Presseberichte 2001

2001

14.12.2001 Alte Weberei Becker erwacht zum Leben
07.12.2001 Pättken bekommt einen Namen
17.11.2001 Heimatverein schaut zurück
14.11.2001 Die Böcken'hoffsche Bildersammlung
11.11.2001 Heimatverein Raesfeld e. V. im Internet
03.11.2001 Ein Schatz in Tausenden Bildern
05.09.2001 Führungen vermitteln die Schlossgeschichte
14.07.2001 Heimatverein besucht Osnabrück
08.06.2001 Spurensuche
08.03.2001 Maria Leister wiedergewählt
06.03.2001 Die Raesfelder Glocken - Eine CD des Heimatvereins
05.03.2001 Heimatverein berichtet über das Beiern
01.03.2001 Erler möchten den Findling zurückhaben

Alte Weberei Becker erwacht zum Leben

Auf Adalbert Friedrichs Zeichnungen im Heimatkalender

Raesfeld. Müllberg im Wäldchen hinter der Homeraner Schule, Eltern protestieren gegen den Lehrernotstand. Schlagzeilen, die 'was Aktuelles haben. Trotzdem sind sie 30 Jahre alt und stammen aus dem Heimatkalender 2002 der Chorgemeinschaft Raesfeld.
Wie gewohnt, wartet der beliebte Kalender mit reichlich Lokalkolorit aus Raesfeld und Erle auf. Er erinnert an 30 Jahre alten Schlagzeilen, präsentiert alte Sprüche in Plattdeutsch und ist Monat für Monat mit Zeichnungen von Adalbert Friedrich illustriert. Die Bleistiftzeichnungen zeigen einen Blick in die Schlossfreiheit ebenso wie den früheren Fabrikhof der Weberei Becker, Ebberts Windmühle, den Kirchplatz oder eine historische Ansicht der Dorstener Straße.
Was vor drei Jahrzehnten im Gespräch war, ist kurz gefasst beleuchtet - zum Beispiel, dass eine Erler Bürgerversammlung damals mit großer Mehrheit dafür stimmte, sich bei der Neugliederung der Gemeinden der Stadt Dorsten anzuschließen. Längst Vergangenheit, genau wie die heute kaum noch vorstellbare Wahlbeteiligung in Raesfeld zur Bundestagswahl von 90,1 Prozent. Für jedes Kalenderblatt wählte Heinz Bröker, der für die Chorgemeinschaft wieder die Redaktion übernommen hat, zwei plattdeutsche Sprüche aus, Kostprobe: Alles is good, watt dänn lewen hähr gäww, sägg dänn Buer, mähr datt Kalv is te kläin.
Seit 1982 erscheint der Heimatkalender für Raesfeld und Erle. 2002 ist es die 21. Ausgabe. Erhältlich ist der Kalender zum Preis von zehn Mark im Büro des Verkehrsvereins im Rathaus, bei den Geldinstituten in Raesfeld, bei der Volksbank in Erle und bei Schreibwaren Spangemacher. ube

WAZ - 14.12.2001 / LOKALAUSGABE / DORSTEN



Gässchen getauft

Weg heißt jetzt "Ächterfräite"

Raesfeld. (geg) "Schönen Gruß an den Hersteller in Bremen. Wir habes es gemerkt und somit den Intelligenztest bestanden", frotzelte Bürgermeister Udo Rößing.
Der Raesfelder Heimatverein hatte dem Pättken, von Spangemacher abgehend, einen Namen gegeben und zur feierlichen Enthüllung der blauen Schilder eingeladen.
Der Bürgermeister der Freiheit, Heinz Stolbrink, und Rößing übernahmen diesen Akt. Aber niemandem war bis dahin aufgefallen, dass auf einem der beiden Schilder die Pünktchen auf dem "ä" fehlen. Ordnungsamtsleiter Werner Mümken versprach, das Problem zu beseitigen, so dass auf den neuen Namen angestoßen wurde.
In der Vergangenheit hatten viele Besucher Probleme, den Museumsgarten, zu dem das Gässchen führt, zu finden. Nachdem die Gemeinde den ehemaligen Schotterweg gepflastert hatte, suchte der Heimatverein einen Namen.
"Ächterfräite" sollte es also werden, was soviel wie "hinter der Freiheit" bedeutet.

Quelle: Borkener Zeitung vom 10. Dezember 2001                      

Pättken bekommt einen Namen

Raesfeld. Das schön gepflasterte Pättken hinter dem Museum in der Schloßfreiheit fristet bisher ein namenloses Dasein. Dies soll sich nun ändern. Zu einer kleinen "Einweihungszeremonie" lädt der Heimatverein seine Mitglieder, alle Freiheiter und besonders die Anwohner dieses Pättkens herzlich am Freitag, 07. Dezember 2001, 19.00 Uhr, ein. Treffpunkt ist zwischen Spangemacher und Ossler. Anschließend ist Proatoawend im Museum.


Heimatverein schaut zurück

Raesfeld. Der Heimatverein lädt zum traditionellen Jahresrückblick mit einem gemütlichen Kaffeetrinken am Sonntag, 18. November 2001, um 15.00 Uhr in das Kolpinghaus ein. Der Heimatverein bietet einen unterhaltsamen Nachmittag mit einer Dia-Schau und Informationen, die das Vereinsleben des vergangenen Jahres Revue passieren lassen und auf das Programm für 2002 hinweisen.

Quelle: Borkener Zeitung vom 17. November 2001                      


Bildsammlung wird gesichert und archiviert

Fundgrube für historische Fotos

Raesfeld (shp). Manche Schätze verbergen sich zwischen alten Aktendeckeln. Der Bildbestand des Raesfelder Fotografen Ignaz Böckenhoff ist so ein Schatz. Jetzt wird das umfangreiche Werk wissenschaftlich aufgearbeitet.
Familien, Hochzeitsfeiern, Schützenfeste, Landwirtschaft, Hausarbeit und vieles mehr hielt der Autodidakt Ignaz Böckenhoff von den späten 1920er bis in die 1970er Jahre in seinen Bildern fest. 80.000 Negative zählen zu dem Bestand, den die Gemeinde Raesfeld vor einigen Jahren erworben hat. Beim Bild-, Film- und Tonarchiv des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe arbeitet die Kunsthistorikerin Dr. Ruth Goebel seit März das umfangreiche Werk wissenschaftlich auf. Dazu zählt neben der sachgerechten Einlagerung des Materials in erster Linie die Digitalisierung der Bilder. Ergänzt durch eine Recherche nach Schlagwörtern soll das Ergebnis ihrer Arbeit später einen Querschnitt durch Böckenhoffs OEuvre zeigen. Konkrete Unterstützung erhält die Wissenschaftlerin von Adalbert Friedrich. Der 78-jährige Raesfelder hilft weiter, wenn Angaben des Fotografen zu den Motiven fehlen. An der Bedeutung der Fotosammlung besteht kein Zweifel, wie der Ressortleiter des Archivs, Dr. Volker Jakob, bekräftigt: "Die Bildgeschichte des gesamten Raumes ist nicht nur für Wissenschaftler eine Fundgrube."
Den digitalisierten Bestand wird nach Abschluss der Arbeiten im Frühjahr 2003 auch die Gemeinde Raesfeld nutzen. Bürgermeister Udo Rößing stellt sich dafür eine Mediothek im alten Schwesternhaus vor und plant weiter: "Schön wäre es, wenn wir die Ergebnisse zunächst in einer Wanderausstellung zeigen könnten."

