und Flurbereinigung sowie die frühere Baupolitik mit der Abrißbirne.
Fotografieren, abreißen, Bild in den Heimatkalender, habe ihm jemand ironisch
zum Thema Denkmalschutz erklärt. Maria Leister, Friedrichs Nachfolgerin, trug
die lange Liste der Erfolge und Tätigkeiten des Vereins vor. Fast jedes Jahr erwies sich dabei als wichtige
Etappe, die ein sichtbares Ergebnis hinterlassen hat.
Das Heimatmuseum erwartet in diesen Tagen seinen 34 000. Besucher. Danach schlug
die Stunde der Gratulanten und Jubilare. Zahlreiche benachbarte Heimatvereine
und andere Gruppen aus Raesfeld und Erle überbrachten Glückwünsche und Geschenke. Seit 25 Jahren dabei: Hans Bannefeld, Karl Flück, August Haselhoff,
Heinz Heisterklaus, Friedel Hoffmann, Richard Kösters, Hermann Leiers, Richard
Sühling und Hermann Stegerhütte. Viel Applaus erhielten die vier Gründungsmitglieder: Else
Hinzelmann, Heinrich Lehmbrock-Möllers und Richard Ostendorf wurde die Ehrenmitgliedschaft
und Adalbert Friedrich der Ehrenvorsitz verliehen. Egon Reiche aus Bocholt rundete
die zweistündige Feier mit einem plattdeutschen Beitrag über gewinnsüchtige Kaufleute ab. Der Kunstkreis
Raesfeld sorgte für die musikalische Gestaltung. Der Titel des Stücks von Professor
Linke: "Ein Raesfelder in Wien."
Quelle:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
vom 12. April 1999
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RAESFELD. Besinnlich Plattdeutsches wird zu hören sein, Musik vom Kunstkreis
Raesfeld und natürlich ein ausführlicher Rückblick. Mit einer Festveranstaltung im
Rittersaal des Schlosses feiert der Heimatverein Raesfeld sein 50jähriges Bestehen.
Alle Vereinsmitglieder und -freunde sind herzlich eingeladen zu dem Fest, das am kommenden Samstag, 10.
April, um 10.30 beginnt. Begrüßt werden die Gäste von der Vereinsvorsitzenden
Maria Leister. Anschließend gibt es Grußworte von Bürgermeister Udo Rößing,
der Vorsitzenden des Kreiskulturausschusses, Christel Löns, und von Dr. Edeltraud Klueting, Geschäftsführerin des Westfälischen Heimatbundes.
Den Rückblick auf 50 Jahre Geschichte des Heimatvereins Raesfeld teilen sich der frühere langjährige Vorsitzende Adalbert Friedrich
und Maria Leister. Danach ehrt der Verein seine Jubilare, darunter Gründungsmitglieder.
Es folgt ein plattdeutscher Beitrag von Egon Reiche aus Bocholt. Die
musikalische Gestaltung der Feierstunde übernimmt der Kunstkreis Raesfeld. Im Anschluß wird zu einem kleinen Umtrunk gebeten.
Quelle:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
vom 09. April 1999
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Raesfeld. Stilvoll mit einem Festakt im Schloß feiert der
Heimatverein Raesfeld am 10. April sein 50-jähriges Bestehen. Eigentlich sind's ja drei
Jubiläen, um die es hier geht, denn die angegliederte
Wandergruppe und die Abteilung Natur- und Vogelschutz werden beide 25 Jahre alt.