Quelle: StadtAnzeiger Borken vom 14. November 2001 - Zum Thema siehe auch den Bericht der Borkener Zeitung vom 16. März 2002  


Ein Schatz in Tausenden Bildern

Sammlung Böckenhoff wird derzeit archiviert

Von Ursel Beier

Raesfeld. Was für einen Schatz Ignaz Böckenhoff allen Raesfeldern hinterlassen hat, stellt sich erst nach und nach heraus. War anfangs von 30 000 Negativen die Rede, sind es heute 80 000 Bilder, die von Dr. Ruth Goebel von der Landesbildstelle Westfalen gesichtet und archiviert werden.
Die Fotos des Raesfelder Fotografen Ignaz Böckenhoff, der 1994 starb, dokumentieren die Geschichte des Orts von den 20er bis in die 70er Jahre hinein. Böckenhoff bannte einfach alles auf seine Filme, was in Raesfeld existierte und passierte: Familien, Feste, Landwirtschaft, Hausarbeit, Soldaten, Handwerker, Szenen aus Berufs- und Privatleben. Ihre kulturhistorische Bedeutung reicht weit über Raesfelds Grenzen hinaus, betont Dr. Volker Jakob, Leiter des Westfälischen Bild-, Film- und Tonarchivs, angesiedelt beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Die Kunsthistorikerin Dr. Ruth Goebel wühlt sich seit März 2001 durch die Sammlung, die die Gemeinde Raesfeld in den 90er Jahren erwarb. Schon vorher hatte sich Adalbert Friedrich, früherer Vorsitzender des Heimatvereins Raesfeld damit befasst, Ordnung in den Wust von Abzügen zu bringen, der ebenfalls zur Sammlung gehörte. Sein Wissen als Alteingesessener über Orte und Menschen, die auf den Fotos eine Rolle spielen, kann die junge Wissenschaftlerin aus Münster für ihre aktuelle Arbeit weiternutzen. Man steht in regem Austausch miteinander.
Das Ergebnis der Archivierung durch den Landschaftsverband wird sein, dass Wissenschaftler wie Privatleute auf Stichworte hin die Sammlung nutzen können. Und nicht nur das, auch für die sachgerechte Lagerung ist die Landesbildstelle zuständig. Dr. Ruth Goebel: Die Negative sind empfindlich, dürfen weder zu trocken noch zu feucht gelagert werden. Doch stellen die Experten von der Landesbildstelle klar: Besitzerin der Sammlung bleibt die Gemeinde Raesfeld. Vor allem auch hier, an Ort und Stelle, werden Interessierte sie nutzen können. Uns schwebt dafür die Mediothek vor, die wir im alten Schwesternhaus einrichten wollen, erläutert Bürgermeister Udo Rößing. Im Februar/März 2003 soll die umfangreiche Sortierung abgeschlossen sein.
Ein Pilotprojekt, in diesem Umfang einmalig und zugleich eine Vorzeigeleistung des Landschaftsverbands, um danach ähnliche Projekte verwirklichen zu können, unterstreicht Dr. Volker Jakob. Die Wünsche gehen aber noch weiter: Wichtige Bilder des geschichtlichen Schatzes könnten in Raesfeld und im westfälischen Raum als Wanderausstellung, eventuell begleitet von einem Katalog, präsentiert werden. Während der bisherige Einsatz der Landesbildstelle für die Gemeinde kostenfrei war, werden dafür aber kommunale Mittel gebraucht - und die Zustimmung des Kulturausschusses.
Ignaz Böckenhoff. Der Fotograf im Jahr 1955, aufgenommen von Theo Nießing. Ignaz Böckenhoff wurde am 27. März 1911 als Kind einer Bauernfamilie in Raesfeld geboren. Er starb am 8. Juli 1994.

WAZ - 03.11.2001 / LOKALAUSGABE / DORSTEN


Führungen vermitteln die Schlossgeschichte

Interessierte können Tag des offenen Denkmals nutzen

Raesfeld. Das Wasserschloss Raesfeld steht am Wochenende gleich mehrmals im Mittelpunkt der Betrachtung. Interessierte können Einblicke in seine Geschichte gewinnen.
"Die Geschichte von Schloss Raesfeld" heißt dann auch wörtlich ein Vortrag von Heimatforscher Adalbert Friedrich, den er am Samstag, 8. September, um 16 Uhr im Schloss hält. Anschließend steht eine Führung auf dem Programm. Initiatoren dieser Gemeinschaftsveranstaltung sind der Heimatverein, KAB und Kolpingsfamilie Raesfeld. Der grenzüberschreitende Tag des offenen Denkmals ist am Sonntag Anlass, sich dem Schloss zu widmen. Die Akademie des Handwerks, Europäisches Zentrum für Denkmalpflege mit Sitz auf Schloss Raesfeld, bietet am Sonntag, 9. September, Führungen an, wobei Schlossgeschichte und heutige Nutzung erläutert werden. Karten dafür sind an der Info-Stelle des Verkehrsvereins in der Vorburg des Schlosses erhältlich. Die Führungen beginnen um 11, 13 und 15 Uhr. Pro Führung gibt es - kostenlos - Karten für maximal 20 Personen. Auch das Foyer des Schlosses wird von 11 bis 17 Uhr geöffnet sein. Von 10.30 bis 18 Uhr lädt der Heimatverein Raesfeld in das Heimatmuseum am Schloss und in die Schlosskapelle St. Sebastian ein.

Quelle:  Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 05. September 2001      


Heimatverein besucht Osnabrück

Führung durch die Bischofsstadt

Raesfeld.   Die alte Bischofsstadt Osnabrück ist diesmal Ziel des traditionellen Jahresausflugs des Heimatvereins Raesfeld.
Am Sonntag, 5. August, startet der Bus um 8.45 Uhr vom Rathaus Raesfeld aus. In Osnabrück, das auch im Westfälischen Frieden eine wichtige Rolle spielte, erwartet die Raesfelder dann eine Führung durch die historische Stadt. Anschließend geht es nach Kalkriese, dem Platz der legendären Varusschlacht mit seinem Museum und Park. Bevor die Ausflügler gegen 21 Uhr wieder in Raesfeld eintreffen, ist eine gemütliche Einkehr vorgesehen. Für die Fahrt ist eine Anmeldung erforderlich, und zwar bis spätestens 28. Juli im Geschäft Johann van Stegen, Marbecker Straße, mit Zahlung der Kosten von 30 DM für Mitglieder und 40 DM für Nicht-Mitglieder.

Quelle:  Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 14. Juli 2001       


Spurensuche

Der Heimatverein Raesfeld geht am Samstag, 9. Juni, auf Spurensuche. Norbert Hater führt auf interessanten Wegen zu Sehenswürdigkeiten, die mancher vielleicht übersieht. Eine Einkehr während der 30 Kilometer langen Erkundung ist vorgesehen. Abfahrt ist um 14 Uhr ab Rathausparkplatz. Bei Regenwetter gehen Pkw-Fahrgemeinschaften auf Tour.

Quelle:  Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 08. Juni 2001    


Maria Leister wiedergewählt

Heimatverein: Jahrestreff

Raesfeld.   Als 160. Mitglied schloss sich Maria Burbaum am Abend der Jahresversammlung dem Heimatverein Raesfeld an. Der Vorstand des Heimatverein stellte sich turnusmäßig der Neuwahl. Dabei wurde Maria Leister als 1. Vorsitzende in ihrem Amt bestätigt. Als 1. Schriftführerin wurde Margret Sühling wiedergewählt, ebenso Heinrich Grömping als 1. Beisitzer. Neue 1. Kassiererin ist Marlies Müller, die die Aufgabe von Rudi Spangemacher übernahm, der sich nach 16 Jahren nicht mehr zur Wahl stellte. Zum Dank für seine langjährige Arbeit überreichte ihm Maria Leister ein Buchgeschenk. Ein Buch erhielt auch Johann Böckenhoff für seine Verdienste um die Pflege der Isselquelle. Fritz Hinzelmann bekam die Silberne Ehrennadel des Sauerländischen Gebirgsvereins.