Und genau genommen gibt es noch 13 weitere Jubiläen: Vier Raesfelder werden als Gründungsmitglieder geehrt
und neun sind seit einem Vierteljahrhundert dem Heimatverein treu. 150 Männer
und Frauen gehören dem Heimatverein heute an. Die Zahl bleibt seit Jahren konstant. Neue
und erloschene Mitgliedschaften halten sich die Waage. Für den Verein
dürften's gern noch ein paar mehr sein. Mit 24 DM Jahresbeitrag für
einen Erwachsenen und 36 DM für Ehepaare halten die Freunde der Heimatpflege die Beiträge
attraktiv niedrig. Zu den vielen Aktivitäten des
Heimatvereins gehört die Betreuung des Museums in der Freiheit am Schloß. Am
Karfreitag wird es nach der Winterpause wieder bis Mitte Oktober
seine Pforten öffnen: wie immer samstags, sonntags und feiertags von 14.30 bis 18 Uhr. Das Museum ist zugleich
Ausstellungs- und Versammlungsort für den Verein. Nachdem Berhard Broß aus
zeitlichen Gründen sein Amt als Museumswart abgegeben hat, teilen
sich nun Edith und Heinz Stenert, Matthias Soppenberg und Renate Bäss die organisatorischen Aufgaben. Ehrenamtlich versehen
weitere Vereinsmitglieder den Dienst zu den Öffnungzeiten, auf
Wunsch sind vom Museum aus Führungen durch die Schloßkapelle möglich.
1998 zählte das Museum 1671 Besucher. Zur Sonderausstellung
"Der
30jährige Krieg" fanden sich zusätzlich 510 Gäste ein. Über 800
zahlende Geschichtsinteressierte informierten sich außerdem in
der aufwendigen Ausstellung "Der 30jährige Krieg, Alexander II von
Velen und Schloß Raesfeld" die der Heimatverein, unter großem Engagement der Vorsitzenden, Maria Leister, 1998 für
23 Tage im Schloß zeigen konnte. Das waren einige Höhepunkte 1998, daneben läuft das kontinuierliche Programm, etwa mit
Dia-Vorträgen und Johannisingen. Die Wandergruppe (Sauerländischer Gebirgsverein)
unter der Leitung von Werner Hansen bietet sonntags regelmäßig
Ausflüge an. Über 100 000 Kilometer waren die Wanderfreunde im
vergangenen Jahr unterwegs. Berhard Broß leitet die Gruppe Natur-
und Vogelschutz. Mit seinen jugendlichen Mitstreitern kümmert er sich
um das Biotop "Im Pölleken" und die Versorgung der heimischen Vogelwelt mit selbstgebauten Nistkästen.
Zum Aufhängen und Sauberhalten geht's nach draußen, in der Sebastianschule treffen
sich die Naturliebhaber zum Nistkastenbau.
Bild: Maria Leister, Vorsitzende seit sechs Jahren (1993), mit Vorgänger Adalbert Friedrich, der 24 Jahre lang (1969-1993) Vorsitzender war.
Quelle:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
vom 25. März 1999
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1996 |
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| 01.11.1996 | Fernsicht entschädigte für den Muskelkater |
Raesfeld. Rund 100 Kilometer auf "Schuster's Rappen" unterwegs waren die 24 Raesfelder, die an der Wanderwoche des Heimatvereins im Harz teilnahmen. Von Wolfshagen aus besichtigte die Gruppe die Stabkirche in Hahnenklee, schloß Bekanntschaft mit der Harzer Wasserkunst, fuhr in Lautenthals ehemaliges Silberbergwerk ein, wo man sich von den unmenschlichen Arbeitsbedingungen der frühereren Bergleute überzeugen konnte, legte den steilen Heimweg der Bergleute aus Hahnenklee zurück und weiß nun aus eigener Erfahrung, warum sie die Hütte am Ende des Anstiegs "Gottlob" nannten. Einen Ruhetag gönnte man sich in Goslar, wo die Altstadt besichtigt wurde.
Höhepunkt der Woche war die Besteigung des Brockens. Belohnt wurde die Mühe mit einer ausgezeichneten Fernsicht. Auch die herbstliche Farbenpracht im wildromantischen Okertal, die bizarren Felsformationen der Kästeklippe, der Mausefalle und der Feigenbaumklippe ließen die Wanderer so manche Blase oder den Muskelkater vergessen.
Quelle: Borkener Zeitung
vom 01.11.1996
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