Quelle:  Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 08. März 2001     


Heimatverein berichtet über das Beiern

Raesfeld.    Einen Radiobeitrag hat der Heimatverein Raesfeld produziert. Am Dienstag, 6. März, zwischen 19.04 und 19.30 Uhr erfahren Hörer der Westmünsterlandwelle WMW in der Reihe Rotlicht etwas übers Beijarn - allerdings in Plattdeutsch. Der Heimatverein erzählt in seinem Beitrag vom Beijarn, dem Läuten der Kirchenglocken mit Händen und Füßen, wie es in früheren Jahrhunderten üblich war. Am selben Dienstag, um 20 Uhr, treffen sich die Mitglieder im Museum am Schloss zur Hauptversammlung. Wichtiger Punkt auf der Tagesordnung sind Wahlen zum Vorstand. Zudem werden neben dem Jahresbericht der Vorsitzenden, Maria Leister, auch die Fachgruppen ihre Aktivitäten Revue passieren lassen: Sauerländischer Gebirgsverein, Natur- und Vogelschutzgruppe und Museum. Verdiente Mitglieder werden geehrt und das Jahresprogramm vorgestellt.

Quelle:  Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 05. März 2001    


Erler möchten den Findling zurückhaben

Naturdenkmal aus der Eiszeit

Raesfeld.    An der Femeiche würde sich der Stein gut machen, und eigentlich gehört er ja auch dort hin. Dieser Ansicht ist zumindest der Heimatverein Erle. Er möchte den Findling aus der Eiszeit, der 1934 von Erle nach Dorsten verschleppt wurde, zurückhaben.
Auf rund 200 000 Jahre schätzen Experten den 100 Zentner schweren Findling, berichtet Clemens Heßling vom Heimatverein über den Findling, der heute im Park am Dorstener Westwall liegt. Früher befand sich der Stein auf dem Grund Bernhard Böckenhoffs in Erle-Östrich. Der schenkte das Überbleibsel aus der Eiszeit, das aus Südschweden stammen soll, dem Kriegerverein Erle,  der es zum Gasthaus Tenk-Heßling brachte. Dort wurde der Stein als Fronleichnam-Altärchen genutzt. Zur Zeit meines Eingreifens, schrieb 1934 ein Mitarbeiter der Bezirksstelle für Naturdenkmalpflege des Ruhrsiedlungsverbandes, war der Stein nicht mehr in Gefahr, als Ehrenmal verwandt zu werden, da der Kriegerverein eine würdigere Form fand. Der Naturdenkmal-Kommissar richtete sein Schreiben damals an den Dorstener Bürgermeister als eine Art Eilwarnung, denn er war strikt dagegen, Findlinge als Denksteine zu nutzen. Ihm war zugetragen worden, dass die Nazis planten, den Stein in Dorsten zur Heldenehrung zu vereinnahmen. Aber die Heldenverehrer der NSDAP waren schneller. Sie erklärten, den Stein geschenkt erhalten zu haben und errichteten in nur drei Wochen ein Denkmal bei der Lippebrücke, erhellt der Erler Pastor Barlage die Vorgänge unter der Nazi-Diktatur. Eingeweiht am 24. Juni 1934, wurde aus dem Findling ein Denkmal für das Freikorps Lichtschlag/Loewenfeld, das zuvor blutig die Spartakisten bekämpft hatte. Barlage: Im November 1919 kamen beim rücksichtslosen Einsatz des Freikorps unter Hauptmann Lichtschlag an der Lippebrücke 38 Spartakus-Genossen um - und zwei Freikorps-Soldaten. Nach dem Krieg warfen alliierte Truppen das Nazi-Denkmal in den Kanal, wo es 1949 von Tauchern wieder entdeckt wurde. So kam es zum Westgraben, jetzt als Gedenkstein für die Kriegsgefangenen. Nun möchte Heßling erreichen, den Findling zurückzuerhalten: für einen Platz an der Femeiche - als Naturdenkmal.

Quelle:  Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 01. März 2001       

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Presseberichte 2000

2000

 
23.10.2000 Der Isselburger Heimatverein besucht die Isselquelle
25.10.2000 Betagter Findling erzählt aus der Erdgeschichte
13.10.2000 Marienbild im Eichenwald
11.09.2000 Blick in die Säle des Schlosses
05.09.2000 Auf den Spuren eines abgestürzten Lancaster-Bombers
29.08.2000 Herz wieder auf Reisen
26.07.2000 Kletterpartie in luftiger Höhe
29.03.2000 Forscher geht Bohrloch auf den Grund
20.03.2000 Dreckspatzen zechen gerne in Schutzgebieten
26.02.2000

Heimatverein will Daten per Computer verarbeiten

10.01.2000 Die Gemeinde feiert silberne Hochzeit
   

Der Heimatverein Isselburg zu Gast in Raesfeld

Besuch der Isselquelle, der Femeiche und der Schlossanlagen

Grüner Teich statt sprudelnder Quelle

Auf Einladung des Heimatvereins machten sich am Samstag 52 Isselburger Bürger und Bürgerinnen mit dem Bus auf die Suche nach der Quelle des Flusses, der ihrer Stadt den Namen gab.

ISSELBURG (RP). Einem kleinen malerischen Flusslauf verdankt die Stadt zwischen Rees und Bocholt ihren Namen - der Issel. "Jeder weiß, dass es auch irgendwo eine Isselquelle gibt. Aber kaum einer kennt sie", schilderte Clemens Hackvoort, Schriftführer des Isselburger Heimatvereins. Deshalb lud der Verein, der sich seit mittlerweile zehn Jahren für den Schutz und den Erhalt der Heimat einsetzt, alle Interessierten am Samstag zu einer Busfahrt nach Raesfeld an den Ursprung des namengebenden Gewässers ein.
Und die Vermutungen des Schriftführers bestätigten sich: "Ich habe während der Fahrt mal gefragt, wer eigentlich schon mal die Isselquelle besichtigt hat. Nur acht der 52 Mitreisenden konnten sich daran erinnern, schon einmal dort gewesen zu sein", so Hackvoort. Entsprechend groß war natürlich auch die Spannung unter den Mitreisenden.
Doch wer ein kleines Rinnsal erwartet hatte, dass aus einem Stein sprudelt, wurde enttäuscht. Mitten auf einer Wiese - zwischen Kühen und Mais - war ein kleiner Teich, dessen Wasseroberfläche mit Algen bedeckt war, von dem ein kleiner Bach abzweigte - die Issel. "Das Wasser wird von unten hoch gedrückt. Deshalb die Algenbildung", erklärte jemand, der wohl schon mal dort gewesen war.

Unterricht im Baum: Sogar ein Wortspiel konnten die Reisenden des Heimatvereins ganz handfest erleben: Denn die älteste Eiche der Region steht in Erle - nur einige Kilometer entfernt von der Isselquelle. Den Reeser Erhard Winkler erinnerte der 1500 Jahre alte Baum an seine Schulzeit: "Ich bin 1946 mit meinen Eltern aus Schlesien nach Raesfeld geflüchtet und hier auch zur Schule gegangen.
Ich weiß noch, dass wir im Rahmen des Geschichtsunterrichts öfter zu dieser Eiche gewandert sind. Der Stamm des Baumes war auch damals schon so ausgehöhlt, dass wird dort problemlos Unterricht machen konnten." Winkler wusste auch, dass es einen Geheimgang vom Schloss Raesfeld zur Femeiche gibt: "Einige Schulklassen waren damals im Schloss untergebracht - und dann steckt man seine Nase ja überall rein."
Eine Stärkung gab es für die Heimatfreunde auf einem umgebauten Bauernhof, bevor die Tour mit einer Stadtbesichtigung und dem Besuch der Schlossanlagen in und um Raesfeld endete.
Von TIM TERHORST
Quelle:
RP Online Emmerich 23.10.2000
                           


Betagter Findling erzählt aus der Erdgeschichte

Neue Info-Tafel zum 20.000.000 Jahre alten Stein

Raesfeld.    Als das Ostufer des Rheins noch bis Raesfeld reichte, wurde der 1,85 Tonnen schwere Findling in einer Eisscholle herangeschwemmt. Der Stein erzählt von der Zeit, als die Braunkohle entstand. Er ist rund 20 Mio Jahre alt -  und jetzt erfahren alle von seiner Geschichte.
Es hat zwar eine Weile gedauert, aber seit gestern kann jeder Passant die spannende Geschichte des Findlings nachlesen, der seit Dezember 1996 den Hintereingang der Volksbank Raesfeld ziert. Beim sagenhaften Alter des quarzitischen Sandsteins ist es ohnehin auf die paar Tage mehr oder weniger nicht angekommen, bis nun das Edelstahl-Täfelchen Details aus seinem Leben preisgibt. Entdeckt hat den Findling Heimatvereinsmitglied und Hobby-Steinesammler Johannes Böckenhoff, der sich gestern, gerade aus dem Krankenhaus gekommen, die Enthüllung der kleinen Tafel nicht entgehen lassen wollte. Böckenhoff entdeckte den Star der Raesfelder Gesteinswelt nach dem Kirchgang: Bauarbeiter hatten ihn bei der Kirchplatzsanierung ausgebuddelt. Der Heimatverein Raesfeld nutzte das Fachwissen seines Mitglieds Werner Hansen. Der erfahrene Hobby-Geologe erkannte schnell die Bedeutung des Braunkohlenquarzits vom Kirchplatz und so, sagt Heimatvereinsvorsitzende Maria Leister, wurde das Prachtexemplar in Windeseile sichergestellt.
Nun erzählt der Stein aus seiner Vergangenheit. Er zeigt Abdrücke von Baumwurzeln und erinnert daran, dass aus Kiefern, Fichten und Tannen, Sumpfzypressen und Birken, Ahorn und Amberbaum schließlich die Braunkohle wurde.

Quelle:  Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 25. Oktober 2000      


Marienbild im Eichenwald

Ferdi Löchteken schafft Kunstwerk für Station Roringshook

RAESFELD. In Kürze macht sich Steinbildhauer Ferdi Löchteken ans Werk. Aus cremefarbenen Kalkstein wird er eine barocke Mariengestalt schaffen. Noch vor Jahresende soll sie als Marienbildstock im Roringsbusch ihren Platz finden.
Die Kolpingsfamilie Raesfeld hat schon tatkräftig vorgearbeitet und an der Rückseite der alten St.-Martin-Station ein Fundament mit Stufen geschaffen. Die barocke Maria wird künftig das verwitterte Steinbild dort ersetzen.
Seit 1992 steht der Bildstock unter Denkmalschutz. Damals ist er bereits mit viel Eigenleistung von der Kolpingsfamilie Raesfeld renoviert worden. Die Kolpingsfamilie war es auch, die die Fronleichnams-Station im Jahr 1935 errichtet hatte. In den Tagen des Dritten Reichs, berichtet der ortskundige Geschichtsforscher Adalbert Friedrich, hatte die von den Nazis bedrängte und in ihrer Arbeit unterdrückte Kolpingsfamilie ihr 25-jähriges Bestehen feiern wollen, doch öffentliches Auftreten war ihr bereits verboten. So verbrachte sie das Gründungsfest eher still - als geschlossene Veranstaltung im Saal Grundmann, errichtete aber für verbliebenes Geld aus der Vereinskasse die Fronleichnams-Station. Am 15. September 1935 wurde sie feierlich eingeweiht. Der Bauer Roring hatte bereitwillig ein passendes Gelände auf seinem Grund am Roringshook zur Verfügung gestellt. Das Bild vom Heiligen Martin schuf der in München lebende Raesfelder Bildhauer Josef Meinert. Mit der Flurbereinigung wurde der Fronleichnamsstation der Prozessionsweg abgeschnitten, erinnert Adalbert Friedrich. Dennoch wurde sie weiter genutzt als Stätte der Besinnung. In den vergangenen Jahren kamen stets mehrere hundert Raesfelder zum Maifest im Eichenwäldchen zusammen - bis die neue Ortsumgehung in Betrieb ging. Da wurde es zu laut für die Andacht, erklärt Norbert Hater, der sich mit fünf weiteren Kolpingbrüdern um die Sanierung der Station kümmert. Eine Pause von zwei Jahren folgte. Kreis und Gemeinde beschlossen, sich an der rund 34 000 DM teuren Ergänzung des St.-Martin-Bildstocks zu je einem Drittel finanziell zu beteiligen. Norbert Hater: Der Marienbildstock wird uns wohl im Mai nächsten Jahres die Feier wieder möglich machen. ube

WAZ - 13.10.2000 / LOKALAUSGABE / DORSTEN


Blick in die Säle des Schlosses

Auch in Raesfeld gab es beim Tag des Denkmals interessante Stationen: Das bekannte Wasserschloss, das benachbarte Heimatmuseum und die Schlosskapelle St. Sebastian. Das Schlossfoyer mit den angrenzenden Räumen der Hauptburg stand den Besuchern erstmals offen, ein Blick in den Rittersaal war möglich. Die anderen Säle werden zur Zeit aufwändig renoviert. Auch in die renommierte Akademie des Handwerks in der Vorburg konnten die Besucher einen Blick werfen. Dort schauten sie sich die Restaurierungskünste an, die Handwerksmeister dort zur Weiterbildung absolvieren. Damit beteiligte sich die Akademie des Handwerks nach zweijähriger Pause wieder aktiv am bundesweiten Tag des Denkmals. Der Heimatverein lud in das benachbarte alte Gemäuer seines Museums und dessen Dauerausstellung ein. Auch die Schlosskapelle blieb den Gästen nicht unverschlossen.

Quelle:  Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 11. September 2000     


Auf den Spuren eines abgestürzten Lancaster-Bombers

Im Museum Raesfeld und in Marbeck erinnerten sich Kanadier an den Tod ihrer Verwandten beim Einsatz im Zweiten Weltkrieg

RAESFELD.   Nachdem der Lancaster-Bomber am 16. Mai 1943 den Hochspannungsmast gestreift hatte, raste er nur wenige Meter übers Bauernhaus der Marbecker Familie Thesing hinweg, stürzte aufs Feld. Jetzt begaben sich Angehörige aus Kanada auf Erinnerungsfahrt.
Über Richard Sühling vom Heimatverein Raesfeld war es zu dem aktuellen Kontakt gekommen, der kürzlich eine 40-köpfige Reisegruppe ins Museum am Schloss und an die rund fünf Kilometer entfernte Absturzstelle führte. Mit so vielen Besuchern hatten wir gar nicht gerechnet, so Sühling zur Kurz-Visite eines Busses der Battlefield-Tours, die vom englischen Birmingham aus organisiert werden. Mit ihm empfingen Heimatvereinsvorsitzende Maria Leister und Vorgänger Adalbert Friedrich die Gäste. Unter ihnen befanden sich drei Männer und Frauen, deren Anverwandte in Marbeck den Tod fanden, bevor sie ihren geplanten Einsatzort im Sauerland erreichten. Denn insgesamt 19 britische Lancaster-Bomber waren mit eigens entwickelten Spezialbomben an Bord losgeflogen, um im Sauerland die Staumauern der großen Talsperren zu zerstören. Es gelang ihnen bei der Möhnetalsperre, und auch die Edertalsperre wurde getroffen. Über 1000 Menschen ertranken damals in den ausströmenden Wassermassen. Von den Maschinen kehrten nur 11 an ihren Heimatflughafen zurück. Wie der in Marbeck abgestürzte Bomber scheiterten einige schon vor ihrem Einsatz an den schwierigen Flug-Bedingungen. Um der deutschen Abwehr zu entkommen, flogen sie baumwipfeltief in Höhen von oft unter 50 Metern. In Marbeck verfolgten Augenzeugen die gewaltige Explosion in der Nacht zum 17. Mai. Munition entzündete sich beim Absturz. Sekunden später detonierte - 150 Meter weitergerollt - die tückische Bombe, die über Wasserflächen springen konnte und die eigentlich einen Staudamm hätte treffen sollen. In den Trümmern starben sieben Besatzungsmitglieder. Sie stammten auch aus dem im Commonwealth verbundenen Kanada, junge Männer von 20 bis 23 Jahren. Ein Neffe, eine Großnichte und ein Bruder wollten sich mit Battlefield-Tours die Todesstätten ansehen, besuchten die Kriegsgräber der Soldaten bei Kleve. Im Museum Raesfeld betrachteten sie bewegt die Original-Fotografie der Absturzstelle, festgehalten vom Raesfelder Fotografen Ignaz Böckenhoff.

Quelle:  Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 05. September 2000      


Herz wieder auf Reisen

Das Bleierne Herz aus der Raesfelder Schlosskapelle hat schon einige Reisen hinter sich. Die erste war die längste: Als Reichsgraf Christoph-Otto von Velen, Enkel des Schloss-Erbauers Alexander II., 1733 in Brüssel starb, wurden seine Gebeine ohne das Herz beigesetzt. Das ging auf eine Fahrt in die Heimat und fand in der Totengruft der Schlosskapelle seine letzte Ruhe. Entdeckt wurde es erst wieder 1962 bei Restaurierungsarbeiten. Wie die Uni Münster herausfand, ruhte es in der Bleikapsel mit der Aufschrift COSRIC de Velen - für (C)hristoph, (O)tto, (S)acri, (R)omani (I)mperii (C)omes in einer konservierenden Flüssigkeit. Jetzt hat das Herz diese Flüssigkeit verloren, wie Heimatvereinsvorsitzende Maria Leister bei einer Besichtigung der heute in der Kapelle hinter Glas verwahrten Rarität bemerkte. Pfarrer Arntz brachte es am Freitag persönlich ins Anatomische Institut Münster zur Untersuchung.

WAZ - 29.08.2000 / LOKALAUSGABE / DORSTEN


Kletterpartie in luftiger Höhe

Heimatverein und Architekt besichtigten Kirchturm-Baustelle

RAESFELD.   Sprosse um Sprosse erklimmen Architekt Albert Nortmann, Maria Leister und ihre Begleiter vom Heimatverein die Metall-Leitern rund um den 49 Meter hohen Raesfelder Kirchturm. Nur noch der Turmhelm ragt schließlich über ihren luftigen Ausguck hinaus.
Es ist aber weniger die Aussicht, die die schwindelfreie Gruppe interessiert, sondern der Turm selbst - und die Arbeiten, die zur Zeit dort laufen. In jeder Etage fast quadratzentimeterweise, scherzt Albert Nortmann später, begutachten die sechs Kletterer Mauerwerk und Putz. Eine große Plane bedeckt den Schaft des Turms. Darum sieht man die Gruppe von unten erst wieder, als sie die oberste Gerüst-Etage erreicht, mit dabei: Steinbildhauer Ferdi Löchteken, Norbert Hater, Johannes Böckenhoff-Budde, Josef Spangemacher und Raesfelds Heimatforscher Adalbert Friedrich. Er erklärt, warum sich der Heimatverein in Abstimmung mit dem Kirchenvorstand diese Besichtigung gewünscht hat: Die Kirche ist ja ein Anliegen der gesamten Gemeinde. So erläutert dann der Architekt die verschiedenen Teile des Turms aus Sandstein und aus Ziegeln. Länger gesprochen wird über die Ausbesserung mit hellrotem Ziegel an der südöstlichen Ecke, wo Kriegsschäden auf die Schnelle - aus heutiger Sicht unsachgemäß - geflickt wurden. Das soll aber unbedingt erhalten bleiben, sind sich Bau- und Geschichtsexperten einig. Friedrich: Der Turm zeigt ja ein Stück Geschichte. In diesem Fall zeigt er eine Wunde, die ihm im Zweiten Weltkrieg eine Rakete schlug. Das war genau am Nikolausabend 1944, erinnert sich Norbert Hater. Die Turm-Sanierung ist Teil der Gesamt-Restaurierung der Kirche, die 1999 mit der neuen Bleieinfassung der Fenster begann. Der Turm eröffnet den 2. Bauabschnitt, Chor und Mittelschiff werden folgen. Alles wird komplett neu verfugt, um der Pfarrkiche ein einheitliches Erscheinungsbild zurückzugeben. Gerade werden in Gescher neue Ziegel auf alt gebrannt, um marode Einzelstücke passend zu ergänzen; Fertigstellung bis Jahresende. 2001 ist der Innenraum an der Reihe.

Quelle:  Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 26. Juli 2000      


Forscher geht Bohrloch auf den Grund

Werner Hansen recherchierte

RAESFELD. Wäre die Bohrung erfolgreich gewesen, sähe Raesfeld heute anders aus. Werner Hansen hat die Geschichte des Kohlebohrlochs in Scherers Busch genauestens erforscht.
Selbst viele Raesfelder wissen nichts davon, erzählt der Diplomingenieur, der die Geologie als Hobby betreibt. Durch seinen Großvater Heinrich Büsken erfuhr Hansen schon als Kind von der bis dato mysteriösen Bohrung. Wasser solle aus einem fürstlichen Bohrloch fließen, erzählte er. Seit Mitte der 70er Jahre geht Hansen der Sache professionell auf den Grund. Hansen blickte auch in die Geologischen Karten von Preußen: Die dort verzeichneten 50 Mutungsbohrungen haben aber nichts mit dem Scherers Busch zu tun. Die geografische Lage passt nicht. Die Vermutung: Das Bohrloch stammt aus der Zeit vor 1905. Fürst Salm-Salm beauftragte Experten für die Arbeiten, Raesfeld gehörte zu seinem Regalgebiet. Adalbert Friedrich und Johann Löchteken gaben den Hinweis, dass die Gesellschaft Unitas zwischen 1876 und '79 mit diesen Arbeiten beschäftigt war. Die Bohrungen waren zwar erfolgreich, die Kohlemenge aber so gering, dass sich ein wirtschaftlicher Abbau nicht lohnen würde.
Im Laufe von Hansens Forschungen kam der Kontakt zu Peter Lerner zustande. Ihm gehört das Grundstück im Scherers Busch. Er sorgte dafür, dass der weiche Schlamm aus dem inzwischen durch Betonbrunnenringe geschützten Bohrloch abgesaugt wurde. Dabei fand sich ein noch größerer Brunnenschacht aus Holz. Hansen ließ das Wasser, das aus dem Bohrloch strömt, genau analysieren. Das artesisch austretende Nass kommt mit einem Drang von 0,25 Kubikmeter pro Stunde aus der Tiefe. Es fließt aus dem Loch auf die angrenzende Büskes Wiese und versickert dort. Hansens Forschungen stießen nicht nur in Raesfeld auf großes Interesse. Das Bergbaumuseum Bochum buddelte im Archiv, fand aber nicht über die Bohrung. Für Hansen ein Beleg, dass die Arbeiten vor der Lex Gamp, benannt nach dem Freiherrn von Gamp, liegen. Dieses Gesetz schränkte die bis dahin geltende Bergbaufreiheit stark ein. Kein Wunder, dass die hektischen Arbeiten vor Erlass der Lex Gamp kaum dokumetiert wurden. Bis auf 1000 Meter Tiefe drangen die Forscher damals vor.
Alte Fotos zeigen, dass die Ingenieure schon damals in großem Stil mit viel Gerät nach dem schwarzen Gold suchten. Das Bohrloch in Scherers Busch ist das einzige noch sichtbare Zeugnis, den Steinkohlebergbau um die Jahrhundertwende vom nördlichen Ruhrgebiet bis nach Raesfeld voranzutreiben, betont Hansen in seiner sehr ausführlichen Dokumentation. Zum Glück ohne Erfolg: Zechentürme, womöglich noch nahe des Raesfelder Schlosses schwer vorstellbar. rtl

WAZ - 29.03.2000 / LOKALAUSGABE / DORSTEN


Dreckspatzen zechen gerne in Schutzgebieten

Müllsammler füllten zwei große Container

RAESFELD. Bis zum Überquellen füllten die Müllsammler der Aktion Saubere Landschaft die beiden Abfall-Container am Samstag. 207 fleißige Umweltfreunde mit insgesamt 24 Fahrzeugen machten bei der 20. Aktion dieser Art mit. Fast alle Vereine und Verbände aus Raesfeld und Erle waren dabei, die größte Gruppe stellte die KLJB Raesfeld mit 20 Helfern.
Die Liste reichte vom Allgemeinen Bürgerschützenverein bis zur Volleyball-Gemeinschaft. Bis auf den Raesfelder Ortskern durchkämmten die Sammler elf Bezirke nach den traurigen Hinterlassenschaften der Schmutzfinken. Vom Raesfelder Rathaus und dem Erler Feuerwehrgerätehaus zogen die Teilnehmer los. Mit erstaunlichen Ergebnissen: Offensichtlich wird von den Dreckspatzen in freier Natur viel und gern gezecht. Hunderte von Bierdosen und ebensoviele Schnapsfläschchen fischten sie aus den Gräben. Neben dem Ex- und Hopp-Müll wurde auch wieder gezielt entsorgt: Zwei Waschmaschinen, Autobatterien und einen Fernseher bargen die Sammler.
Die Beteiligung ist sehr groß, bilanzierte Maria Leister, Vorsitzende des Heimatvereins und mit Friedrich Rest Organisatorin der Sammelaktion. Besonders die hohe Zahl der Jugendlichen, die sich nicht zu schade waren, anderer Menschen Dreck wegzuräumen, freute die Organisatoren. In den Köpfen der Jugendlichen muss es anfangen, keinen Müll wegzuwerfen, betonte Maria Leister. Sinn der Aktion seien Umwelt- und Tierschutz stellten die Organisatoren klar, denn auch die Schutzgebiete werden zugemüllt. Beide sprachen den engagierten Einzelsammlern und allen Vereinen ein dickes Dankeschön aus. Die Müllmenge stagniert, haben die Umweltaktivisten festgestellt. Der Abfall liege aber schwerpunktmäßiger als früher, haben sie ebenfalls beobachtet. Erstaunlich: Sogar die erst Ende vorigen Jahres eingeweihte Ortsumgehung Raesfeld glich an den Straßenrändern einer Müllkippe. Dorthin kommt der Dreck nach dem Aussortieren der Problemabfälle heute. Nach der Arbeit gab's im Raesfelder Feuerwehrgerätehaus eine kostenlose Stärkung.
Wenn nötig, soll es auch zum nächsten Frühling eine Sammelaktion geben, so Leister. Dass aber auch sie erfolgreich sein dürfte, ist fast schon traurige Gewissheit. rtl

WAZ - 20.03.2000 / LOKALAUSGABE / DORSTEN


Heimatverein will Daten per Computer verarbeiten

Volksbank Raesfeld lädt Gewinner und Teilhaber ein

DORSTEN.   Als Schritt in die Zukunft will der Heimatverein Raesfeld die Spende der Volksbank nutzen: Seine Daten sollen - bald per Computer archiviert - der Nachwelt erhalten bleiben. Außerdem soll die EDV Interesse bei jungen Leuten wecken.
Heimatvereinsvorsitzende Maria Leister, Adalbert Friedrich, Margret Sühling und Rudolf Spangemacher vom Vorstand des Heimatvereins nahmen am Donnerstag Abend 2.881 DM (= 1.473 €), überreicht von Bankvorstand Hermann Burbaum, entgegen. Diese Summe, Erlös aus dem Imbiss- und Getränkeangebot am Tag der offenen Tür der Volksbank Raesfeld, die sich kürzlich nach großem Umbau wieder der Öffentlichkeit präsentiert hatte, möchte der Verein in die Anschaffung eines Computers investieren. Freude herrschte aber auch bei Konrad Holtschlag. Er kann als Gewinner der Volksbank-2000-Verlosung demnächst - in Begleitung - eine Fahrt mit dem Heißluftballon unternehmen. Paul Kappenhagen kann einen Einkaufsgutschein von 250 DM einlösen und Mechthilde Jüttner erhielt ein Gewinnsparlos im Wert von 120 DM. Wir werden in Zukunft verstärkt Gruppen, Vereine und andere Interessierte als Gäste zu uns einladen, so Hermann Burbaum über die Aktivitäten im neuen Haus. Vorgestern durften dabei unter den geladenen Besuchern die Anteilseigner rund um die 2000er-Marke nicht fehlen. Extra eingeladen waren Ute Nienhaus als 2000. Mitglied der Volksbank, ihre achtjährige Tochter Nicole als Mitglied 1999 und Anja Höing als 2001. Teilhaberin.

Quelle:  Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 26. Februar 2000      


Die Gemeinde feiert silberne Hochzeit

Empfang erinnert an Gründung

RAESFELD ist sparsam. Auch mit Neujahrs-Empfängen: Der letzte war 1989 zur 1100-Jahr-Feier. Gestern hatte Bürgermeister Udo Rößing wieder eingeladen: Zur Silberhochzeit der Großgemeinde Raesfeld.
200 Gäste versammelten sich im Saal Epping, gingen mit Rößing auf eine kleine Zeitreise zu den Wurzeln der Großgemeinde (für unterwegs gab's Frikadellen und Schinken-Schnittchen, Sekt und Saft), begrüßten Gäste aus Wehl und Dömitz sowie Vertreter der Ortsteile Homer, Erle und Raesfeld, die ihre Sicht der Dorf-Ehe schilderten. Auf der Bühne schon für das Stück des Theatervereins am Abend zur rustikalen Pension hergerichtet steuerte ein Streichquartett der Musikschule Händel (Wassermusik) und Prokofieff (Peter und der Wolf) zur Feierstunde bei.
Staatstragende Vertreter von Kreis, Bezirk und Land waren nicht da, Besucher aus den Nachbar-Gemeinden auch nicht. Blanke Absicht, sagte Rößing. Heute soll Raesfeld unter sich sein. Freilich: Da kommt auch schon einiges zusammen. Kirchen, Banken, Handwerk, Institutionen, Geschäftswelt, Sport, über 60 Vereine und Gruppierungen waren vertreten. Rößing: Es wäre schön, hätten wir von jedem mehr einladen können. Aber da hätten wir doch die Bürgerhalle bauen müssen (zustimmender Applaus im Saal).
Zwei Gäste von auswärts waren aber doch gern gesehen: Roeland Van den Born, Bürgermeister der holländischen Partnergemeinde Wehl, gratulierte zum Silbernen, überreichte eine große Kiste Blumenzwiebeln als Gastgeschenk und versprach der 13 Jahre währenden Partnerschaft eine noch lange Zukunft. Dass auch aus den Beziehungen zwischen Raesfeld und Dömitz mal eine richtige Partnerschaft wird, wünschte Renate Vollbrecht, Bürgermeisterin der Elbstadt. Seit zehn Jahren sind die beiden Orte vor allem über die Feuerwehr verbandelt. Für die Ortsteile sprachen Adalbert Friedrich (Raesfeld) Pfarrer Hans-Josef Barlage (Erle) und Georg Olbing (Homer) über Geschichte und Perspektive der kommunalen Neugliederung 1975. LuB.

WAZ - 10.01.2000 / LOKALAUSGABE / DORSTEN

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Presseberichte 1999

1999

 
02.07.1999 Auf Wanderschaft im Dorf
26.07.1999 Lieder zur schönen Sommerszeit
12.04.1999 Feierstunde: Heimatpflege bleibt aktuell
09.04.1999 Heimatverein feiert sein Jubiläum im Rittersaal
25.03.1999 25 Jahre Natur- und Vogelschutz- und Wandergruppe
   

Auf Wanderschaft im Dorf

Angebot des Sauerländischen Gebirgsvereins für Senioren

RAESFELD.   Gestern ging's in Raesfelds schönen, alten Ortsteil Brink. Aber auch die brandneue Trasse der Ortsumgehung haben die Wanderer schon abgeschritten. Guten Anklang finden die rund zweistündigen Kurzausflüge, die der Sauerländische Gebirgsverein (SGV) jetzt allmonatlich anbietet.
Zum dritten Mal startete gestern nachmittag die agile Wandergruppe vom Parkplatz hinter dem Rathaus. Wieder waren ein gutes Dutzend ältere Raesfelder dabei. Vor über zehn Jahren haben wir schon einmal ein ähnliches Angebot gemacht, so Werner Hansen, Vorsitzender des Sauerländischen Gebirgsvereins Raesfeld (SGV), der neben den zahlreichen Sonntagstouren auch diese Wanderungen organisiert. Hansen: Mich haben einige SGV-Mitglieder angesprochen, denen die weiteren Touren zu anstrengend geworden waren. Daraufhin haben wir uns wieder dem Seniorenwandern zugewandt und bieten seither diesen Termin um 14 Uhr an jedem ersten Donnerstag im Monat gemeinsam mit dem Verkehrsverein und dem Heimatverein Raesfeld an. Was Werner Hansen besonders freut: Zu den Kurzwanderungen haben sich auch viele Zugezogene eingefunden. Schließlich sind die beschaulichen Fußmärsche nicht zuletzt eine prima Gelegenheit, sich zu unterhalten und Kontakte miteinander zu knüpfen. Unsere erste Tour mit gleich 14 Teilnehmern hat uns entlang der Baustrecke für die neuen Ortsumgehung nach Norden geführt, zurück ging es über den Vennekenweg, erzählt Werner Hansen. Die zweite Strecke führte dann zum südlichen Teil der Umgehung. Dort haben wir auch die Stelle in Augenschein genommen, an der um 1895/1897 einmal nach Kohle gebohrt worden ist. Man hat auch welche gefunden, aber für damalige Abbauverhältnisse lag sie zu tief. Eine schöne Beigabe für die Wanderfreunde, daß Hobbygeologe Hansen den Fußmarsch mit seinem Wissensschatz bereichern kann. Gestern passierte die Gruppe den Standort der nicht mehr sichtbaren, ehemalige Burganlage Kretier beim Büskerhook im Raesfelder Nordwesten. Aber auch auf interessante Ausflugsziele achtet Hansen. Gestern besuchte seine Gruppe zum Beispiel den Bauernhof Böckenhoff im Norden des Dorfs, der sich auf den Anbau von Beerenobst spezialisiert hat und andere bäuerliche Produkte auch von benachbarten Landwirten vertreibt. Nach dem kreislaufbelebenden Spaziergang durch die nördliche Gemeinde gab's zum Abschluß eine gemütliche Einkehr in der Gartenwirtschaft Old Inn in der Straße St. Sebastian. Die werden sicher auch noch nicht alle kennen, auch wenn sie in Raesfeld  wohnen, war sich Werner Hansen sicher.

Quelle:  Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 02. Juli 1999      


Lieder zur schönen Sommerszeit

Bestes Wetter beim Johannisingen auf dem Schloßhof

RAESFELD.   "Geh aus, mein Herz und suche Freud' in dieser schönen Sommerszeit . . ." Spaziergänger hörten das bekannte Volkslied, sahen die Versammlung im Schloßhof, stellten sich einfach dazu und sangen munter mit.
So lockte das Johannisingen des Raesfelder Heimatvereins am Donnerstag abend am Schloß auch Zufallsbesucher, die im Tiergarten einen schönen Spaziergang gemacht hatten. Trotz Ferienzeit fanden sich am Johannitag, dem Namenstag des Johann, jedes Jahr am 24. Juni, insgesamt 70 Frauen und Männer ein. Mit dem Liederheftchen, das der Heimatverein wieder in ausreichender Zahl bereitgelegt hatte, konnten alle die vielen, beliebten Lieder textsicher mitsingen. Den Reigen eröffnete der freundliche Gruß "Gut'n Abend euch allen". "Das Wandern ist des Müllers Lust" fehlte ebensowenig wie "Horch, was kommt von draußen rein", "Geh aus, mein Herz", "Heißa Kathreinerle" "Jänsken satt up'n Schnoatsteen" oder das "Klumpenleed" für Freunde des Platt. Für musikalische Begleitung sorgte diesmal Franz Büsken. Mit dem Trecksack, einer Art Akkordeon (Ziehharmonika). Mit diesem Instrument kehrte der Heimatverein einmal zur Urform der Veranstaltung zurück, die er 1981 zur Erinnerung ans früher übliche Sommersingen in der Nachbarschaft wieder zum Leben erweckt hatte.

Quelle:  Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 26. Juni 1999      


Feierstunde: Heimatpflege bleibt aktuell

Heimatverein feiert den 50.

RAESFELD.    Drei Jubiläen auf einen Streich: Heimatverein, Natur-, Vogelschutz- und die Wandergruppe (SGV) feierten am Samstag im Rittersaal des Schlosses Geburtstag.
Maria Leister, Vorsitzende des ersten Jubilars, stellte in ihrer Begrüßung die provokative Frage: Heimatverein noch zeitgemäß? Und antwortete eindeutig: Heimatpflege bleibt aktuell. Bürgermeister Udo Rößing stellte in seinem Beitrag den umfangreichen Aufgabenkanon vor: Vom Natur- und Heimatschutz über die Aufarbeitung der Heimatgeschichte, das Wasserschloß, Pflege der Dörflichkeit und der Tradition. Christl Löns, Vorsitzende des Kulturausschusses des Kreises Borken, betonte, der Heimatverein habe eine Allzuständigkeit wie der Rat. Dr. Edeltraud Klueting, Geschäftsführerin des Westfälischen Heimatbundes, begann mit einem Zitat: "Wer in die Zukunft blicken will, muß in der Vergangenheit blättern". Zugleich würdigte sie die ehrenamtliche Arbeit der zur Zeit 150 Vereinsmitglieder. Zwar sei der Begriff Heimat nicht definiert: Heimat lebt vom Zusammenwirken, meinte sie. Der Bund, 1915 gegründet und 520 Vereine stark, lehnt zugleich die Landespläne ab, die Landschaftsverbände aufzulösen: Das geht an die Wurzeln der regionalen Identität. Adalbert Friedrich, von 1969 bis 1993 Vorsitzender des Heimatvereines, warf einen Blick zurück auf die ersten Schritte des Vereins. Am 28. März 1949 durch Anregung von Pfarrer Austermann gegründet, trugen sich 52 Raesfelder in die Liste ein. Der Jahresbeitrag betrug damals zwei Mark. Viele Sünden der Vergangenheit listete er auf: Ortskern- und Flurbereinigung sowie die frühere Baupolitik mit der Abrißbirne. Fotografieren, abreißen, Bild in den Heimatkalender, habe ihm jemand ironisch zum Thema Denkmalschutz erklärt. Maria Leister, Friedrichs Nachfolgerin, trug die lange Liste der Erfolge und Tätigkeiten des Vereins vor. Fast jedes Jahr erwies sich dabei als wichtige Etappe, die ein sichtbares Ergebnis hinterlassen hat.
Das Heimatmuseum erwartet in diesen Tagen seinen 34 000. Besucher. Danach schlug die Stunde der Gratulanten und Jubilare. Zahlreiche benachbarte Heimatvereine und andere Gruppen aus Raesfeld und Erle überbrachten Glückwünsche und Geschenke. Seit 25 Jahren dabei: Hans Bannefeld, Karl Flück, August Haselhoff, Heinz Heisterklaus, Friedel Hoffmann, Richard Kösters, Hermann Leiers, Richard Sühling und Hermann Stegerhütte. Viel Applaus erhielten die vier Gründungsmitglieder: Else Hinzelmann, Heinrich Lehmbrock-Möllers und Richard Ostendorf wurde die Ehrenmitgliedschaft und Adalbert Friedrich der Ehrenvorsitz verliehen. Egon Reiche aus Bocholt rundete die zweistündige Feier mit einem plattdeutschen Beitrag über gewinnsüchtige Kaufleute ab. Der Kunstkreis Raesfeld sorgte für die musikalische Gestaltung. Der Titel des Stücks von Professor Linke: "Ein Raesfelder in Wien."

Quelle:  Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 12. April 1999                 


Heimatverein feiert sein Jubiläum im Rittersaal

50jähriges Bestehen: Fest mit Musik und Rückblick

RAESFELD.   Besinnlich Plattdeutsches wird zu hören sein, Musik vom Kunstkreis Raesfeld und natürlich ein ausführlicher Rückblick. Mit einer Festveranstaltung im Rittersaal des Schlosses feiert der Heimatverein Raesfeld sein 50jähriges Bestehen.
Alle Vereinsmitglieder und -freunde sind herzlich eingeladen zu dem Fest, das am kommenden Samstag, 10. April, um 10.30 beginnt. Begrüßt werden die Gäste von der Vereinsvorsitzenden Maria Leister. Anschließend gibt es Grußworte von Bürgermeister Udo Rößing, der Vorsitzenden des Kreiskulturausschusses, Christel Löns, und von Dr. Edeltraud Klueting, Geschäftsführerin des Westfälischen Heimatbundes. Den Rückblick auf 50 Jahre Geschichte des Heimatvereins Raesfeld teilen sich der frühere langjährige Vorsitzende Adalbert Friedrich und Maria Leister. Danach ehrt der Verein seine Jubilare, darunter Gründungsmitglieder. Es folgt ein plattdeutscher Beitrag von Egon Reiche aus Bocholt. Die musikalische Gestaltung der Feierstunde übernimmt der Kunstkreis Raesfeld. Im Anschluß wird zu einem kleinen Umtrunk gebeten.

Quelle:  Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 09. April 1999               


Heimatverein feiert 50jähriges

25 Jahre Natur- und Vogelschutz- und Wandergruppe

Raesfeld.   Stilvoll mit einem Festakt im Schloß feiert der Heimatverein Raesfeld am 10. April sein 50-jähriges Bestehen. Eigentlich sind's ja drei Jubiläen, um die es hier geht, denn die angegliederte Wandergruppe und die Abteilung Natur- und Vogelschutz werden beide 25 Jahre alt.
Und genau genommen gibt es noch 13 weitere Jubiläen: Vier Raesfelder werden als Gründungsmitglieder geehrt und neun sind seit einem Vierteljahrhundert dem Heimatverein treu. 150 Männer und Frauen gehören dem Heimatverein heute an. Die Zahl bleibt seit Jahren konstant. Neue und erloschene Mitgliedschaften halten sich die Waage. Für den Verein dürften's gern noch ein paar mehr sein. Mit 24 DM Jahresbeitrag für einen Erwachsenen und 36 DM für Ehepaare halten die Freunde der Heimatpflege die Beiträge attraktiv niedrig. Zu den vielen Aktivitäten des  Heimatvereins gehört die Betreuung des Museums in der Freiheit am Schloß. Am Karfreitag wird es nach der Winterpause wieder bis Mitte Oktober seine Pforten öffnen: wie immer samstags, sonntags und feiertags von 14.30 bis 18 Uhr. Das Museum ist zugleich Ausstellungs- und Versammlungsort für den Verein. Nachdem Berhard Broß aus zeitlichen Gründen sein Amt als Museumswart abgegeben hat, teilen sich nun Edith und Heinz Stenert, Matthias Soppenberg und Renate Bäss die organisatorischen Aufgaben. Ehrenamtlich versehen weitere Vereinsmitglieder den Dienst zu den Öffnungzeiten, auf Wunsch sind vom Museum aus Führungen durch die Schloßkapelle möglich. 1998 zählte das Museum 1671 Besucher. Zur Sonderausstellung "Der 30jährige Krieg" fanden sich zusätzlich 510 Gäste ein. Über 800 zahlende Geschichtsinteressierte informierten sich außerdem in der aufwendigen Ausstellung "Der 30jährige Krieg, Alexander II von Velen und Schloß Raesfeld" die der Heimatverein, unter großem Engagement der Vorsitzenden, Maria Leister, 1998 für 23 Tage im Schloß zeigen konnte. Das waren einige Höhepunkte 1998, daneben läuft das kontinuierliche Programm, etwa mit Dia-Vorträgen und Johannisingen. Die Wandergruppe (Sauerländischer Gebirgsverein) unter der Leitung von Werner Hansen bietet sonntags regelmäßig Ausflüge an. Über 100 000 Kilometer waren die Wanderfreunde im vergangenen Jahr unterwegs. Berhard Broß leitet die Gruppe Natur- und Vogelschutz. Mit seinen jugendlichen Mitstreitern kümmert er sich um das Biotop "Im Pölleken" und die Versorgung der heimischen Vogelwelt mit selbstgebauten Nistkästen. Zum Aufhängen und Sauberhalten geht's nach draußen, in der Sebastianschule treffen sich die Naturliebhaber zum Nistkastenbau.

Bild: Maria Leister, Vorsitzende seit sechs Jahren (1993), mit Vorgänger Adalbert Friedrich, der 24 Jahre lang (1969-1993) Vorsitzender war.

Quelle:  Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 25. März 1999       

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Presseberichte 1996

1996

 
01.11.1996 Fernsicht entschädigte für den Muskelkater

Fernsicht entschädigte für den Muskelkater

Wanderer legten 100 Kilometer zurück

Eine Woche war die Wandergruppe des Heimatvereins im Harz unterwegs.

Raesfeld. Rund 100 Kilometer auf "Schuster's Rappen" unterwegs waren die 24 Raesfelder, die an der Wanderwoche des Heimatvereins im Harz teilnahmen. Von Wolfshagen aus besichtigte die Gruppe die Stabkirche in Hahnenklee, schloß Bekanntschaft mit der Harzer Wasserkunst, fuhr in Lautenthals ehemaliges Silberbergwerk ein, wo man sich von den unmenschlichen Arbeitsbedingungen der frühereren Bergleute überzeugen konnte, legte den steilen Heimweg der Bergleute aus Hahnenklee zurück und weiß nun aus eigener Erfahrung, warum sie die Hütte am Ende des Anstiegs "Gottlob" nannten. Einen Ruhetag gönnte man sich in Goslar, wo die Altstadt besichtigt wurde.

Höhepunkt der Woche war die Besteigung des Brockens. Belohnt wurde die Mühe mit einer ausgezeichneten Fernsicht. Auch die herbstliche Farbenpracht im wildromantischen Okertal, die bizarren Felsformationen der Kästeklippe, der Mausefalle und der Feigenbaumklippe ließen die Wanderer so manche Blase oder den Muskelkater vergessen.

Quelle: Borkener Zeitung vom 01.11.1996                          

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